Jahresthema des Dekanats Dreieich

Landrats Wort zum Sonntag

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Gottesdienst mal anders, der Landrat als Prediger. Droben auf der Kanzel ist auch für Oliver Quilling Neuland. Als Premierengast der Dekanats-Reihe „Kirche findet Stadt“ machte er seine Sache durchaus nicht schlecht.

Langen - Als Landrat kommt er ganz schön rum, die richtigen Worten zu unterschiedlichsten Anlässen zu finden, ist durchaus sein Job.

Aber mal eben von der Kanzel herab eine Predigt in die Stadtkirche zu halten – sozusagen „Top-Act“ im sonntäglichen Gottesdienst zu sein –, das hat Oliver Quilling auch noch nicht gemacht. Vorgestern war’s so weit. Indem er sich auf unbekanntes Terrain vorwagte, gab der Landrat den Startschuss für eine Predigreihe zum Jahresthema des evangelischen Dekanats Dreieich „Kirche findet Stadt“. In den kommenden Wochen werden weitere Kommunalpolitiker diesen roten Faden weiterspinnen.

Als ehemaligem Bürgermeister der Hugenottenstadt Neu-Isenburg gelingt es Quilling spielend, Bezug zwischen mittelalterlicher Stadtgründung und Glaubensbekenntnis herzustellen. Noch ein paar Jahrtausende älter, aber „bis heute aktuell und bedeutsam“, ist die Aufforderung, an die der Landrat seine Predigt anlehnt: „Suchet der Stadt Bestes!“ – getätigt vom alttestamentarischen Propheten Jeremias. „Wo können wir der Stadt Bestes finden im Zeitalter des Wertewandels und der Mobilität?“, fragt Quilling. Natürlich wisse schon Jeremias Rat – „und das auf eine Weise, die ich als Kommunalpolitiker immer noch aktuell finde und unterschreiben würde: Bemüht euch um das Wohl der Stadt, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl!“ Er sei der festen Überzeugung, „dass Kirche, dass Religion, mit allem, was sie biete, unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Miteinanders ist“, unterstreicht Quilling. Das Jahresmotto sieht er nicht als Einbahnstraße: „Kirche findet nicht nur Stadt, Stadt findet und sucht nach wie vor die Kirche.“ Folglich werde eine Stadt ohne gelebte Kirche keine echte Perspektive haben – „selbst wenn die Kirche von morgen eine andere sein wird als die von heute, ebenso wie die Städte ...“

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2013

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2013

Der Geist der Menschen, die in ihr leben, mache sowohl die städtische als auch die kirchliche Gemeinschaft aus. Kirche gehe in der täglichen Arbeit längst über konfessionelle Grenzen hinaus. biete Leistungen, die kommunale Budgets nicht vorsähen. Und ganz selbstverständlich suche Kommune den Weg zur Kirche in humanitären Fragen. „Denken Sie an den Betrieb von Begegnungsstätten, Kindergärten, Jugendtreffs, Senioren- und Pflegeheimen oder Hospizen – das sind Markenzeichen der Kirche und gerade in diesen Bereichen zeigt sich, dass Kirche die Herausforderung des Wandels annimmt“, betont der Laienprediger. Quillings Fazit: „Der christliche Grundgedanke ist essentieller Bestandteil unseres Gemeinwesens, nur liefert er vielleicht nicht so viele attraktive Schlagzeilen. Suchet der Stadt Bestes – für mich sind und bleiben es die Menschen, die sich im christlichen Sinne gestern, heute und morgen dafür einsetzen.“

hob

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