Kinderbetreuung

Asklepios Klinik: Neue Kita mit 161 Plätzen geplant

Kindergarten in Brandenburg
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Die Pläne für eine Kindertagesstätte an der Asklepios Klinik sind vorangeschritten

Weiterer bedeutender Schritt zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen in Langen: Die Pläne für eine Kindertagesstätte an der Asklepios Klinik sind mittlerweile so weit vorangeschritten, dass der Magistrat seine Zustimmung gegeben hat.

Langen – Nun werden die Stadtverordneten darüber zu beraten und beschließen haben. Das Projekt ist nur eines von mehreren, die die angespannte Situation mit langen Voranmeldelisten für Betreuungsplätze verbessern sollen (siehe Kasten). Wobei Bürgermeister Frieder Gebhardt deutlich macht: „Das Problem ist nicht hausgemacht. Wir haben lange Wartelisten – wie viele andere Kommunen im Rhein-Main-Gebiet auch.“

An der Asklepios Klinik ist eine Zusammenarbeit mit dem Krankenhausbetreiber und dem freien Träger „Terminal for Kids gGmbH“ (TfK) vorgesehen. Konkret geht es darum, dass die gemeinnützige Gesellschaft auf dem Gelände der Klinik eine neue Tageseinrichtung für Kinder vorfinanziert, baut und betreibt.

Entstehen sollen 161 Plätze –125 für Kinder von drei bis sechs Jahren und 36 für Ein- bis Dreijährige. Zusammen wären das acht Gruppen. Vorgesehen ist, dass bis zu 25 Prozent der Plätze an Langener Firmen vergeben werden. Primär Interesse hat die Klinik, die gerade bei der Suche nach Pflegepersonal mit der Trumpfkarte der Kinderbetreuung werben könnte. Aber auch andere Betriebe könnten Plätze belegen. Ansonsten gilt, dass der Träger am zentralen Aufnahmeverfahren und an der zentralen Platzvergabe der Stadt teilnimmt.

Der Name „Terminal for Kids“ gibt einen Hinweis auf die Herkunft der Gesellschaft: Sie ist eine Tochter der medical airport service GmbH und diese wiederum eine Konzerntochter des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG und der B.A.D. Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH. Die TfK ist seit 2006 tätig und mittlerweile ein großer privater Träger von Betreuungseinrichtungen in Hessen. „Wir betreiben 16 Kitas, eine 17. in Bad Schwalbach ist derzeit im Aufbau“, berichtet Björn Hörnle, kaufmännischer Leiter bei TfK. Alle Einrichtungen garantieren nach seinen Angaben eine hohe Betreuungsqualität: „Tiergestützte Pädagogik und bilinguale Erziehung gehören bei uns ebenso zum Alltag wie täglich frisch aus Bio-Produkten zubereitete Mahlzeiten.“ Durch das Konzept sei Terminal for Kids auch als Arbeitgeber attraktiv: „Wir sind personell auf einem stabilen Niveau, hatten bislang keinen Ausfall von Betriebszeiten wegen Personalmangels zu beklagen“, sagt Hörnle. In Langen zu besetzen wären dann 26 Vollzeitstellen.

Entstehen soll die Kita auf dem südlichen Zipfel des Klinik-Geländes hinter den Parkplätzen. Dort sind rund 3 000 Quadratmeter für das Gebäude und die Freiflächen reserviert. Das Teilgrundstück würde Asklepios dem Träger in Erbpacht zur Verfügung stellen. Der Klinik-Konzern hat das Gesamtareal selber vom Kreis Offenbach gepachtet.

An Investitionskosten sind 5,2 Millionen für den Bau sowie weitere 500 000 Euro für die Ausstattung vorgesehen. TfK finanziert die Kita mit einem Kredit der Fraport-Bank, erläutert Hörnle. Die Refinanzierung erfolgt dann über die Betriebskosten, die – wie bei allen freien und kirchlichen Trägern – die Stadt trägt. Sie liegen laut aktuellen Berechnungen bei voraussichtlich 1,4 Millionen Euro im Jahr. Allerdings will die TfK alle Möglichkeiten nutzen, um bei Bund, Land und darüber hinaus Zuschüsse zu erhalten und dadurch den städtischen Anteil zu verringern.

Der Vertrag soll über 25 Jahre laufen. Nach jetzigem Stand könnte die Einrichtung im September 2021 in Betrieb gehen. „Auf diese Weise können wir viel schneller an den Start gehen“, freut sich Gebhardt. Denn würde die Stadt die Kita selbst bauen und dann einen Betreiber suchen, müsste dies über eine zeitaufwendige europaweite Ausschreibung erfolgen.

Die Magistratsvorlage wird am Donnerstag, 5. März, im Haupt- und Finanzausschuss mit beigeladenem Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport beraten. Am Donnerstag, 19. März, steht das Papier zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Alle Sitzungen beginnen um 20 Uhr im Rathaus.

VON MARKUS SCHAIBLE

Kita-Öffnung in Hessen: Langen bereitet nach den Schließungen wegen des Coronavirus jetzt die Öffnungen von Kitas vor. Ab 2. Juni soll es einen Regelbetrieb geben, allerdings mit Einschränkungen.

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