Unternehmen plädiert für gemeinsames Vorgehen

Kiesabbau: Sehring AG weist Vorwürfe zurück

Langen - Der aktuelle Streit um den Kiesabbau im Bannwald geht weiter: Nach der gemeinsamen Pressemitteilung der Grünen und der Ortsgruppen der Naturschutzverbände BUND und NABU weist die Sehring AG die erneuten Vorwürfe entschieden zurück.

Einmal mehr bestätige sich der Eindruck, dass mit Halbwissen der Populismus geschürt und der ausgemachte Gegner mit Schmutz beworfen werde. „In infantiler Art und Weise wird weiterhin die Realität negiert“, so Vorstandsvorsitzender Stefan Sehring. „Wir sind tief betroffen über die überbordenden Auslassungen zum Hause Sehring wie ,Täter‘ und ,Zustandsstörer‘.“

Lesen Sie dazu auch:

Sehring AG übt scharfe Kritik an BUND und Grünen

BUND und Grüne weisen Vorwürfe von Sehring zurück

Offensichtlich wolle das Dreigespann – „weiter wider besseres Wissen“ – nicht verstehen, dass ein Abbaubetrieb wie am Langener Waldsee ein langjähriger, rollierender Prozess sei. „Die immer wiederkehrenden Vorwürfe über nicht zeitgerechte Rekultivierung laufen vollkommen ins Leere“, erklärt Sehring. „Zuletzt wurden Rekultivierungsarbeiten einige Monate ausgesetzt, um seltene und geschützte Arten nicht in ihren Habitaten zu stören. Dass unsere ökologische Verantwortung in diesem Falle ausgerechnet von Herrn Kreft [Ortsvorsitzender des NABU, Anm. d. Red.], der diesen speziellen Vorgang kennen müsste, beiseitegeschoben und uns als Vorwurf gereicht wird, ist schwer nachvollziehbar“, so Sehring weiter.

„Dass Sehring Grüne, BUND und offensichtlich auch NABU als böse Umweltchaoten darstellt, weist unser Haus auf das Schärfste zurück“, betont der Vorstandschef. Er kritisiert jedoch, dass immer wieder verschiedene Genehmigungsvorgänge vermengt würden: „Diese Irreführung hat offensichtlich System und wünscht, den Groll von Mitbürgern zu schüren.“ Sämtliche Tätigkeiten und Maßnahmen im Bereich des Quarzsand- und -kiestagebaus Langener Waldsee würden auf Grundlage der beantragten und behördlich beschiedenen Betriebspläne sowie der darin enthaltenen Auflagen und Nebenbestimmungen erfolgen.

In Bezug auf die Trinkwasserversorgung von Zeppelinheim widerspricht Sehring der Darstellung der Umweltschützer energisch: „Aufgrund der Berücksichtigung hydrologischer Gegebenheiten im Umfeld des Waldsees wurde mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Südosterweiterung behördlicherseits vorgegeben, dass nach Beginn des Kiesabbaus für den Stadtteil Zeppelinheim die Trinkwasserversorgung über das Hauptversorgungsnetz der Stadtwerke Neu-Isenburg erfolgen soll. Dazu wurden in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Neu-Isenburg eine neue Trinkwasserleitung zwischen Zeppelinheim und Neu-Isenburg errichtet, die Versorgung an das Trinkwassernetz von Neu-Isenburg angeschlossen, die beiden Zeppelinheimer Brunnen im Treburer Oberwald zurückgebaut und die Flächen vereinbarungsgemäß aufgeforstet. Letztlich konnte 2016 das Trinkwasserschutzgebiet aufgehoben werden. Einen erheblichen Anteil der Kosten dieser Maßnahme trug vereinbarungs- und vertragsgemäß das Unternehmen Sehring. All diese Vorgaben wurden fristgerecht und bescheidskonform umgesetzt.“

Von den Grünen vergessen werde, dass Langen von der sogenannten Gewinnmaximierung massiv profitiere – seit 1998 habe Sehring über 16 Millionen Euro an die Stadt abgeführt. „Wir nehmen mit großem Bedauern zur Kenntnis, dass die Langener Grünen diese Tatsache vollkommen ausblenden und offensichtlich wünschen, dass dies aufhört.“

Er bedauere, dass sich die Naturschutzverbände von der Partei instrumentalisieren ließen, so Sehring: „Wir hoffen inständig, dass BUND und NABU sich aus dieser seit Jahren politisch aufgeheizten Stimmung irgendwann lösen und die Erfolge und zukunftsfähigen Möglichkeiten des Ökosystems Langener Waldsee akzeptieren. So muss nicht sehr viel Geld an Juristen und Gutachter fließen, sondern könnte zu noch mehr ökologischer Nachhaltigkeit und weiterem sozialen Engagement unseres Hauses gereichen.“

Anm. d. Red.: Unsere Zeitung hat im aktuellen Disput beiden Seiten je zweimal die Möglichkeit gegeben, ihre Argumente vorzubringen und auf die Gegenseite zu antworten. Sollten keine neuen Argumente mehr vorgebracht werden, beenden wir den Dialog mit diesem Artikel.

Bilder: Bannwald erhalten oder Kies abbauen?

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare