Kühles Finale mit erfreulich viel Publikum

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Elena Keller und Roland Olschok (rechts) sind das Duo In Tact, das mit weiterer Unterstützung den Zuhörern vor dem Eiscafé „Isola Del Gelato“ den unterkühlten Sommerabend musikalisch erwärmte.

Langen - Die meisten Zuhörer haben die frische Herbstbrise unter den Bäumen des „Isola del Gelato“ längst vergessen, als Elena Keller ihre Version von Linkin Parks „Shadow of the day“ anstimmt. Von Nico Wagner

Die Sängerin und Gitarrist Roland Olschok alias In Tact spielen am Eiscafé in der Romorantin-Anlage unter einem orange erleuchteten Zelt, Lichterketten sind zwischen Bäumen und Buschwerk gespannt. „Die Stimmung ist richtig gemütlich“, sagt Susanne Dittloff, die mit ihrem Mann der Musik lauscht. „Trotzdem wollen wir später nochmal rüber ins Jumes, denn da ist es doch einen Tick wärmer. “

Das Konzert ist eines von sieben Platzkonzerten der Lange(n) Meile, die nach mehreren – mehr oder minder verregneten – Musikwochenenden das Finale von Langens „Kleiner Stadtmusik“ bildet. Alles in allem zieht sich die Konzertmeile vom Vierröhrenbrunnen, wo in Patenschaft des Restaurants „Haferkasten“ die Langener Band Acoustic Inside aufspielt, über den Lutherplatz bis zum Eiscafé Venezia in der Bahnstraße, wo Tiger Tango, eine neu formierte Gruppe Langener Künstler, das Publikum mit Musik von Johnny Cash bis U 2 bedient.

„Wir wollen ja große Vielfalt bieten“

Jede Band und jedes Umfeld schaffen ihre eigene Atmosphäre – und das ist ganz im Sinne von Mit-Organisator Christian Staubach vom städtischen Fachdienst Kultur und Sport: „Wir wollen ja große Vielfalt bieten.“ Eine Gemeinsamkeit weisen die Auftritte freilich mindestens auf: Es wird unplugged, also ohne elektronische Verstärkung gespielt.

Mitunter treten an einem Platz mehrere Interpreten auf. So etwa am Lutherplatz, vor dem Eiscafé La Dolce Vita, der Revier von Bands des Jugendzentrums ist. Und ein paar Meter nebenan im Café Beans gibt es mit den Mintcakes und Sun4Jam ebenfalls doppelte Live-Unterhaltung. An der Post, neben dem Eiscafé „Oasi“, spielt Gitarrist Harry Hamburger, im „Jumes“ ist Weltenbummler Kenneth Minor zu erleben. Ungefähr 80 Zuschauer sind rund um die jeweiligen Bühnen versammelt.

Langener Künstler bilden die Formation Tiger Tango, die am Eiscafe Venezia aufspielte.

Ein wenig mehr dürften es vor dem „Isola del Gelato“ sein. Dort fängt die starke Stimme von Elena Keller förmlich „Laufkundschaft“ ein. In einer Pause erzählt Keller: „Du bekommst während des Auftritts richtig mit, wie die Leute stehen bleiben und mitmachen – das macht richtig Spaß.“ Sie und Roland Olschok sind am Samstagabend zum dritten Mal auf der Lange(n) Meile zu Gast. Die Konzertnische vor dem Eiscafé gefällt Keller dabei am besten. „Die Atmosphäre hier ist besonders schön“, schwärmt sie.

Hergerichtet haben den kleinen Platz die Betreiber des Eiscafés um Angelo Panaro. Der freut sich nicht minder über die zahlreichen Besucher: „Wir können durch das viele Grün hier natürlich eine besonders schöne Ecke bieten“ – das sei garantiert kein Nachteil. „Wir überlegen, für nächsten Sommer mal selbst das eine oder andere Konzert auf die Beine zu stellen“, verrät Panaro.

Die Neuauflage 2012 kann Christian Staubach noch nicht versprechen

Gegen 23 Uhr haben sich die Zuhörer an der doch sehr frischen Luft wieder verlaufen, die Musik ist verstummt. Doch in den Bars und Cafés geht die Feier noch bis in die Nacht weiter. Christian Staubach resümiert zufrieden: „Der Abend ist super geworden. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es den schwachen Temperaturen zum Trotz so viele Besucher werden.“ Die Neuauflage 2012 kann er noch nicht versprechen, aber: „Geplant ist die Lange(n) Meile zumindest auch fürs nächste Jahr.“

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