Kriminalstatistik für Langen

Schwer durchschaubare Beutezüge

Langen - Wieder mehr Diebstähle, dafür weniger Betrugsfälle und eine rückläufige Aufklärungsquote – das sind die markanten Eckpfeiler, die der Langener Kriminalstatistik für 2015 zu entnehmen sind.

Generell hat die Polizei im vergangenen Jahr 1876 Kriminalfälle registriert, das sind im Schnitt gut fünf am Tag. Damit liegt Langen im Kreis Offenbach im Mittelfeld. Was die Anzahl der erfassten Delikte angeht, ist die Stadt nach den Worten von Polizeichef Michael Köllisch auf einem guten Niveau: „1876 Fälle – das sind die wenigsten seit 2009.“ Allerdings ließ die Aufklärungsquote 2015 zu wünschen übrig. Während sie 2014 mit 60,2 Prozent relativ hoch ausfiel, kommt die Polizei in der neuesten Statistik nur auf 52,3 Prozent. Das erklärt sich nach den Worten von Köllisch daraus, dass den Beamten im Jahr zuvor Täter ins Netz gingen, denen zum Beispiel etliche Wohnungseinbrüche (45 Prozent) und Autoaufbrüche (54 Prozent) zugeordnet werden konnten. 2015 dümpelt die Aufklärungsquote in diesen beiden Bereichen dagegen bei 16 beziehungsweise 13 Prozent.

Aber der Reihe nach: Verschont blieb die Stadt 2015 von Gewaltverbrechen mit Todesfolge. Allerdings verzeichnet die Statistik acht Sexualstraftaten (2014: 13) und einen moderaten Anstieg bei sogenannten Rohheitsdelikten wie Raub und Körperverletzung (von 172 auf 187 Fälle). Die Aufklärungsquote ist bei diesen schweren Straftaten relativ hoch.

Dagegen handeln Einbrecher und Diebe oftmals in unbeobachteten Momenten, entsprechend schwierig gestalten sich die Ermittlungen. Seit vier Jahren steigt in Langen die Zahl „schwerer Diebstähle“ – dazu zählen zum Beispiel alle Delikte, bei denen Langfinger ihre Beute durch Einbruch oder Schlösserknacken machen. Für 2015 verzeichnete die Polizei mehr Wohnungseinbrüche (von 70 auf 81), vor allem tagsüber, aber weniger Einbrüche in Betriebe (von 33 auf 24). Autoknacker waren 61 mal (2014: 48) unterwegs, in weiteren 36 Fällen (2014: 42) waren die Autos selbst die Beute. Ein Dorn im Auge sind Köllisch in der Statistik 2015 vor allem die Fahrraddiebstähle. Die Fälle stiegen von 182 auf 232 Fälle, in gerade einmal fünf davon wurden Täter dingfest gemacht. „Das ist natürlich kein guter Wert“, so der Polizeichef. Seine Wache habe darauf bereits reagiert, indem am Bahnhof Plakate aufgestellt wurden, die dazu auffordern, das eigene Rad gut zu sichern. „Außerdem haben wir Hausverwaltungen sensibilisiert, denn viele Räder verschwinden aus den Fahrradkellern von Mehrfamilienhäusern.“ Am 2. April soll ferner eine Aufklärungsaktion von Polizei und ADFC auf dem Altstadtmarkt steigen.

Erfreulich: Zurückgegangen sind 2015 die Vermögens- und Fälschungsdelikte – von 486 auf 382 Fälle. Sämtliche Betrugsmaschen sind rückläufig, mit Ausnahme vom Missbrauch mit gestohlenen Kredit- und Debitkarten. Ferner sind in der Statistik zwölf (2014: 15) Brandstiftungen, 165 Fälle (2014: 198) von Sachbeschädigung und 181 (2014: 193) Rauschgiftdelikte erfasst.

Im Kreis steht Langen mit dieser Bilanz im Mittelfeld. Um die unterschiedlich großen Kommunen miteinander vergleichbar zu machen, arbeitet die Kriminalstatistik mit der sogenannten Häufigkeitszahl, die die Straftaten auf 100.000 Einwohner hochrechnet. So weist Langen eine Häufigkeitszahl von 5203 (2014: 5568) auf, der Durchschnitt liegt im Kreis bei 4987 (2014: 4794). Auch die Aufklärungsquote im Kreis ist etwas höher (54,6 Prozent) als in Langen. Mittelmäßig schneidet die Sterzbachstadt schließlich im Vergleich mit ihren Nachbarn der gleichen Größenordnung ab: Dreieich weist eine Häufigkeitszahl von 4551 Straftaten auf, Neu-Isenburg liegt bei 7248 Verbrechen auf 100.000 Einwohner. „Sicherste“ Kreiskommune ist Mainhausen (Häufigkeitszahl: 2813), am anderen Ende der Skala finden sich Hanau (8842) und die Stadt Offenbach (10.620). (cor)

Bilder: Zehn kuriose Kriminalfälle 2015 in Hessen

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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