Fraktion ist von BaHaMa-Argumenten gegen ihren Antrag nicht überzeugt

FWG-NEV: Kita käme Stadthallen-Betrieb nicht „in die Quere“

Ortstermin in der Sitzungspause: Die Fraktion der FWG-NEV hat mit Bürgermeister Jan Werner den Schutzwagen Dagobert der neuen Waldgruppe der Kita Waldkitz besichtigt und sich von einer Erzieherin das Konzept erklären lassen.
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Ortstermin in der Sitzungspause: Die Fraktion der FWG-NEV hat mit Bürgermeister Jan Werner den Schutzwagen Dagobert der neuen Waldgruppe der Kita Waldkitz besichtigt und sich von einer Erzieherin das Konzept erklären lassen.

Schnell weitere Kitaplätze schaffen und die lange Warteliste abbauen – das ist auch ein Anliegen der FWG-NEV. Die Fraktion hat nun den Anfang Juli eröffneten Schutzwagen Dagobert an der Kita Waldkitz besichtigt. Zudem hat sie eine Kita in der Langener Stadthalle in die Diskussion gebracht.

Langen – Eine Mitarbeiterin von Terminal for Kids erläuterte den Parlamentariern der NEV das Konzept der Waldkita. Da ein weiterer Wagen dieser Art für die Natur-Kita geplant ist und vielfach in der Fraktion diskutiert wurde, nutzten die Stadtverordneten der NEV die Möglichkeit, sich über die Bauart, Einrichtung und sanitären Anlagen des Bauwagens zu informieren.

Um weitere Betreuungsplätze zu schaffen, will die NEV prüfen lassen, ob in Räumlichkeiten der Stadthalle eine Kita eingerichtet werden könnte. Neben der Deckung des Raumbedarfes könnten Synergien mit der Stadtbücherei und dem Hallenbad geschaffen werden.

Der Antrag wurde im vergangenen Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport behandelt. Joachim Kolbe, Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa), führte in der Sitzung eine Reihe von technischen und wirtschaftlichen Argumenten gegen eine Kita in der Stadthalle auf, die aus Sicht der NEV nicht überzeugend sind. Dass der Außenbereich hinter der Stadthalle, insbesondere der „Mount Pitthan“, für spielende Kinder zu gefährlich wäre, lässt die NEV nicht gelten. „Auf diesem Hügel spielen heute schon ständig Kinder, insbesondere wenn Veranstaltungen im Biergarten stattfinden. Im Winter wird er zum Rodeln genutzt. Wenn Kinder einer besonderen Gefahrenquelle ausgesetzt wären, hätte die Verwaltung sicher schon geeignete Maßnahmen ergriffen“, so die Fraktion.

Auch, dass das gesamte Brandschutzkonzept der Stadthalle durch den Betrieb einer Kita infrage gestellt werde, überzeugt die NEV nicht. Kita und der Stadthallen-Betrieb (Theater, Restaurant, Bücherei) erfolgen auf verschiedenen Etagen, argumentiert die Faktion. „Selbst wenn sich die Fluchtwege kreuzen sollten, so könnte dem durch spezielle gesicherte Notausgangstüren, ähnlich wie in Hotels, Rechnung getragen werden“, meinen die nichtparteigebundenen Einwohnervertreter.

Zweite Lesung für Prüfantrag im Langener Stadtparlament

Die NEV räumt ein, dass eine mögliche Nutzung von Räumlichkeiten der Stadthalle als Kita Fragen aufwirft. Zweck und Ziel des Prüfungsantrages ist die Klärung dieser Fragen. Doch die solle sachlich und nicht polemisch erfolgen. „Das sind wir den Langener Kindern und Eltern schuldig“, so die NEV,

Selbst wenn Räumlichkeiten der Stadthalle zum Betrieb einer Kita technisch geeignet sind, muss dies auch wirtschaftlich vertretbar sein. Ein Teil des Prüfungsantrages der NEV ist daher die Ermittlung der Kosten für die notwendigen Umbaumaßnahmen. Für ihn wurde eine zweite Lesung nach der Sommerpause beantragt. Bis dahin soll die Verwaltung den finanziellen und zeitlichen Rahmen aufzeigen.

Finanzsituation im Blick behalten

Die NEV weist darauf hin, dass das Parlament die Finanz- und Personalsituation der Stadt insgesamt berücksichtigen müsse. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden Anträge im Zusammenhang mit dem Kita-Ausbau beraten, die ein Volumen von über zwei Millionen Euro haben. Einer davon betrifft die Aufstellung von Container für die Unterbringung einer Musik-Kitagruppe. Die NEV-Fraktion unterstütze die Etablierung einer solchen Gruppe, sprach sich aber schon im Oktober 2020 für eine bauliche Erweiterung am Kulturhaus Altes Amtsgericht aus, um langfristig Räume für die Kinderbetreuung zu schaffen. Der Vorstoß fand keine Mehrheit im Stadtparlament. „Die Kosten der stattdessen mehrheitlich präferierten Containerlösung sollen sich nun auf 995 000 Euro erhöhen. Da die Nutzung der Container zunächst nur für fünf Jahre gesichert ist, entspricht dies einer Kaltmiete von 17 000 Euro“, rechnet die NEV vor. Dies sei wirtschaftlich nicht vertretbar.

Um den Überblick über die Notwendigkeit der Maßnahmen und deren Kosten nicht zu verlieren, hat die FWG-NEV zwei Anträge auf regelmäßige Unterrichtung der Stadtverordneten gestellt: Sie fordert, dass der Magistrat die Stadtverordneten zum einen detailliert über die Personalsituation im Bereich Kinderbetreuung sowie über die finanzielle Auswirkung der zu beratenden und bereits beschlossenen Anträge auf den Haushalt informiert.  (jrd)

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