Zahl der Straftaten weiter rückläufig

Kriminalstatistik 2017: Langen bleibt ein sicheres Pflaster

Langen - Sicherheitsempfinden ist eine Kategorie, die sich in Zahlen gar nicht darstellen lässt – die subjektive Wahrnehmung der Menschen schiebt dem einen Riegel vor. Gleichwohl dokumentiert die Polizei ihre Arbeit und führt Statistiken. Von Holger Borchard

Die nüchternen Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2017 sprechen eine eindeutige Sprache: Langen ist ein ruhiges Pflaster, die Zahl der Straftaten geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Grausame Morde, Gewalt, Raub und andere Verbrechen aus dem gesamten Bundesgebiet finden Tag für Tag Eingang in die Berichterstattung der Medien. Das lässt einem mitunter schon die Haare zu Berge stehen – das Thema (gefühlte) Sicherheit hat nicht umsonst im Bundestagswahlkampf hohe Wellen geschlagen. Doch was davon lässt sich auf Langen übertragen? Zum Glück wenig bis nix – laut Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen ist die Zahl der Straftaten innerhalb der Stadtgrenzen seit Jahren rückläufig.

Insgesamt 1 521 Delikte listet die Statistik für das vergangene Jahr auf, 2016 waren 1 772 registriert worden. „Der Rückgang der registrierten Straftaten ist Fakt und er ist überaus erfreulich“, kommentiert Detlef Krüger. Der stellvertretende Leiter der Polizeistation Langen interpretiert die seit mehreren Jahren rückläufigen Quoten nicht zuletzt als Früchte der tagtäglichen Präventions- und Kontrollbemühungen der Polizeibeamten vor Ort.

„Langen als Kriminalitätshochburg zu bezeichnen, ist schlicht absurd“, schiebt Krüger nach. De facto zähle die 37.500-Einwohner-Stadt mit ihrer Kriminalitätsrate zu den ruhigen Kommunen des Kreises Offenbach. „Es gibt hier keine Brennpunkte, aber selbstverständlich haben wir Schwerpunkte der Kontrollen, wie etwa den Bahnhof und sein Umfeld“, betont Krüger. „Und wir werden auch weiterhin starke Präsenz zeigen und Kontrollen durchführen, um den Langenern größtmögliche Sicherheit zu bieten.“ Abermals verbessert habe sich die Aufklärungsquote: „64,7 Prozent der erfassten kriminellen Handlungen konnten aufgeklärt werden“, so Krüger. Anno 2016 war dies zu 58,9 Prozent der Fall. „Aktuell haben wir hier in Langen die höchste Aufklärungsquote seit elf Jahren erreicht“, betont Krüger.

Laut Statistik 2017 fielen die meisten Vergehen in Langen in die Kategorie Diebstahl. 531 Mal gab es Ärger wegen der „Aneignung fremder Sachen“ (2016: 638), in 303 Fällen sogar unter „erschwerenden Umständen“. Hierzu zählten Wohnungseinbrüche (51 Delikte) oder Diebstahl von Gegenständen aus Autos (33).

In 233 Fällen kamen die Ordnungshüter Betrügereien auf die Schliche – gemeldet wurden insgesamt 269 Betrugsfälle (2016: 326). „Die Aufklärungsquote lag bei circa 93 Prozent“, betont Krüger. Wegen Körperverletzung war die Polizei 123 Mal im Einsatz (2016: 133); knapp 93 Prozent der Tatverdächtigen wurden gefasst. Mit Rauschgiftdelikten hatten es die Beamten 158-mal zu tun (2016: 178). In etwa 92 Prozent der Fälle gingen die Täter ins Netz. So geschehen zum Beispiel im Oktober 2017, als eine Streife bei einer Verkehrskontrolle 500 Gramm Marihuana in einem Fahrzeug auf der Bundesstraße zwischen Langen und Egelsbach sicherstellte.

Leicht zugenommen haben die Ladendiebstähle (2017: 49, 2016: 44) und die Sachbeschädigungen an Fahrzeugen (2017: 106, 2016: 86). Auch die Straftaten gegen die „sexuelle Selbstbestimmung“ – dazu gehören Belästigung oder Nötigung (2017: 20, 2016: 17) – und leichte Körperverletzungen (2017: 92, 2016: 88) sind geringfügig gestiegen.

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In 78 Prozent der Fälle handelte es sich bei den Tätern um Erwachsene. 12,8 Prozent gingen auf das Konto Heranwachsender von 18 bis 21 Jahren, Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie Kinder unter 14 haben 9,2 Prozent der Straftaten auf dem Kerbholz. Morde – in der Statistik als „Straftaten gegen das Leben“ geführt – gab es voriges Jahr glücklicherweise keine in Langen.

Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt die „insgesamt positive Entwicklung“ und lobt die Erfolge der Ordnungshüter. „Das sind erfreuliche Nachrichten für unsere Stadt und ein Beleg für die hervorragende Präventions- und Ermittlungsarbeit der Polizei“, urteilt der Rathauschef. Besonders beachtlich findet Gebhardt die Aufklärungsquote und die sinkende Zahl der Straftaten im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum in Langen. „Mehr Menschen, aber weniger Straftaten: Das spiegelt die Qualität der Polizeiarbeit wider“, fasst er zusammen. „Die Dienststelle mit ihrer zentralen Lage am Rathaus ist ein Glücksfall für unsere Stadt.“ Die Kriminalitätsstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen, die „Grüne Broschüre“, lässt sich als PDF-Dokument herunterladen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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