Lesescouts tragen DRK-Bewohnern Texte vor

Scheu vor Zuhörern im Handumdrehen abgelegt

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Der Frühling ist im DRK-Seniorenheim spätestens nach der Jubiläumslesung der Einstein-Schüler eingekehrt. Eine Abordnung der Lesescouts ist dort in regelmäßigen Abständen zu Gast.

Langen - Melodi, Ömer, Frohar, Julia, Jenny und Anna Lena sind alle alte Hasen, was das Lesen vor Publikum angeht. Sie sind zwischen 15 und 16 Jahre alt und gehören zu den Lesescouts der Albert-Einstein-Schule (AES).

„Seit fast sieben Jahren gestaltet ein Teil unserer Lesescouts im DRK-Seniorenheim einen Vorlesenachmittag“, sagt Lehrerin Christine Erzberger. Nun feierten Vortragende und Bewohner mit der 25. Lesung ein kleines Jubiläum.

2009 war der Zuhörerkreis noch sehr begrenzt, mittlerweile nehmen im Schnitt 20 Personen teil, zuletzt waren es nahezu 30. Die Texte haben stets saisonalen Bezug – diesmal lautet das Motto „Frühling“. Die Heranwachsenden lesen Gedichte und Geschichten vor und sie geben stets ein Rätsel auf. Zudem unterhält Melodi die Zuhörer am Klavier. „Die Lesescouts sind genau mein Ding“, sagt Leiterin Erzberger. Die Begeisterung überträgt sich auf die Schüler, die nicht nur im Seniorenheim, sondern auch in Kitas oder beim Frühjahrsspaziergang der Fünftklässler vorlesen. „Momentan haben wir 45 Lesescouts im Alter von zwölf bis 17 Jahren“, sagt Erzberger. Geübt wird bei regelmäßigen Treffen in der Bücherei.

Die Früchte dieses „Trainings“ tragen die Schüler nun vor den Senioren vor. In der Pause verteilen sie Schokolade und Tulpen. „Beide – Bewohner und Schüler – profitieren von dieser Aktion“, berichtet Erzberger. „Wir möchten den Leuten nicht nur eine Freude machen, sondern sie auch anregen, sich zu erinnern.“ Oft bekommen die Schüler Lob – „viele sagen zu uns: ,Sie glauben gar nicht, welche Freude Sie mir gemacht haben‘“, gibt die Leiterin wieder. Die Mädchen und Jungen haben etwas davon, weil sie merken, dass sie gut ankommen, ihre Scheu verlieren und an Selbstwertgefühl gewinnen. Das beobachtet Christine Erzberger oft.

Julia liest an diesem Tag bereits zum sechsten Mal vor. „Es macht mir einfach viel Freude“, sagt sie. Auch Frohar ist schon routiniert: „Ich liebe es vorzulesen“, erzählt sie. Vorbereitungen für ihre Auftritte vor Publikum trifft sie nicht nur bei den Lesescout-Treffen, sondern auch Zuhause. Anna Lena macht schließlich mit, weil sie ältere Menschen sehr gerne glücklich macht. Außerdem sei es gut für den Abschluss, wenn man so etwas vorweisen könne.

Das nächste Mal aktiv werden den Lesescouts beim Literarischen Frühjahrsspaziergang der Fünftklässler am 26. April. Erstmals werden auch die jüngeren Schüler aus den Deutsch-Intensivklassen der Einstein-Schule dabei sein. Kontakt bei Fragen: ch.erzberger@gmx.de. (cor)

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