Heftige Kritik

Kiesabbau in Langen: Grüne fordern Aufforstung

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Die Ostgrube des Waldsees in Langen

Langen - Nachdem es in der Öffentlichkeit zuletzt etwas ruhiger um den Kiesabbau geworden ist und die Revisionsklage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen die Südosterweiterung der Abbaufläche am Waldsee immer noch in den Schubladen des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel schlummert, wollen die Langener Grünen dafür sorgen, dass das Thema nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Sie üben wieder einmal heftige Kritik am von ihrer Parteifreundin Brigitte Lindscheid geführten Darmstädter Regierungspräsidium.
„Während an der umstrittenen Südosterweiterung per Sofortvollzug immer mehr Bannwald dem Kiesabbau geopfert wird, duckt sich das Regierungspräsidium seit Jahren weg und scheut davor, bestehende Rekultivierungspflichten aus früheren Verfahren in großen Bereichen an der Westgrube einzufordern beziehungsweise durch behördliche Zwangsmaßnahmen durchzusetzen“, moniert Grünen-Sprecherin Martina Dröll in einer Presseerklärung die aktuelle Situation: „Bereits Ende 2015 hätten im westlichen Waldseebereich Flächen von circa 25 Hektar vollständig zurückgebaut, rekultiviert und aufgeforstet sein müssen.

Doch bereits vor dem Jahr 2015 hatte die Darmstädter Aufsichtsbehörde offensichtlich kein Vollzugsinteresse an einer fristgerechten Renaturierung dieser Bereiche. Und erst recht bestand seitens der Firma Sehring nicht wirklich die Absicht, diese Flächen gemäß der Planfeststellungsvorgaben zeitnah zu renaturieren, da das Kiesabbauunternehmen kurz vor Ablauf der Frist einen Antrag stellte, die Wiedergutmachung an der Natur mal eben auf das Jahr 2038 zu verschieben.

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Teile dieser Flächen sind von Sehring unterverpachtet und sollen als Betriebs- und Produktionsstätten weiterverwendet werden. Über drei Jahre brütet man in Darmstadt nun schon über diesem Verfahren, ohne zu einer Entscheidung zu kommen“, echauffiert sich Dröll und weist darauf hin, dass gerade die Flächen des Betonsteinwerkes LithonPlus im Einzugsbereich der Mörfelden-Walldorfer Trinkwasserbrunnen lägen und daher ein besonderes öffentliches Interesse an einer schnellen Renaturierung bestünde.

Bilder: Bannwald erhalten oder Kies abbauen?

Die Grünen fordern nun ein schnelles Ende des „jahrelangen behördlichen Aussitzens“ und eine Entscheidung zu sofortigen Vollzugsmaßnahmen, um die dort vorgesehene Wiedergutmachung an Natur und Umwelt baldigst in die Wege zu leiten, damit die dortige Renaturierung nicht um eine weitere Menschengeneration verschoben wird. (ble)

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