Kommunalwahl in Langen

Linken-Kandidat Rainer Elsinger: „Wir können es uns nicht erlauben, intakten Wald zu opfern“

Rainer Elsinger
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Steht auf Listenplatz 5 der Langener Linken: Rainer Elsinger

Rainer Elsinger, 73, ist zwar kein Parteimitglied, dennoch kandidiert er bei der Kommunalwahl am 14. März in Langen für Die Linke. Der Rentner (Listenplatz 5) ist in der Stadt vielfach engagiert, unter anderem bei der Antifa und im Naturschutz. Im Interview spricht Elsinger über den Kampf gegen Rechts, das Abholzen des Bannwaldes und fehlende Kita-Plätze.

Sie kandidieren für Die Linke, sind aber Mitglied keiner Partei. Warum nicht – und warum fühlen Sie sich auf der Linken-Liste gut aufgehoben?

Ich war bis 1989 in der Deutschen Kommunistischen Partei aktiv. Danach wollte ich der Arbeit in einer Partei nicht mehr so viel Freizeit opfern und war deshalb vor allem in Bündnissen aktiv. Seit 2015 bin ich bei den Naturfreunden Egelsbach-Erzhausen und dort auch im Vorstand. Mein politisches Herz schlägt aber weiter links und deshalb unterstütze ich Die Linke. In ihr sehe ich die Partei, die meinen politischen Ansichten am nächsten kommt.

Sie waren schon in den Anfangsjahren in der Langener Antifa aktiv. Ist der Kampf gegen Rechts heute wieder aktueller denn je – vielleicht auch in Langen?

Der Kampf gegen den Rechtsextremismus bleibt auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. Gerade die Pandemie zeigt uns wieder, wie leicht Menschen irren Ideen hinterherlaufen. Die Rechten nutzen das für ihre Ziele aus und nicht wenige fallen auf abstruse Verschwörungstheorien herein. Wozu das führen kann, haben wir 1933 gesehen. Deshalb ist für mich wichtig, dass bei allen unterschiedlichen Ansichten hier alle Parteien und Wählervereinigungen eine gemeinsame Verantwortung sehen.

Sie engagieren sich nicht nur bei den Naturfreunden, sondern auch beim Aktionsbündnis Langener Bannwald und bei „Langen gegen Atomkraft“. Was könnte beim hiesigen Umweltschutz aus Ihrer Sicht besser laufen?

Wer mit offenen Augen durch die Wälder rund um Langen geht, sieht, was Stürme, Trockenheit und Klimawandel schon angerichtet haben. Da können wir es uns nicht erlauben, intakte Waldbestände der Sand- und Kiesgewinnung oder der Verbreiterung von Bundesstraßen zu opfern. Dies lässt sich durch Baumpflanzungen innerhalb der Stadt nicht ausgleichen.

Was sind aus Ihrer Sicht die anderen drängenden Themen, die es in Langen zu beackern gilt?

Neben den bereits genannten Problemen geht es um die Zukunft unserer Kinder. Da sind die fehlenden Kita-Plätze und im Anschluss die entsprechenden Plätze in den Schulen. Die Kinder sind unsere Zukunft, da müssen wir jetzt investieren. Das heißt auch: Das Personal muss entsprechend bezahlt werden. Da reicht ein „Händeklatschen“ oder „Dankeschön“ nicht aus.

Und warum braucht Langen eine starke Linksfraktion im Stadtparlament?

Die Linke ist die einzige Partei, die konsequent für die Menschen mit kleinem Geldbeutel eintritt und das auch in Land und Bund. Ohne die Reichen und Superreichen stärker in die Verantwortung zu nehmen – und das heißt auch zur Kasse zu bitten – wird es keine Lösung der finanziellen Probleme auch der Stadt Langen geben. Die Linke ist die Partei, die das so offen ausspricht. Deshalb ist sie so wichtig.

Das Gespräch führte Manuel Schubert

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