Coronazeit

Seniorenhilfe Langen: Abwägen, was sinnvoll und möglich ist

Lenken die Geschicke der rund 1 400 Mitglieder starken Seniorenhilfe: der Kernvorstand, bestehend aus (von links) Gerlinde Krumm, Rolf Volkmann und Elke Dürr.
+
Lenken die Geschicke der rund 1 400 Mitglieder starken Seniorenhilfe: der Kernvorstand, bestehend aus (von links) Gerlinde Krumm, Rolf Volkmann und Elke Dürr.

Ihre Klientel gehört zur Risikogruppe, viele Aktivitäten musste und muss die Seniorenhilfe Langen während der Pandemie deshalb auf Eis legen. Dennoch lässt der Verein – mit knapp 1 400 Mitgliedern immerhin einer der größten der Stadt – die Senioren nicht im Stich.

Langen- Wie die Seniorenhilfe in der Coronazeit weiter Hilfe anbietet und welche Pläne sie aktuell schmiedet, verraten die drei gleichberechtigten Vorstandsmitglieder Gerlinde Krumm, Rolf Volkmann und Elke Dürr im Kurzinterview.

Wie lief die Coronazeit bisher für die Seniorenhilfe?

Fast fünf Monate sind wir jetzt im Corona-Modus und immer wieder damit beschäftigt, was möglich, erlaubt, sinnvoll und vernünftig ist. Wir fragen uns auch, welche Alternativen es gibt. Wir mussten als Vorstandsteam Entscheidungen treffen, die nicht immer bei allen gut angekommen sind. Aber die Verantwortung gegenüber unseren ehrenamtlichen Aktiven, Gruppenleitern und Mitgliedern und die Sicherheit hatten höchste Priorität.

Betrifft das auch die beliebte Nachbarschaftshilfe? Konnte die überhaupt aufrechterhalten werden?

Die Vermittlung von Unterstützung im Bereich Nachbarschaftshilfe ist nach wie vor schwierig. Denn auch unsere Hilfegeber gehören fast ausnahmslos zu Risikogruppen. Und viele Hilfen sind mit Maske und Abstand nicht möglich oder machen keinen Sinn, weshalb wir sie nur sehr eingeschränkt anbieten können. Außerdem muss jeder Hilfegeber für sich persönlich entscheiden, ob er oder sie ein immer bestehendes Restrisiko, das beim Treffen mit anderen auch unter Berücksichtigung von Regeln da ist, eingehen möchte. Wir sind aber dankbar, dass wir viele Mitglieder haben, die oft aufgrund langjähriger persönlicher Verbindungen einen Weg gefunden haben, die bestehenden Kontakte in unterschiedlicher Form weiter aufrecht zu erhalten.

Ist nun schon ein Stückchen Normalität zurückgekehrt?

Ja, in einigen Bereichen konnten und können wir wieder Aktivitäten anbieten: So trifft sich die Radlergruppe wieder zu kleineren Ausflügen und auch die Nordic-Walker starten wie gewohnt. Die Wandergruppe hat mit verschiedenen Wanderführern bereits kleinere und größere Touren unternommen, und es ist noch mehr in Planung. Unsere Strickerinnen treffen sich zum „Stricken unterm Apfelbaum“ im ZenJA-Garten oder bei schlechtem Wetter im SHL-Treff. Das lässt sich unter Einhaltung der Hygienerichtlinien super machen. Bei manchen Angeboten sind wir aber auch kreativ geworden...

Inwiefern das?

Die Mitglieder, die bisher am Gedächtnistraining teilgenommen haben, erhalten per Post eine Gedächtnis-Depesche mit immer neuen Aufgaben und natürlich auch mit den zugehörigen Lösungen. Es ist für uns aber wichtig, gerade das Gedächtnistraining wieder als Kurs anbieten zu können. Geplant haben wir den Neustart für Oktober. Die Stadt unterstützt uns dabei und stellt uns den Treff Nord zur Verfügung, da der SHL-Treff zu klein ist. Und der PC-Club hält mit seinen Mitgliedern über Video-Konferenzen Kontakt. Natürlich vermissen viele auch in dieser Gruppe das persönliche Gespräch, aber technisch unterstützt wurde hier eine gute Alternative gefunden. (Das Gespräch führte Julia Radgen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare