Unerschöpflicher Ideenquell

Kultureller Förderpreis geht an Künstlergruppe Art People

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18 kreative Köpfe – zwölf Damen und sechs Herren – bilden aktuell die mit dem Kulturellen Förderpreis der Stadt ausgezeichneten Art People, nämlich (von links): Mirela Schip, Solly Guigui, Gareth Tynan, Brigitte Grausam-Tynan, Gabriele Teichmann-Reimer, Andrea Penndorf, Katja Jaehnert, Martina Retzdorff, Norbert Ottawa, Irma Stella Velasco Serrano, Anette und Moritz Bartke, Ingeborg Schneidereit, Susanne Link, Antje Schmitt, Claudia Knöchel, Herbert Richtarsky und Vinzent Anthes.

Langen - Man muss sich geradezu anstrengen, um ihre Werke im Stadtbild zu übersehen: Die Art People bereichern Langens öffentlichen Raum an allen Ecken und Enden um beeindruckende Wandgemälde, textile Farbtupfer in Grünanlagen, pfiffig bemalte Stromverteilerkästen oder Straßenkunst auf Festen. Von Holger Borchard 

Nun erhält die Künstlergruppe den Kulturellen Förderpreis der Stadt. Zwölf Frauen und sechs Männer aus drei Generationen mit Wurzeln in sieben Nationen, den unterschiedlichsten Lebensläufen und -entwürfen eint die Liebe zur Kunst – und das Händchen dafür. Seit der Geburtsstunde im März 2011, treffen die kreativen Köpfe sich regelmäßig zum Austausch im Pavillon vor der Ludwig-Erk-Schule an der Bahnstraße. Die 13 Gründungsmitglieder inspirierten, motivierten, forderten und unterstützen sich gegenseitig in ihrem Schaffen und fanden schnell weitere Gleichgesinnte. Besonders die Förderung junger Künstler lag ihnen dabei von Beginn an am Herzen. Ihr Ideenfundus scheint schier unerschöpflich und kreist immer wieder um die Liebe zur Heimatstadt Langen. Bilder, Fotografien, Kataloge, Webauftritte, Lichtinstallationen, Skulpturen, beeindruckende Wandgemälde, Textilien, Postkarten, Malblöcke und sogar kunstvoll gestaltete Apfelweingläser zeugen davon.

In ihren Einzel- und Gruppenausstellungen setzen die Künstler, die sich selbst als bunter Haufen bezeichnen, stets auf den Dialog mit dem Publikum und stehen Rede und Antwort zu ihren Werken. „Gerade diese Offenheit macht die Art People zu einem Kristallisationspunkt der Langener Kunstszene, zu der sie selbst gehören und zu deren Entwicklung sie über Jahre maßgeblich beigetragen haben“, betont Bürgermeister Frieder Gebhardt als Vorsitzender der Kulturpreis-Jury. Bei den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen wie der „Art Promenade“ beim Langener Markt oder dem „Art Brunch“ in der Stadthalle trage die sympathische und bodenständige Art der Künstler stets zu entspannter Atmosphäre und Erfolg beim Publikum bei. Die Musikschule, das Alte Rathaus, das Zentrum für Jung und Alt, die Schererhalle, das ehemalige UT-Kino sowie Galerien, kleinere Geschäfte und sogar Supermärkte haben die Künstler schon zur Bühne ihres kreativen Schaffens gemacht.

„Die Art People sind mit ihren individuellen Arbeiten, mit ihrem respektvollen Miteinander und ihrem Engagement für die Kunst ein geschätzter und beachteter Faktor im kulturellen Leben der Stadt geworden“, begründet die Jury unter anderem ihre Wahl unter mehreren Kulturpreiskandidaten. Besonders hervorzuheben sei auch das soziale Engagement und gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein der Gruppe, sei es in Form einer Versteigerung von Kunstwerken zugunsten einer an Leukämie erkrankten jungen Langenerin oder beim Spendensammeln für die Opfer von Naturkatastrophen.

Archivbilder

Im Museum der zerbrochenen Herzen

Offiziell in Empfang nehmen werden die Art People den Kulturellen Förderpreis am Samstag, 10. Dezember, in der Stadthalle. Dass es ein „Titel ohne Mittel“ ist, sprich die Auszeichnung inzwischen nicht mehr mit einem Preisgeld dotiert ist, sei kein Wermutstropfen, ist zum Beispiel Solly Guigui überzeugt. „Die Anerkennung ist mehr wert als Geld oder Medaillen. Und wirklich wertvoll ist doch die Unterstützung, die die Stadt uns immer wieder für unsere Veranstaltungen zukommen lässt.“

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