Grüne noch deutlich besser als im Landesdurchschnitt

Bis zu 23,9 Prozent für die AfD

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Langen - Die CDU etwas, die SPD deutlich schlechter als landesweit, die Grünen dafür deutlich besser – so sieht das Langener Ergebnis der Hessenwahl aus. Die AfD liegt etwas unter dem Landesergebnis, holt aber in einigen Bereichen über 20 Prozent und kann sogar einen Wahlbezirk gewinnen. Von Markus Schaible 

Die Langener Wähler hätten schwarz-grün eine deutlichere Mehrheit gegönnt: Zwar bleibt die CDU mit 25,5 eineinhalb Prozent unter dem Landesergebnis, dafür liegen die Grünen deutlich darüber: 24 Prozent bedeuten 4,2 mehr als im Land. Die SPD ist in Langen mit 16,4 Prozent noch schlechter als im Land, muss aber im Vergleich zur Wahl 2013 „nur“ einen Rückgang von 9,6 Prozent verkraften; bei der CDU geht die Zahl der Stimmen um satte 12,6 Prozent zurück. Die Grünen legen mit 9,9 Prozent überdurchschnittlich zu (Land: 8,7). Im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 sieht der Vergleich der drei großen Parteien wie folgt aus: CDU minus 2,6, SPD minus 6,5, Grüne plus 7,0 Prozent. Linke und FDP legen sowohl gegenüber der Landtagswahl ’13 als auch gegenüber der Kommunalwahl jeweils leicht zu.

Zwar sind die Grünen hinter der CDU nur die zweite Kraft in Langen, allerdings können sie einen anderen Erfolg für sich verbuchen: Sie holen den Sieg in 13 Wahllokalen, die CDU nur in zehn. Die Briefwahlbezirke sind in dieser Rechnung nicht beinhaltet, da sie nicht eindeutig räumlichen Bereichen zuzuordnen sind; alle fünf gehen an die Union. In einem Wahllokal (Kita Unterm Regenbogen, Leukertsweg) siegt die SPD, in weiteren zwei ist sie zumindest besser als die Union. In diesen drei Bezirken allerdings ist die AfD sehr stark, einen davon (Begegnungszentrum Haltestelle, Nordend) gewinnt sie sogar mit 22,7 Prozent. Noch mehr, nämlich 23,9 Prozent, holt die AfD im Seniorentreffpunkt Nordendstraße; liegt damit allerdings noch ein Prozent hinter der CDU. Die Grünen kommen dort nur auf 15,1 Prozent; ihr schlechtestes Einzelergebnis in Langen. Dafür können sie in der Kita Rappelkiste (Uhlandstraße) fast ein Drittel der Stimmen, nämlich 31,4 Prozent, auf sich vereinen. Die SPD schneidet am schlechtesten in der Kita Im Grünen (Weißdornweg, Oberlinden) ab, wo sie gerade mal 12,8 Prozent erhält. Ihr bestes Ergebnis haben die Genossen mit 22,2 Prozent in der von ihnen gewonnenen Kita Unterm Regenbogen.

Landtagswahl 2018: Ergebnisse aus Langen

Bei den Direktkandidaten hat in Langen Hartmut Honka (CDU) mit 26,7 Prozent zwar die Nase vorn, büßt aber gegenüber 2013 16,2 Prozent ein. Platz zwei geht an Katy Walter von den Grünen (22,2 Prozent), gefolgt von Andrea Gerlach (SPD, 18,5). Zwei Langener hatten sich ebenfalls für das Direktmandat im Westkreis beworben: Karl-Michael Kraus für die Freien Wähler und Heinz-Georg Sehring (NEV). Sehring hatte bei der Kommunalwahl noch das Kunststück geschafft, vom letzten Listenplatz in die Stadtverordnetenversammlung einzuziehen; dieses Mal aber kann der NEV-Vorsitzende kaum Langener für sich begeistern. Gerade mal 502 Stimmen bedeuten 3,1 Prozent, FW-Vorsitzender Kraus vereint 771 Stimmen (4,7 Prozent) auf sich. Dabei ist die NEV in der Stadtverordnetenversammlung deutlich stärker als die FW (unter dem Namen UWFB).

Noch ein kurzer Blick auf die Parteien, die in Langen unter der Fünf-Prozent-Hürde bleiben: Die FW landet bei 3,3 Prozent, die Tierschutzpartei bei 1,1; alle anderen liegen unter einem Prozent. BüSo bleibt mit einer einzigen Stimme gar bei 0,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 66,3 Prozent und damit unter dem Landesdurchschnitt (67,3), der Rückgang entspricht mit 5,9 Prozent genau dem hessenweiten Ergebnis.

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