Corona-Krise verstärkt Frust und Konsum

Juz Langen startet neue Initiative zur Drogenprävention

Mit diesem Gefährt, dem „Cannabus“, sind Julia Pöhler und Andreas Rehwald vom Team des Jugendzentrums ab sofort im Nordend unterwegs. Ihre Mission: Jugendliche, aber auch ihre Eltern über die Gefahren des Cannabis-Konsums aufklären.
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Mit diesem Gefährt, dem „Cannabus“, sind Julia Pöhler und Andreas Rehwald vom Team des Jugendzentrums ab sofort im Nordend unterwegs. Ihre Mission: Jugendliche, aber auch ihre Eltern über die Gefahren des Cannabis-Konsums aufklären.

So gut wie keine Freunde treffen, zu Hause lernen, keine Partys und vielleicht sogar noch eine Ausgangssperre – die Corona-Krise hat gravierende Auswirkungen auf die Lebenssituation vieler Kinder und Jugendlicher. Bei vielen steigt die Frustration durch die anhaltenden Einschränkungen und das sorgt dafür, dass manche vermehrt zu Drogen greifen. Das Juz Langen will dagegen angehen.

Langen – Das Team des Jugendzentrums (Juz) hat in Kooperation mit dem Suchthilfezentrum Wildhof eine neue Initiative zur Suchtprävention gestartet: den Cannabus. Vor allem wer im Langener Nordend wohnt oder dort regelmäßig unterwegs ist, riecht nicht selten Cannabis und sieht Menschen unterschiedlicher Altersgruppen beim „Gras“ rauchen. Bislang waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Juz dort jeden Mittwoch von 17 bis circa 19 Uhr mit einem Bollerwagen auf Spielplätzen im Stadtteil, auf dem Platz der Deutschen Einheit und am Bahnhof unterwegs. Bei einer Tasse Tee kamen sie mit dem Nachwuchs ins Gespräch und sind bei einem Großteil der im Nordend lebenden Kinder und Jugendlichen als Ansprechpartner bekannt und gerne gesehen. Diese Präsenz wollen sie nun zur Drogenaufklärung nutzen.

Denn in der Corona-Krise hat sich einiges verändert. Jugendliche waren lange Zeit nicht in der Schule und Schulabgänger stehen teilweise ohne Abschluss und ohne einen Ausbildungsplatz da. „Wir treffen oft Jugendliche, deren Alltag vom Kiffen stark geprägt ist“, sagt Julia Pöhler vom Team des Juz. „Die einen rauchen ab und zu, die anderen fangen morgens an und andere wiederum befinden sich in kritischen Phasen, in welchen der Konsum immer häufiger und alltagsbegleitend wird.“

Im Rahmen des Projekts „Jugend stärken im Quartier“, kurz (JUSTiQ), wollen die Pädagoginnen und Pädagogen nun noch besser auf die jungen Menschen zugehen. Dabei sind sie nicht mehr mit dem Bollerwagen mit Tee unterwegs, sondern mit dem sogenannten „Cannabus“. Eingedeckt mit ansprechendem Präventions- und Informationsmaterial informieren die Mitarbeiter dabei wöchentlich – wiederum mittwochs am frühen Abend – mit dem auffälligen Gefährt.

Am morgigen Mittwoch geht’s los: Dann geht die verantwortliche JUSTiQ-Mitarbeiterin Julia Pöhler erstmals mit dem Cannabus auf Tour durch das Nordend. Am 20. Januar wird sie dabei begleitet von Mitarbeitern des Suchthilfezentrums Wildhof. Dabei werden laut Stadt alle geltenden Corona-Regeln streng eingehalten. Aufklärung, Prävention und das Reflektieren des eigenen Konsums sind dabei oberste Ziele. Die Pädagoginnen und Pädagogen wollen aber nicht nur mit Cannabis-Konsumenten ins Gespräch kommen, sondern auch mit Passanten über das Thema reden.  (jrd)

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