BÜRGERMEISTERWAHL Professor Dr. Jan Werner unternimmt dritten Anlauf als Kandidat

Keine unhaltbaren Versprechen machen

Professor Dr. Jan Werner

Langen – Nun sind es vier: Professor Dr. Jan Werner kandidiert ein weiteres Mal für das Bürgermeisteramt in Langen. VON HOLGER BORCHARD

Nach Stefan Löbig (Grüne), Joost Reinke (unabhängig) und Angela Kasikci (SPD) hat nun auch Werner den Hut in den Ring geworfen – er tritt abermalig als unabhängiger Kandidat an. Wer Nachfolger von Frieder Gebhardt (SPD) wird, entscheidet sich am 1. oder (bei erforderlichem zweiten Wahlgang) am 15. März 2020.

„Das Amt für alle Bürger gleichermaßen ausüben“ überschreibt Werner seine erneute Kandidatur. Der 42-Jährige kandidiert nach 2008 und 2014 zum dritten Mal als Bürgermeister. Beim 2014er-Urnengang hatten Werner weniger als 50 Stimmen zum Bürgermeisteramt gefehlt.

„Neben der Unabhängigkeit geht es mir vor allem um Ehrlichkeit“, stellt Werner fest. „Ich werde keine unhaltbaren Versprechen machen.“ Vielmehr wolle er in den kommenden Wochen in „engem Dialog mit den Langener Bürgerinnen und Bürgern“ ausarbeiten, welche konkreten Schwerpunkte sie sich für die anstehende Amtsperiode wünschen. Diese werde er sodann in seinem Wahlprogramm vorstellen.

Als Schlüsselthema für selbiges erachtet Werner die soziale Infrastruktur für Alt- und Neubürger – „wobei vor allem die angespannte Situation bei den Plätzen in Kindertagesstätten und das unzureichende Sportangebot im Fokus stehen“.

Viele Langener Unternehmer und Vereinsvertreter hätten ihn auf eine erneute Kandidatur angesprochen, erzählt Werner und fügt hinzu: „Nach dem äußerst knappen Ergebnis 2014 sehe ich beste Chancen für 2020.“ Die Stadt verdiene es, gut geführt zu werden – „mit Ehrlichkeit und Zielen, die auch in Anbetracht der angespannten Haushaltslage sowohl realisierbar als auch zukunftsfähig sind“. Er sei davon überzeugt, dass der Bürgermeister nicht der verlängerte Arm einer Partei im Rathaus sein dürfe. „Aber wenn sich im Laufe der nächsten Wochen die eine oder andere Partei oder eine politische Wählervereinigung hinter meine Kandidatur stellt, freue ich mich natürlich über den zusätzlichen Rückenwind.“

Als zweifacher Vater mit Nachwuchs im Kindergartenalter sind dem Professor und Dozenten für Volkswirtschaft die Herausforderungen bewusst, die die aktuelle Situation in Langener Kindertagesstätten mit sich bringt: „Ich kann sehr gut nachempfinden, welch enorme Belastung es für Familien und alleinerziehende Mütter und Väter darstellt, wenn sie für einen Kita-Platz mit einer Warteliste mit mehreren hundert Kindern konfrontiert sind. Da besteht in meinen Augen dringender Handlungsbedarf.“

Ein großes Anliegen sei ihm ferner, die Situation in den Sportstätten und Sportvereinen zu entzerren. „Es kann nicht sein, dass wir bei vielen Sportvereinen in Langen schon Wartelisten für den Jugendbereich haben und die Kinder somit nicht alle Sportangebote wahrnehmen können. Gleichzeitig diskutieren wir schon seit mehr als einem Jahrzehnt darüber, dass unsere Sportstätten teilweise grundsaniert werden müssen und uns mittelfristig mindestens eine Halle im Stadtgebiet fehlt.“ Der kürzlich vorgestellte Sportentwicklungsplan stelle eine gute Grundlage dar, urteilt Werner, der auch Präsident des TV Langen ist. „Aber jetzt muss man ihn mit Leben erfüllen und auch sagen, wie man die Neubauten konkret finanzieren will und klären, wann welches Projekt angegangen werden soll.“

Er wolle gemeinsam mit den Langener Bürgern erarbeiten, welcher Weg hier der sinnvollste und am besten zu realisierende sei – „damit den vielen Worten auch Taten folgen können“.

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