Von heute an wird gekreiselt

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Heute werden die Absperrungen entfernt: Der Kreisel an der Mörfelder ist fertig.

Langen - Es ist nicht das Ende der Verkehrsbehinderungen für die Bewohner von Linden und Oberlinden, aber mit Sicherheit eine große Erleichterung: Im Laufe des heutigen Tages wird der neue Kreisverkehr an Mörfelder Landstraße und Berliner Allee freigegeben. Von Markus Schaible

Und um 18 Uhr nimmt Bürgermeister Frieder Gebhardt einen besonderen Blickfang in dessen Mitte in Betrieb: Eine Leuchtgabione, gefertigt von der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH – zwei Quader aus Drahtgitter gefüllt mit Glasstücken, jeweils knapp zwei Meter hoch, die im Dunkeln durch Leuchtdioden in wechselnd farbiges Licht getaucht werden. Zwischen ihnen prangt aus Metall der leuchtende Schriftzug Langen. RheinMain.

Allerdings wird es durch die Großbaustelle weiter Umleitungen und Einschränkungen geben. Von der Berliner Allee kann noch nicht in den Kreisel eingefahren werden – ab Forstring werden Fahrbahn, Geh- und Radweg erneuert. Der Bus kann die Haltestellen an Mörfelder Landstraße und Berliner Allee (vor der Apotheke) wieder bedienen. Die Haltestelle an der Wilhelm-Burk-Straße bleibt weiterhin bestehen. Nach diesem Bauabschnitt wird die Kreuzung zwischen Forstring und Berliner Allee noch mal für etwa vier Wochen komplett gesperrt. Dann wird die Fahrbahn im Forstring erneuert und die Kreuzung erhält zur Verdeutlichung der Rechts-vor-links-Regelung rotes Pflaster.

Das wäre im Prinzip alles gewesen, was gestern bei der Pressekonferenz des Magistrats verkündet werden sollte. Doch nach den Vorwürfen und Fragen, die beim Rundgang der FWG-NEV am Sonntag aufgeworfen wurden, gab es noch etliches mehr zu sagen. Denn im Rathaus ist man – gelinde gesagt – stinksauer auf die Freien Wähler. Zum einen hätten diese die Antworten schon vor dem Termin im Magistrat erhalten, zum anderen wäre es hilfreich gewesen, einfach mal in die Pläne zu schauen, so der Tenor. So werde das Linksabbiegen aus der Dieselstraße nicht schwieriger, sondern dank eines Einfädelstreifens sogar erheblich leichter. „Das ist kein verantwortungsvolles Denken und Handeln“, wirft Bürgermeister Frieder Gebhardt der FWG vor.

Landeszuschuss von 860.000 Euro

Und den Vorwurf des Vorsitzenden Heinz-Georg Sehring, dass in Langen Baumaßnahmen sehr oft 20 bis 25 Prozent teurer würden, weist Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider nicht nur zurück, er kommentiert ihn auch mit den Worten: „Das sagt also der Personalratsvorsitzende der Kommunalen Betriebe. Wie der mit seinen Kollegen umgeht ...“ Denn federführend bei Baumaßnahmen sind in Langen die Kommunalen Betriebe. Schneider weiter: „Wir werden den Kostenrahmen von 2,5 Millionen und den Zeitplan einhalten.“ Lediglich die Eröffnung des Kreisels habe sich verzögert, da durch den vielen Regen die oberste Fahrbahnschicht nicht habe aufgetragen werden können.

Carsten Weise, der zuständige Fachbereichsleiter, hat noch erheblich mehr zu sagen: „Zuerst einmal muss der Mythos verschwinden, wir würden das nur zur Verschönerung des Stadteingangs machen.“ Die Fahrbahn der Mörfelder Landstraße sei völlig marode gewesen, ebenso wie die Ampelanlagen. Die Stadtwerke wollten Versorgungsleitungen austauschen, das Regierungspräsidium habe Auflagen zur Lärmminderung gemacht, die Situation für Radfahrer (darunter viele Schüler) sei sehr kritisch gewesen. All dies werde durch die Umgestaltung mit zwei Kreiseln erreicht oder verbessert – und nur für dieses Gesamtpaket gebe es einen Landeszuschuss von 860.000 Euro. Genau deshalb könne über den zweiten Kreisverkehr auch gar nicht mehr diskutiert werden, so Weise, zumal die neue Gestaltung der Mörfelder Landstraße gar keine Ampelkreuzung zulasse.

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