Evangelisches Dekanat Dreieich-Rodgau

„Kirche muss sich einmischen“: Steffen Held tritt Dienst als neuer Dekan an

Eintracht-Fan mit Händchen fürs „Stöffche“-Keltern: Pfarrer Steffen Held aus Langen.
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Eintracht-Fan mit Händchen fürs „Stöffche“-Keltern: Pfarrer Steffen Held aus Langen.

Der Langener Pfarrer Steffen Held tritt seinen Dienst als neuer Dekan im zusammengelegten Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau an. Der 45-Jährige verfügt bereits über Leitungs- und Fusionierungserfahrung.

Langen – Pfarrer Steffen Held beginnt zum 1. Mai seine Arbeit als Dekan im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau. „Nun gehen wir alle gemeinsam mit Gottes Segen an den Start“, freut sich der 45-Jährige, den die Synode des fusionierten Kirchenkreises Mitte Januar zum Dekan gewählt hatte. „Wir haben hier einen großen Schatz an engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, und ich möchte mit ihnen zusammen Kirche gestalten und Verantwortung übernehmen“, sagt Held.

Der neue Dekan kennt die Region gut: Aufgewachsen in Frankfurt-Oberrad, studierte Held evangelische Theologie in Frankfurt und Marburg. Nach dem Vikariat an der ehemaligen Langener Stadtkirchengemeinde trat er 2005 seine erste Pfarrstelle in Bensheim-Auerbach an. 2007 wechselte er zurück nach Langen in die damalige Petrusgemeinde. Der Geistliche verfügt auch schon über Erfahrung in Sachen Fusion: Als Vorsitzender des Langener Kirchengemeindeverbandes hatte er den Vereinigungsprozess der vier dortigen Einzelgemeinden bis zum Jahr 2014 aktiv mitgestaltet. Anschließend bestimmte er als Kirchenvorstandsvorsitzender über die Geschicke der mit rund 8000 Mitgliedern größten Gemeinde der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Seit 2016 gehört Held auch dem Synodalvorstand des Vorgängerdekanats Dreieich an. Seine offizielle Verabschiedung aus dem Dienst als Gemeindepfarrer ist für Sonntag, 11. Juli, vorgesehen.

Die Arbeit mit Jugendlichen ist dem Theologen wichtig, weshalb er seit 2018 auch als Religionslehrer an der Dreieichschule tätig ist. „Die Fragen der Schüler fordern einen heraus“, betont Held. „Es ist eine gute Übung, sich Neuem gegenüber zu öffnen, nicht alles für selbstverständlich zu halten, das eigene Handeln zu erklären und immer wieder in Frage zu stellen.“

Herausforderungen für die kommenden Jahre sieht Held im nachhaltigeren Wirtschaften sowie in der Frage, mit welchen Prioritäten die Evangelische Kirche aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen in die Zukunft gehen will. Auch wenn es nicht einfach werden dürfte, trotz knapperer Mittel eine lebendige Kirche zu bleiben, will er es zuversichtlich angehen: „Wenn unser Programm die frohe Botschaft ist, dann sollten wir auch guten Mutes und voller Gottvertrauen nach vorne schauen“, so seine Überzeugung.

Auch die Digitalisierung werde in Zukunft weiter eine wichtige Rolle spielen, ist Held sicher. „In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass virtuelle Kommunikationskanäle große Chancen bergen, um kreative Angebote zu entwickeln, die auch Kirchenferne ansprechen“, führt er aus. „Entscheidend ist, dass die Themen, die wir setzen, Lebensrelevanz haben“, betont Held. „Die Kirche muss sich einmischen und in der Gesellschaft etwas bewegen, nicht immer um sich selbst kreisen.“

Steffen Held und seine Frau Sandra, Religionslehrerin und Konrektorin, leben mit Sohn Julian und Tochter Charlotte in Langen. In seiner Freizeit liest der Pfarrer gern Krimis mit Lokalkolorit und freut sich über den derzeitigen Tabellenplatz der Frankfurter Eintracht. Auch Rad- und Skifahren zählen zu seinen Hobbys. Freunde des „Stöffchens“ kennen ihn außerdem als Urheber des „Petrusschoppens“: Der überzeugte Hesse keltert zusammen mit jungen Ehrenamtlichen Apfelwein von heimischen Streuobstwiesen, dessen Verkaufserlös der Jugendarbeit der Gemeinde zugutekommt. Bisher gelangte der aktuelle Jahrgang immer im Pfarrhaus zur Reife – es ist davon auszugehen, dass sich auch im neuen Domizil des Dekans ein Plätzchen dafür finden wird.

Zusammen mit dem neuen Dekanatssynodalvorstand wird Held am Samstag, 29. Mai, um 15 Uhr offiziell in sein neues Amt eingeführt. Der Festgottesdienst wird per Youtube-Livestream aus der Evangelischen Kirche Dudenhofen übertragen. Zudem finden Interessierte später eine Aufzeichnung auf der Webseite des Dekanats. (stk)

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