Klage des BUND

Langener Bannwald: Kiesabbau-Urteil soll im November fallen

Kiesabbau in Langen
+
Endlich soll über die BUND-Klage zum Kiesabbau in Langen entschieden werden.

Jahre nach der Klage des BUND gegen die Erweiterung des Kiesabbaus in Langen tut sich endlich etwas. Im November soll ein Urteil fallen.

Langen – Endlich kommt Bewegung in das Klageverfahren des hiesigen BUND gegen die Erweiterung des Kiestagebaus im Langener Stadtwald. Die Naturschützer wehren sich bekanntlich dagegen, dass südöstlich des Waldsees auf einer Fläche von rund 63 Hektar Bannwald für die weitere Kiesgewinnung gerodet wird. Das Regierungspräsidium Darmstadt genehmigte 2013 der Firma Sehring diese Rodung und Auskiesung.

Über sechs Jahre ist die Klage des BUND nun schon beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) anhängig. „Etwa ein Drittel des Waldes in dem 63 Hektar großen Areal sind aber inzwischen bereits der Motorsäge zum Opfer gefallen, weil das RP immer wieder kleine Teilabschnitte im Sofortvollzug zur Auskiesung freigegeben hat“, berichtet der Vorsitzende des BUND-Ortsverbands Langen-Egelsbach, Rainer Klösel. „Und dies, obwohl der Planfeststellungsbeschluss zur Südosterweiterung des Sehring-Tagebaubetriebes aufgrund der Klageverfahren noch nicht rechtskräftig ist.“

Langen: Verhandlungstermin im November

Nun ist der Verhandlungstermin für den 11. November beim VGH in Kassel terminiert. Der Ortsverband sieht diesem mit großer Erleichterung entgegen. „Endlich wird über die Klage entschieden, bevor der Wald dort komplett gerodet ist“, so Klösel.

Auf der anderen Seite bemängelt der BUND, dass während im Rhein-Main-Gebiet fast flächendeckend die Wälder sterben oder ums Überleben kämpfen, „für die Gier nach Geld und Rohstoffen überhaupt großflächig Jahrhunderte alte Waldbestände geopfert werden sollen“.

Langen: „Umwelt-naturschutzrechtliche Unzulänglichkeiten“

Obwohl die Klage des BUND in der ersten Instanz vom Verwaltungsgericht in Darmstadt abgewiesen wurde, setzen die Naturschützer große Hoffnung in die Verhandlung vor dem VGH. „Hier kommen nun endlich die wichtigen umwelt-naturschutzrechtlichen Unzulänglichkeiten auf den Richtertisch, die von den Darmstädter Richtern ausgeklammert wurden“, hoffen Klösel und seine Mitstreiter. Insbesondere sieht der BUND große Verfahrensmängel bei der Umweltverträglichkeitsprüfung, dem Artenschutz und beim Grundwasserschutz.

In dem Verfahren zur Südosterweiterung seien die Natureingriffe kleingerechnet worden, bemängeln sie. Im Nachgang stellte sich heraus, dass die Firma Sehring für den Abbaubetrieb viel mehr Betriebsflächen benötigte, als im Planfeststellungsbeschluss genehmigt worden waren. „Diese Salamitaktik führt dazu, dass Renaturierungsverpflichtungen aus älteren Verfahren nun erst mit jahrzehntelanger Verzögerung umgesetzt werden sollen. Dadurch klafft die Schere zwischen Naturraubau und Wiedergutmachung immer weiter zu Lasten von Natur und Umwelt auseinander“.

Der BUND bedankt sich zudem bei den vielen Menschen aus Langen und Umgebung sowie den Organisationen und Parteien, die für die Klage erhebliche Summen gespendet haben. Für das anstehende Verhandlungsverfahren beim VGH bittet der BUND-Ortsverband weiterhin um finanzielle Unterstützung. jrd

Spenden nimmt der BUND auf das Konto mit der IBAN DE32 5005 0201 0000 7999 12 mit dem Stichwort „Langener Waldsee“ entgegen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare