Kinder langsam ans Juz heranführen

Langen ‐ Die Kinder von heute sind die Jugendlichen von morgen  – und damit auch die Jugendzentrumsbesucher von morgen. Vor diesem Hintergrund will die Stadt Langen nach der Übernahme des Juz im Nordend bei der Neustrukturierung der Jugendarbeit schon bei den Jüngeren beginnen. Von Markus Schaible

Möglich wird dies durch eine dezentrale, mobile Arbeit von Sozialarbeitern, die als neuer Schwerpunkt in das Konzept aufgenommen wird, wie Martina Waidelich, Leiterin des Fachdienstes Integration, Jugend, Spielplätze, erläutert. Grundsätzlich wolle die Stadt weg von den alten KOM,ma-Strukturen – „im Juz warten, bis die Jugendlichen kommen“. Zudem sollen die Pädagogen mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufwenden, so Waidelich, und weniger für die Planung. Die läuft künftig bei Gesine Joachim zusammen, die mit der Koordinationsstelle Jugendarbeit in Kürze ins Juz zieht.

Dieses bleibt ein Schwerpunkt im neuen Konzept, wird aber eben ergänzt durch die „aufsuchende“ Arbeit. „Es gibt in allen Teilen der Stadt bekannte Treffpunkte der Jugendlichen, die aus irgendwelchen Gründen aber nicht ins Juz kommen. Doch auch sie möchten Angebote“, weiß Waidelich. Schaffen sollen diese Mitarbeiter von freien Trägern. Und genau diese sollen auch die Jüngeren einbinden. Dazu werden sie in die Grundschulen oder auf die Spielplätze gehen, wobei sie von jungen Leuten, die als Mentoren mitarbeiten, unterstützt werden. Es sollen Kontakte aufgebaut werden, die in ein gutes Vertrauensverhältnis münden. „Wir werden damit stärker präventiv tätig sein“, so die Fachdienstleiterin.

Offizielle Juz-Wiedereröffnung am 11. März

Erste Infos gibt es auf der neuen Internetseite des Juz.

Für die Jüngeren sind die Aktionen direkt in den vier Sozialräumen geplant, in die die Stadt im neuen Konzept eingeteilt ist (Oberlinden/Neurott, Stadtmitte, Steinberg/Altstadt, Nordend). Auch für die Älteren wird es dort vor Ort Aktivitäten geben. Aber das Jugendzentrum solle eben ein Anlaufpunkt bleiben, in dem es dann beispielsweise Konzerte, Partys oder andere offene Angebote gibt. Und da die Sozialarbeiter je zur Hälfte in den Stadtteilen und im Juz tätig sind, treffen dann auch Jugendliche, die bislang nicht in die Nordendstraße kamen, dort auf bekannte Gesichter. „Das Jugendzentrum wird besser angenommen, wenn die Jugendlichen die Mitarbeiter schon kennen“, hofft Waidelich. Denn Raum gibt es dort genug, um beispielsweise den Besucherstamm im Bistro von früher etwa 20 bis 30 zu erhöhen. Gelingen könne eine Frequenzsteigerung auch durch eine Änderung der Öffnungszeiten (beispielsweise soll an den Wochenenden offen sein), die aber nicht mit mehr, sondern durch Umstrukturierungen mit weniger Personal bewerkstelligt wird. Auch solle erreicht werden, dass beispielsweise die Musiker, die im Juz proben, auch mal das Bistro nutzen, was bisher kaum geschehen sei. Zudem solle das Projekt „Stadt in unserer Hand“ der Caritas mehr ins Juz eingebunden werden.

Noch ist dies alles im Werden; offiziell wiedereröffnet wird das Jugendzentrum bekanntlich erst am 11. März. Und selbst dann braucht es „Zeit zum Wachsen und Gedeihen“, sagt Waidelich. Bereits jetzt können sich Jugendliche aber immer mittwochs von 13 bis 18 Uhr einbringen; zudem wurde montagabends ein Koch- und Filmangebot geschaffen.

Rubriklistenbild: © Stephanie-Hofschlaeger / Pixelio.de

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