Kooperationen im Kita-Bereich ausbauen

Serie: Wo liegen die Probleme, was läuft gut? Einzelbewerber Joost Reinke

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Die Stärken und Schwächen der Stadt – wir haben die Bürgermeisterkandidaten gebeten, Stellung zu beziehen. Das sagt Joost Reinke (Symbolbild)

Die Stärken und Schwächen der Stadt – wir haben die Bürgermeisterkandidaten gebeten, Stellung zu beziehen. Das sagt Joost Reinke (Einzelbewerber):

Langen –  Als dringendstes Problem in dieser Stadt sehe ich an:

Dass die soziale Infrastruktur in Langen (dutzende fehlende Kita- und Hortplätze, wenige freie Spielflächen, Unterversorgung mit Kinder- und Hausärzten usw.) dem Bauboom hinterherhinkt.

Und das ist mein Lösungsvorschlag:

1. Soziale Infrastruktur zur „Chef-Sache“ machen; sie nicht länger dem Erstem Stadtrat überlassen. 2. In enger Kooperation mit den Verantwortlichen des Kreises, die mir aus meiner Tätigkeit als Mitglied des Kreisjugendhilfeausschusses persönlich gut bekannt sind, weiterhin Kitas konzipieren und (aus)bauen. So bestünde z. B. die Möglichkeit, auf dem ehemaligen Kita-Gelände an der Zimmerstraße eine neue Kita zu errichten und die dort lebenden jungen Migranten in anderen Wohnungen unterzubringen. 3. Unternehmen verstärkt an der Finanzierung von Kita-Plätzen beteiligen. Das Bewusstsein dafür muss bei den Unternehmen weiter entwickelt werden, dass betrieblich geförderte Kinderbetreuung eine Maßnahme ist, um Mitarbeiter zu gewinnen (Bitkom-Research-Studie). 4. Kooperation mit freien Trägern sowie dem ZenJA weiter ausbauen. 5. Kooperationen mit Ausbildungsstätten für Erzieher und Erzieherinnen erweitern auf Nord- und Mittelhessen. 6. Kooperationen mit Kirchengemeinden im Bereich der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit fördern. 7. Regelmäßige Gesprächsrunden zum Thema Kita-Platz-Vergabe mit allen Beteiligten anbieten. 8. Die Ärzteproblematik im Gespräch mit der KV Hessen und den Krankenkassen angehen.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre würde ich gerne rückgängig machen:

Verkauf des Geländes an der Bahnstraße, auf dem der sogenannte „Magnet“ (heute: Salco-Quartier) verwirklicht wird.

Und zwar, weil:

1. Durch den Grundstücksverkauf (beste Innenstadtlage) hat Langen viel Geld verloren. Der Quadratmeter wurde für unter 300 Euro an einen Investor verkauft – heute zahlt man für eines der wenigen noch verfügbaren Grundstücke in Langen mehr als 1140 Euro pro Quadratmeter! Sinnvolle Vorschläge, wie das Gelände in Eigenregie zu vermarkten oder es in Erbbaurecht zu bebauen, wurden leider verworfen. 2. Ein weiterer Supermarkt in der Bahnstraße ist überflüssig, weil dessen Wirkung als „Magnet“ für eine Innenstadtbelebung höchst umstritten ist. Durch den Markt mit Tiefgaragenparkplätzen werden vor allem autofahrende Kunden angezogen, was einer verkehrsberuhigten Innenstadt entgegenläuft. Das Argument, mehr Verkaufsfläche in Langen anzubieten, um den Egelsbacher Märkten Kunden abzujagen, ist obsolet. Statt Kirchturmpolitik muss es um regionale Vernetzung gehen. Mittlerweile bieten sogar Discounter einen Lebensmittelbringservice für alte/kranke Menschen an. Schön wäre eine verkleinerte Version wie der „grünen Zitadelle“ in Magdeburg gewesen (Architekt: F. Hundertwasser) mit Innenhof, Biomarkt, Café usw. Lebensqualität statt Konformität, Kreativität statt architektonischem Einheitsbrei.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre war goldrichtig:

Voranbringen der Digitalisierung und von WLAN-Hotspots in Langen.

Und zwar, weil ...

die Entwicklung dieser Thematik auch für unsere Stadtverwaltung wichtig ist, da sie durch das Onlinezugangsgesetz vom August 2017 (Umsetzung bis spätestens 2022) verpflichtend wird. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Einladung des Geschäftsführers von Digitalstadt Darmstadt im vergangenen Herbst – auf meine Anregung so von den Stadtverordneten beschlossen –, der interessierten Bürgern, Politikern und Verwaltungsfachleuten im Langener Rathaus von den Digitalisierungs-Erfahrungen in Darmstadt berichtete.

Bereits am 21. Oktober 2017 habe ich einen Prüfantrag zur Teilnahme am Programm WiFi4EU der Europäischen Kommission im Ausschuss auf den Weg gebracht. Dabei ging es um EU-Fördermittel für frei zugängliche WLAN-Hotspots. Bei der Verlosung hatte Langen leider kein Glück, aber bei der sich daran anschließenden Aktion der „digitalen Dorflinde“ kam Langen dann zum Zuge. Mit meinem Vorstoß habe ich den Wunsch Jugendlicher nach frei zugänglichen Internet-Hotspots aufgegriffen.

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