Amtsinhaber setzt sich durch

Knapper Sieg: Stefan Löbig bleibt Erster Stadtrat von Langen

Auf weitere sechs Jahre: Stefan Löbig (links) bei der Vereidigung mit Stadtverordnetenvorsteher Stephan Reinhold.
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Auf weitere sechs Jahre: Stefan Löbig (links) bei der Vereidigung mit Stadtverordnetenvorsteher Stephan Reinhold.

Stefan Löbig bleibt Erster Stadtrat von Langen. Doch die Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung geriet enger als erwartet.

Langen – Auch die vielen Glückwünsche nahm Stefan Löbig hinterher coronakonform entgegen: mit Maske und per Ellenbogen-Check. Als sich die Stadthalle gegen 22.30 Uhr dann langsam geleert hatte, schnaufte der alte und neue Erste Stadtrat erst einmal tief durch. „Ich hatte befürchtet, dass es knapp wird“, sagte Löbig. „Dass es so knapp wird, hatte ich nicht auf dem Schirm.“

Mit 22:19 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) hatte sich der Amtsinhaber von den Grünen überraschend knapp gegen Mitbewerberin Claudia Trippel (FWG-NEV) durchgesetzt. Die CDU hatte vorher angekündigt, ihren Mitgliedern keinen Kandidaten zu empfehlen, laut Löbig hoben andere Parteien ebenfalls den Fraktionszwang auf. „Vielleicht war es deshalb so knapp“, sagte er. Grundsätzlich sei er aber „sehr zufrieden“, so der 57-Jährige. „Ich freue mich auf weitere sechs Jahre.“

Eigentlich war Löbigs Amtszeit schon zum 30. Juni dieses Jahres ausgelaufen. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte sich das Wahlprozedere jedoch verzögert, weshalb die Stadtverordneten erst jetzt, in ihrer letzten Sitzung des Jahres, über das zweithöchste Amt im Rathaus abstimmten. Löbig hatte die Aufgaben des Ersten Stadtrats seit dem Sommer interimsmäßig weitergeführt. Die Wahl verlief unter strengen Hygienemaßnahmen: Jeder Stadtverordnete wurde einzeln von Stadtverordnetenvorsteher Stephan Reinhold zur Wahlkabine gerufen, musste dort mit einem vom Wahlvorstand ausgeteilten Stift sein Kreuz setzen und durfte den großen Saal der Stadthalle erst nach einer Runde durchs Foyer – vorbei am Desinfektionsmittelspender – durch einen separaten Eingang wieder betreten.

Welche beiden Kandidaten in der Endauswahl standen, war zwar im Vorfeld durchgesickert, zumal Löbig und Trippel ihre Bewerbungen für den Job des zweiten hauptamtlichen Magistratsmitglieds selbst öffentlich gemacht hatten. Offiziell wurden die beiden Namen aber erst jetzt beim Bericht von Christian Gött (CDU) verlesen, der den Wahlvorbereitungsausschuss geleitet hatte. Insgesamt gab es fünf Bewerber für das Amt des Ersten Stadtrats. Die Namen der drei übrigen Kandidaten wurden allerdings nicht bekannt. Denkbar ist, dass sie nicht wollten, dass ihr aktueller Arbeitgeber von der Bewerbung erfährt. Am Mittwochabend empfahl der elfköpfige Ausschuss, der alle fünf Bewerber zu Gesprächen eingeladen hatte, nun seine zwei Favoriten: die beiden ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Löbig und Trippel.

Am Ende machte Löbig das Rennen, seine zweite Amtszeit beginnt offiziell am 1. Januar. Der Wiedergewählte ist froh, dass er die „neue Konstellation“ mit dem im Frühjahr gewählten Bürgermeister Jan Werner bereits ein knappes halbes Jahr lang „austesten“ durfte. „Es hat erstaunlich gut funktioniert, trotz unterschiedlicher Auffassungen“, betonte Löbig. „Wir haben uns gut ergänzt und immer einen Weg gefunden, die Themen anzugehen. Es gab keine Reibereien.“

Als größte Herausforderungen für die nächsten Jahre nannte Löbig einerseits die Kitas, wo man weiterhin viele neue Plätze schaffen müsse, und andererseits die Neubaugebiete, die sich „langsam mit Leben füllen“. Man müsse die vielen Neubürger „zu Langenern integrieren“, auch die Infrastruktur müsse mitwachsen. Löbig ist überzeugt: „Es wird nicht langweilig.“ (Von Manuel Schubert)

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