Asklepios Klinik spendet für den Bau eines Hospizes

Gesellschaftliches Problem lösen

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Der Geschäftsführer der Asklepios Klinik, Volkmar Bölke (von rechts), und Ärztlicher Direktor Professor Ernst Hanisch überreichten den Scheck über 20 000 Euro an Lothar Mark und Dr. Carsten Lehr von der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau. Bürgermeister Frieder Gebhardt sagte zu, das Projekt zu unterstützen.

Langen - Der Kreis Offenbach ist ein weißer Fleck: Während es nördlich des Mains etliche Hospize gibt, existiert zwischen Langen und Mainhausen nicht eine einzige stationäre Einrichtung zur Sterbebegleitung. Von Markus Schaible 

Die Asklepios Klinik hatte sich vor einiger Zeit mit dem Thema befasst, dann aber Abstand genommen. Dafür unterstützt das Krankenhaus nun eine entsprechende Initiative in Rodgau. Dort soll ein Hospiz für den ganzen Kreis entstehen. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 3000 Sterbefälle gibt es derzeit jährlich im Kreis (340.000 Einwohner), in der Stadt sind es weitere 1200. „In 15 Jahren werden es jährlich etwa 6000 sein“, schätzt der Präsident des Rotary Clubs Rodgau, Lothar Mark. Und in der heutigen Zeit mit Patchworkfamilien oder Angehörigen, die über den ganzen Globus verteilt sind, sei die familiäre Versorgung Sterbender oft schwierig.

Die Rotarier haben sich des Themas angenommen und die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau gegründet. Ziel ist es, bis 2017 in der Ostkreiskommune ein Hospiz mit zehn Betten zu bauen. Derzeit gehen viele Sterbende (auch aus Langen) nach Frankfurt, Darmstadt, Hanau oder in die Stadt Offenbach – doch dort gibt es lange Wartelisten.

Liebevoll auf dem letzten Weg begleiten

Es gehe darum, unheilbar kranke Menschen aufzunehmen, deren häusliche Pflege nicht gesichert sei, und sie fürsorglich und liebevoll auf ihrem letzten Weg zu begleiten, sagt Dr. Carsten Lehr, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Das ambitionierte Projekt ist aber kostspielig; es wird auf über zwei Millionen Euro taxiert.

Zusammenkommen soll das Geld zu einem erheblichen Teil durch Spenden. „Wir brauchen 50 Partner, die jeweils 20.000 Euro geben“, sagt Mark. Einer davon ist jetzt die Asklepios Klinik Langen. In Zeiten, in denen für den laufenden Krankenhausbetrieb immer mehr Förder- durch Eigenmittel ersetzt werden müssten, sei ein Hospiz für die Asklepios Klinik nicht zu stemmen, erklärt Geschäftsführer Volkmar Bölke, warum der Konzern seine eigenen Pläne nicht weiterverfolgt. Zudem müsse eine fachlich kompetente Betreuung sichergestellt sein – „und das ist nicht Kernkompetenz von Kliniken“. Betrieben werden soll die Rodgauer Einrichtung von der Mission Leben in Darmstadt; zudem sollen die zahlreichen Ehrenamtlichen der Hospizgruppen im Kreis mit einbezogen werden, betont Mark.

Lehr und er erhoffen sich von der Asklepios-Spende eine Signalwirkung: „Wir brauchen Nachahmer.“ Nicht nur Firmen, auch die Kreiskommunen seien gefragt, nehme die Einrichtung ihnen doch Arbeit ab: „Wir lösen ein Problem, das die Gesellschaft hat.“ Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt das Projekt, will dafür werben, kann aber keine Beteiligung der Stadt Langen in Aussicht stellen. Diese müssten die Stadtverordneten beschließen.

Das Rodgauer Hospiz werde den Bedarf im Kreis alleine nicht decken. Aber das Pilotprojekt könne als Blaupause dienen; ein weiteres könne dann mit wenig Planungsaufwand beispielsweise in Langen entstehen, erklärt Mark, warum die Stadt von einer finanziellen Beteiligung profitieren könne. In Rodgau sollen noch im laufenden Jahr das Grundstück erworben und die Planung begonnen werden. 2017 soll das neue Hospiz seine Pforten öffnen.

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