Klinikchef Bölke: Erweiterung der Psychiatrie derzeit kein Thema

Langen -

(fm) Von einer Bereicherung für die Stadt Langen und den Kreis Offenbach sprach Bürgermeister Frieder Gebhardt beim Neujahrsempfang mit Blick auf die vor zehn Monaten eröffnete Psychiatrie der Asklepios Klinik. Weil sie deutlich früher voll belegt gewesen sei als geplant, werde bereits über eine mögliche Erweiterung nachgedacht, sagte der Rathauschef vor rund 500 Gästen in der TV-Turnhalle.

Ganz so schnell schießen die Preußen aber nicht. Auf Nachfrage relativiert Klinik-Geschäftsführer Volkmar Bölke Gebhardts Aussagen. „Es gibt im Moment kein konkretes Vorhaben.“ Gleichwohl werde man sich „mittelfristig“ über eine Erweiterung Gedanken machen. „Das wird aber frühestens in zwei bis drei Jahren ein Thema“, so Bölke. Derzeit seien Krankenhäuser gehalten, die Zahl der Planbetten abzubauen. „Da können wir schlecht eine Erhöhung beantragen.“ Schon gar nicht nach noch nicht mal einjährigem Betrieb.

Das Zentrum für Psychische Gesundheit in der Röntgenstraße war im März 2008 eröffnet worden – nach mehr als 30-jährigem Ringen um eine solche Einrichtung im Kreis Offenbach. Die Klinik mit 95 Betten auf fünf Stationen, ergänzender Tagesklinik (25 Plätze) und Psychiatrischer Institutsambulanz (PIA) wird nach Bölkes Worten gut angenommen – auch von den niedergelassenen Ärzten. „Das Haus ist sehr gut belegt. Die Auslastung liegt im Schnitt bei 90 Prozent.“

Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt seit Jahren. Etwa zehn Prozent der Deutschen sind davon (in unterschiedlicher Stärke) betroffen, jeder Vierte leidet im Laufe seines Lebens an einer seelischen Erkrankung.

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