„Stillstand hat es nie gegeben“

Kaufhaus Braun behauptet sich seit 50 Jahren

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Stephan (links) und Christoph Braun führen fort, was ihr Vater Bernhard vor 50 Jahren gründete: Das Kaufhaus Braun ist für viele Langener eine feste Institution.  

Langen - Die Nähe zu den Großstädten Frankfurt und Darmstadt mit ihren umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten empfinden viele Langener Einzelhändler als Bürde. Von Markus Schaible

Nicht so Christoph und Stephan Braun: Die große Konkurrenz nur wenige Kilometer entfernt habe dazu geführt, dass sich das Kaufhaus Braun immer weiterentwickelt habe und nun, 50 Jahre nach seiner Gründung, solide dastehe. Das Jahr 2016 ist ein besonderes in der Geschichte des Kaufhauses Braun – und ein besonderes für die beiden Geschäftsführer: Sie wurden zwei Tage vor der Geschäftseröffnung (30. März 1966) geboren, begingen also gerade ihre 50. Geburtstage. Und das Jubiläum des Kaufhauses wird natürlich auch noch groß gefeiert – wegen der Osterferien wurden die Sonderaktionen aber auf 21. bis 23. April verschoben.

„Wir stehen im Jubiläumsjahr solide da und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, betonen die Geschäftsführer. Das sei zum einen dem guten Personal geschuldet: Mehr als 100 Mitarbeiter verteilen sich auf rund 45 Vollzeitstellen; viele von ihnen sind lange Jahre dabei: „Wir legen Wert auf gute Beratung, das kommt bei den Kunden an“, betont Stephan Braun. Zum anderen habe die Lage in Langen und die erwähnte Konkurrenz ringsum dazu geführt, dass sich die Kaufhausbetreiber nie zurücklehnen konnten. Was früher für ihren Vater Bernhard (87) und seinen Geschäftsführer Günther Däschner (74) galt, gilt heute für sie: „Wir waren gezwungen, immer etwas zu tun – und das ist gut so.“

War dies in den früheren Jahren häufig mit Erweiterungen verbunden, wurde im jüngsten Jahrzehnt viel ins Erscheinungsbild investiert. Schon von außen sichtbar ist die Attraktivierung des Bereichs zur Bahnstraße hin. Aber auch innen hat sich vieles getan: „Wir haben das Haus komplett saniert“, sagt Christoph Braun. Böden, Wände, Decken, Einrichtung, alles wurde erneuert. Auch auf dem energetischen Sektor wurde investiert, teilweise mit staatlicher Förderung: Die Beleuchtung ist zum größten Teil auf sparsame LEDs umgerüstet, es gab eine neue Kühlanlage, eine neue Lüftung. „Dadurch sparen wir viel an Energiekosten“, erläutert Stephan Braun.

Parallel dazu wurden die Qualität des Sortiments und die Präsentation verbessert. „Wir sind wertiger geworden“, betonen die Braun-Brüder. So finden sich heute Waren vieler namhafter Marken im Angebot. Und das zu den gleichen Preisen wie in den Läden der großen Ketten. „Wir hängen an den großen Einkaufsverbänden und die verhandeln gute Preise“, sagt Stephan Braun.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Um die Kunden an sich zu binden, haben die Brauns vor etwa zehn Jahren die Kundenkarte eingeführt, die den Inhabern zahlreiche Sonderaktionen bietet. „Wir können dadurch sagen, dass wir rund 10.000 aktive Kunden haben“, berichtet Christoph Braun. 60 Prozent des Gesamtumsatzes würden mit dieser Karte gemacht: „Dieser Wert ist extrem hoch im Vergleich zu anderen.“ Ein weiterer Vorteil für die Kaufhausbetreiber ist „die schlanke und effektive Führungsstruktur“, so Stephan Braun: „Wir können schnell reagieren.“ Und auch, dass sich die Immobilie in ihrem Besitz befindet, erleichtert vieles.

Allerdings ist die Kapazitätsgrenze erreicht, was die beiden Geschäftsführer bedauern: „Wir würden gerne flächenmäßig wachsen, es ist in manchen Bereichen noch Bedarf da. Aber das ist schwierig.“ Überlegungen, einige Teile an neue Standorte in der Stadt auszulagern, habe es gegeben, doch dafür sei die Langener Innenstadt nicht geeignet. In Groß-Gerau, wo die Brauns ein zweites Kaufhaus mit fünf Standorten betreiben, sei die Situation anders: „Dort gibt es eine kompakte Innenstadt, da bummeln die Leute mehr.“ In Langen dagegen kämen die Kunden gezielt und würden unter anderem auf den großen Parkplatz Wert legen. Nichtsdestotrotz sehen Christoph und Stephan Braun optimistisch in die Zukunft: „Wir sind immer bestrebt, auch weiterhin die Kundenwünsche zu erfüllen.“ Und das noch viele Jahre lang.

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