Neubaugebiet Liebigstraße

1600 Wohnungen entstehen: Planung für Siedlung in Langen geht auf Zielgerade

Wo einst Gleisschwellen über die Gleise rollten, entsteht das Baugebiet Liebigstraße Süd. Die Kräne im Hintergrund rechts markieren die Großbaustelle Quartierszentrum am Fuße des Alpha-Hochhauses. 
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Wo einst Gleisschwellen über die Gleise rollten, entsteht das Baugebiet Liebigstraße Süd. Die Kräne im Hintergrund rechts markieren die Großbaustelle Quartierszentrum am Fuße des Alpha-Hochhauses. 

Der Bedarf an Wohnraum in Langen birgt ungeheure soziale Sprengkraft. Mehr als 3000 Menschen sollen etwa bald an der Liebigstraße wohnen. 

Langen – Wohnraum ganz oben auf die Prioritätenliste: An dieser Handlungsmaxime orientieren sich (nicht zuletzt wegen der Versäumnisse vergangener Jahrzehnte) inzwischen landauf, landab die Fachleute in den Rathäusern – so auch ein Carsten Weise, der stadtplanerisch in Langen die Fäden zieht. Das Ergebnis ist an Baukränen abzulesen; Langen ist auf den Wohnungsbauzug aufgesprungen – und wie .

Für das riesige Neubaugebiet im Bereich Liebigstraße legt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nun zwei weitere Bebauungspläne zur endgültigen Beschlussfassung vor – jene für die Abschnitte Nord und Süd. Die Pläne lagen öffentlich aus und sind unter Berücksichtigung diverser Einwände und Anregungen final feinjustiert worden. In den beplanten Bereichen, in bester Lage an zwei S-Bahn-Stationen und einem Regionalbahn-Halt, sollen knapp 1 600 Wohneinheiten für etwa 3 300 Einwohner entstehen. Bis zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee reicht das Gesamtgebiet, in dem Langen die Wachstumskarte spielt. Das 28 Hektar große Areal setzt in der Region Maßstäbe.

Wohnungen in Langen: Lärmschutz an Liebigstraße wird verschärft

Laut Erstem Stadtrat Stefan Löbig führte die Auslage der Bebauungspläne Liebigstraße Süd und Nord zu allerlei Anregungen der sogenannten Träger öffentlicher Belange wie Naturschutzbehörden, Nachbarstädte und Wasserverbände, aber auch von Privatpersonen und von Gewerbetreibenden. Ein wichtiger Festlegungsnachtrag: „Die drei existierenden Gewerbebetriebe am nördlichen Ende der Liebigstraße können sich darauf verlassen, wegen der Wohnbebauung nicht das Feld räumen zu müssen“, berichtet Löbig.

Weiteres Thema: verschärfter Lärmschutz. Für die Häuserreihe direkt hinter den Bahngleisen wird der Lärmschutz noch strikter gehandhabt. Das spiegelt sich beispielsweise in den Grundrissen der künftigen Wohnungen wider. Mindestens ein Aufenthaltsraum muss auf der lärmabgewandten Seite liegen. An den anderen muss zur Bahn hin zusätzlicher Schallschutz angebracht werden. Ferner gilt, dass die sogenannte Riegelbebauung an der Liebigstraße, die die dahinterliegende Wohnbebauung abschirmen soll, als erstes stehen muss. Den Ausschlag für diese strikteren Vorgaben gab der Umstand, dass die Neubaustrecke der Bahn zwischen Frankfurt und Mannheim offenbar noch längere Zeit auf sich warten lässt.

Neubaugebiet in Langen: Neue Wohnungen auf fünf Hektar Fläche

Der Bebauungsplan Liebigstraße Süd umfasst im Wesentlichen die gut fünf Hektar Fläche des Gleisschwellenwerks, das der Eigentümer geräumt und an das Wohnungsbauunternehmen Weisenburger (Rastatt) verkauft hat. Zum Norden – mit 18,5 Hektar das größte Gebiet innerhalb des Gesamtareals – zählen der ehemalige Bau- und Wertstoffhof der Kommunalen Betriebe, der an die Feuerwehr umgezogen ist, die Gewerbebetriebe und jede Menge Ackerland. Als Entwicklungsträger tätig ist dort die Firma Bonava (Fürstenwalde), die die Langener Terrassen an der Elisabeth-Selbert-Allee errichtet hat und neben Privatleuten und weiteren Investoren auch an der Liebigstraße Nord bauen will.

Sowohl dort als auch im Südteil vorgesehen ist ein Mix aus Geschosswohnungsbau, Punkt-, Reihen- und sogenannten Kettenhäusern, die immer mit einer Seite direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück stehen. Im Norden kommen Doppelhäuser hinzu. Entlang der Liebigstraße und südlich der Nordumgehung schützen (außer bei den vorhandenen Gewerbebetrieben) drei- bis viergeschossige Gebäude das Wohngebiet vor Verkehrslärm von der Straße und der Schiene. Vor Lärm schützen sollen überdies Elemente zwischen den Häusern.

Langen: Wohnungen mit Anschluss an Bahnhof, Kita und Grundschule

Ebenfalls Geschosswohnungsbau und sechs gestaffelt angeordnete Punkthäuser (drei bis fünf Stockwerke plus Staffelgeschoss) sieht das Konzept für den südöstlichen Abschluss des Areals vor. Dort soll eine Erschließungsstraße in einen neuen Kreisverkehr auf der Hans-Kreiling-Allee münden und die reibungslose Zufahrt zur Nordumgehung gewährleisten. Im Norden wird die erste Häuserreihe nicht direkt an die Umgehungsstraße heranrücken. Als Puffer soll dort ein 30 bis 40 Meter breiter Bürgerpark fungieren. Im Nordosten des Grüngürtels soll eine Kindertagesstätte entstehen, eine weitere und obendrein eine Grundschule auf dem ehemaligen Bauhof-Gelände.

Die Bebauungspläne Liebigstraße Nord und Süd gehen zunächst zur Beratung in den Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr, der am Mittwoch, 20. November (Rathaus 20 Uhr), tagt. Die Beschlussfassung erfolgt in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Dezember (Rathaus, 20 Uhr).

VON HOLGER BORCHARD

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