Escape-Room

Flucht aus der Klinik: Neue Asklepios-Notaufnahme wird zu Escape-Room

Ausweg versperrt – „no escape“: Die neue Notaufnahme der Asklepios-Klinik war Kulisse der zweiten Auflage des Langener Escape-Room-Spiels des Orga-Teams um Carolin Jendricke – Wiederholung nicht ausgeschlossen.
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Ausweg versperrt – „no escape“: Die neue Notaufnahme der Asklepios-Klinik war Kulisse der zweiten Auflage des Langener Escape-Room-Spiels des Orga-Teams um Carolin Jendricke – Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Eingesperrt in der Notaufnahme: Dieses Szenario war  Programm in der Asklepios Klinik in Langen – sie wurde zum Escape-Room.

  • Neue Notaufnahme der Asklepios-Klinik
  • Biblische Thematik im Escape-Room
  • Große Nachfrage nach Wiederholung von Escape-Room

Langen – Eingesperrt in der Notaufnahme – rauskommen ohne Weiteres unmöglich: Ein Albtraum schlechthin, aber genau dieses Szenario war am Wochenende Programm in der Asklepios Klinik – glücklicherweise nur im spielerischen Sinne. An zwei Tagen versuchten Teilnehmer eines sogenannten Escape-Room-Spiels, aus der neuen Notaufnahme der Asklepios-Klinik in Langen „auszubrechen“.

Organisiert haben das Ganze die Gemeindepädagogin Carolin Jendricke und das ehrenamtliche Trio Veronika Grevel, Julia Hielscher und Julia Lotz. Jendricke veranstaltete zusammen mit Lotz im vorigen Jahr die Langener Escape-Room-Premiere; Ort der „Flucht“ war seinerzeit die Stadtkirche. Über den Pfarrkonvent, in dessen Rahmen Jendricke die Spielidee vorstellte, erfuhr Klinikseelsorgerin Anett Röder vom Escape Room – und war sofort Feuer und Flamme: „Die Idee fand ich super und wollte genau so einen Escape Room bei uns in der Asklepios Klinik veranstalten.“

Langen: Asklepios Notaufnahme wird zum Escape-Room

Gesagt getan: „Meine Idee ist es, die Kirche in der Welt sichtbar zu machen“, sagt Röder. Seit eineinhalb Jahren arbeitet sie als Klinikseelsorgerin am Langener Krankenhaus. Zuvor war sie Schulseelsorgerin und davor lange Zeit Pfarrerin der Langener Martin-Luther-Kirche. „Mit dem Escape Room will ich eine biblische Thematik so verpacken, dass sie Bezug zur Klinik hat. Außerdem soll das Spiel sowohl das Krankenhauspersonal als auch Interessierte von außerhalb ansprechen“, beschreibt sie die Konzeption.

Die grundsätzliche Idee eines Escape-Rooms ist, die Spielteilnehmer für eine gewisse Zeit in einen Raum „einzusperren“ – auf dass jene über das Lösen von Rätseln und Aufgaben an den Schlüssel zur Tür in die Freiheit gelangen. „Das Ganze ist natürlich nur fiktiv, die Spieler können jederzeit raus, falls es ihnen nicht gut gehen sollte“, erläutert Carolin Jendricke. 

Für das Klinikspiel haben die vier Organisatorinnen und Röder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Leitmotiv ausgewählt. Rund um die Geschichte aus dem Lukasevangelium ist ein einstündiges Spiel konzipiert worden, das in der heutigen Zeit spielt. In der neu gebauten Notaufnahme der Asklepios Klinik, die planmäßig noch im Februar in Betrieb genommen werden soll, können die Teilnehmer nun die Geschichte beim Spielen selbst erleben.

Langen: Escape Room in der Notaufnahme zum Teambuilding

„Wir haben alle Rätsel selbst kreiert“, erzählt Jendricke stolz. Insgesamt arbeitete sie zusammen mit Veronika Grevel, Julia Hielscher und Julia Lotz ein halbes Jahr an der Konzeption. Finanziert wurde das Ganze vom Krankenhaus. Am Veranstaltungswochenende finden an zwei Tagen 14 Gruppen Platz. „Der Ansturm ist riesig, wir haben eine Warteliste mit 20 weiteren Gruppen“, erzählt Jendricke. „Es freut uns natürlich, dass so viel Interesse an unserem Projekt besteht.“

Die Idee des Escape-Rooms oder auch Escape Games stammt im Ursprung aus Japan und ist an das klassische Format des Videospiels angelehnt. Mit der Zeit hat sich das Konzept verselbstständigt und wird heute gerne auch als Teambuilding-Event genutzt. „Deshalb ist es umso schöner, dass auch Kollegen aus der Klinik zu Besuch sind“, freut sich Röder. Teams aus der Intensivstation oder der Chirurgie finden sich an ihrem Arbeitsplatz mal mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert als im Alltag.

Langen: „Escape-Room nicht zwangsläufig an Notaufnahme gebunden“

„Das Feedback ist durchweg positiv“, freuen sich alle Beteiligten. Wegen der großen Resonanz und der Warteliste ist eine Wiederholung nicht ausgeschlossen. Da die neue Notaufnahme der Klinik dann aber schon in Betrieb sein wird, bedarf es natürlich umfangreicher Organisation. „Der Escape-Room ist nicht zwangsläufig an die Notaufnahme gebunden“, sieht Jendricke durchaus örtliche Alternativen. 

Besonders gefreut habe sie und Röder, dass alle Gruppen die biblische Thematik bemerkt und mit ins Spiel genommen hätten. „Ziel war natürlich nicht, aus allen sonntägliche Kirchgänger zu machen“, sagt Jendricke lachend. „Ich bin mir aber sicher, dass sie an unser Spiel denken werden, wenn sie mal wieder über das Gleichnis des barmherzigen Samariters stolpern.“  

julo

Die Modernisierung der Asklepios Klinik Langen schreitet voran. Der Krankenhaus-Betreiber und das Land investieren dabei mehr als elf Millionen Euro. Das Coronavirus ist währenddessen in Deutschland angekommen und die ersten Erkrankungsfälle zeigen: Es kann sich rapide verbreiten. So bereitet sich die Asklepios Klinik auf den Ernstfall vor.

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