Tipps, die bares Geld sparen

Karawane in Klimaschutz-Mission

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Dr. Miriam Bornholdt vom Projektleitungsteam der hessischen Energiespar-Aktion (von links) und Heike Gollnow vom städtischen Referat für Umwelt und Mobilität schickten die Energieberater Carsten Schmidt, Gabriele zur Megede, Markus Stefan und Klaus Ferner (beim Fototermin fehlte Sven Rossbach) auf die Reise durchs Wohnquartier Birkenwäldchen.

Langen - Es ist eine Beratungsoffensive, damit bei den Hausbesitzern „der Groschen fällt“. Und das meint Heike Gollnow vom städtischen Referat für Umwelt und Mobilität nicht nur sprichwörtlich. Von Markus Schaible 

Vielmehr geht bei der Energiespar-Karawane um bares Geld: Geld, das Langener durch Verbesserungen an ihrem Haus weniger für Energie ausgeben müssen.

„Das ist ein Leuchtturmprojekt“, sagt Dr. Miriam Bornholdt vom Projektleitungsteam der hessischen Energiespar-Aktion: „Eine tolle Idee, um auf einfache Weise mit Hausbesitzern ins Gespräch zu kommen.“ Denn im Gegensatz zu anderen Initiativen müssen die Bürger in diesem Fall erst einmal gar nicht selbst tätig werden. Tätig werden andere: die Energieberater, die im Auftrag der Stadt von Haus zu Haus gehen – in einer ersten Aktion derzeit für etwa drei Wochen im Wohnquartier Birkenwäldchen zwischen Bahnlinie und Rechter Wiese. Dort wurden alle Bewohner vorher angeschrieben – nur wer sich aktiv abmeldet, wird nicht besucht.

Stromspar-Tipps unter der Lupe

Es gibt jede Menge Stromspar-Tipps an die sich viele Verbraucher halten, um so ihre Energiekosten zu senken. Doch mit welchen dieser Tipps spart man tatsächlich bares Geld und welche gehören ins Reich der Mythen? Erfahren Sie es im Video.

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„Wir wollen die Immobilienbesitzer aufklären“, sagt Gollnow, „denn viele wissen gar nicht, was möglich ist. In einer maximal 50-minütigen und – ganz wichtig – kostenlosen Beratung erhalten Hausbesitzer nicht nur Informationen über den energetischen Zustand ihres Gebäudes und der Heizungsanlage, sie werden auch auf mögliche Fördermittel sowie Tipps zum richtigen Lüften hingewiesen. Darüber hinaus erläutern die Energieberater konkrete Sanierungsschritte. „Wer von sich aus zu uns kommt, weiß schon: Er will was machen. Jetzt machen wir es umgekehrt. Wir zeigen: Ihr könnt was machen“, erläutert Energieberater Carsten Schmidt die Vorgehensweise.

Wer dann weitergehende Informationen möchte, kann mit dem Energiepass Hessen mögliche Energieeinsparungen und Vorschläge zur Sanierung ermitteln lassen. Das kostet den Hausbesitzer allerdings 37,50 Euro. Die Auswertung des Energiepasses erfolgt durch die Hessische Energiespar-Aktion, eine Einrichtung des Landes. Soll es dann noch konkreter werden, wird eine professionelle Energieberatung vor Ort erforderlich; dieses Gutachten kostet etwa 500 bis 600 Euro. Doch oft ist dies gar nicht erforderlich, um schon einen positiven Effekt für Klima und Geldbeutel zu erreichen.

„Wir werden auch in den Kleinkrümeln suchen“

„Wir werden auch in den Kleinkrümeln suchen“, sagt Gabriele zur Megede, eine der Energieberaterinnen. Eine sehr kostengünstige Möglichkeit zum Sparen sei beispielsweise der „hydraulische Abgleich“ von Heizungen, nach dem etwa fünf Prozent weniger Energie benötigt werde. „Es muss also nicht immer gleich die Hausdämmung sein“, betont zur Megede – die Fassadendämmung bei einem Einfamilienhaus schlägt mit etwa 20.000 bis 25.000 Euro zu Buche. Wobei es dazu Fördergelder der staatlichen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gibt, ergänzt Sibylle Schmidt von der Firma Baukoordination M. Stefan – ihr Chef Markus Stefan ist ebenfalls in beratender Tätigkeit unterwegs. „Und man muss ja nicht alles auf einmal machen“, sagt sie.

Auf Seiten der Stadt setzt man große Hoffnungen in die Vor-Ort-Beratungsinitiative. „Das größte Energiesparpotenzial haben wir im privaten Bereich“, weiß Bürgermeister Frieder Gebhardt. Die Aktion sei deshalb zielführend, um die Treibhausgase zu reduzieren. „Es ist der wichtigste Baustein in unserem Klimaschutzkonzept“, betont auch Heike Gollnow. Dieses wurde 2011 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Gebhardt appelliert an die Hauseigentümer im Birkenwäldchen, das kostenlose Angebot zu nutzen: „Wir sind alle gefordert, etwas gegen die Erderwärmung und für eine intakte Umwelt zu tun. Wir müssen jetzt handeln.“ Doch nicht nur die Umwelt profitiere: Sanierte Häuser seien sparsamer, wärmer und gemütlicher. Und sie seien unabhängiger von steigenden Energiepreisen, wertstabil und einfacher zu vermieten oder zu verkaufen.

Die Energiespar-Karawane soll, so ist es nicht nur Gollnows Wunsch, künftig alljährlich durch ein weiteres Wohngebiet „wandern“. Ziel sei es, die Zahl der energetisch sanierten Eigenheime zu verdreifachen, um der drohenden Klimaerwärmung entgegenzuwirken. Das Quartier Birkenwäldchen wurde für die Premiere ausgewählt, weil die vorwiegende Einzelhausbebauung für die Beratung gut eignet ist. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen ausgewertet und für die nächste Runde genutzt werden. Insgesamt stehen für das Projekt 10 000 Euro im städtischen Haushalt bereit.

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