Bahnstraßen-Belebung

Neuer Supermarkt und 54 Wohnungen - Baufirma kauft Areal in Innenstadt

Nicht zu übersehen: Die Langener Firma Salco hat das Areal Bahnstraße 37-43 gekauft und wird in Kürze mit dem Bau eines Supermarktes, weiterer Gewerbeflächen sowie Wohnungen beginnen. Foto: Strohfeldt

Ein neuer Supermarkt und 54 Wohnungen sollen bald auf dem Areal an der Bahnstraße in Langen gebaut werden. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. 

Langen – Geht man von der ursprünglichen Zeitplanung aus, sollte der Supermarkt zur Belebung der Innenstadt („Magnet“) eigentlich bereits eröffnet sein – oder zumindest kurz davor stehen. Doch das Projekt an der Bahnstraße 37-43 (bisherige Projektnamen: „Quartier Central“, „Stadtpalais“) kam nicht in die Gänge. 

Das ändert sich nun: Die Langener Baufirma Salco hat das Areal gekauft und wird es auf Grundlage der bisherigen Planung und Baugenehmigung bebauen. Mit Supermarkt, weiteren Gewerbeflächen, Wohnungen und Tiefgarage. Noch in diesem Jahr sollen Entkernung und Abriss der maroden, seit Langem leer stehenden Wohnhäuser an der Bahnstraße beginnen, kündigen die beiden Geschäftsführer Rida und Adrian Khalifé im Gespräch mit unserer Redaktion an.

Langen: Supermarkt wird gebaut - Baufirma Salco kauft Areal

„Wir haben mit dem Grundstück schon von Anfang an geliebäugelt“, sagt Rida Khalifé. Doch zum Zug kam vor mehr als vier Jahren erst mal ein anderer: der Projektentwickler Open Mainded (Dreieich), der es dann als Joint Venture mit der Activ Group (Schemmerhofen) entwickeln wollte. Letztere kam, nachdem Ende 2017 die Baugenehmigung erteilt war, auf Salco zu – ob Interesse bestehe, das Projekt als Generalunternehmer zu bauen. 

„Das ist aber nicht unser Kerngebiet“, sagt Adrian Khalifé. Doch der Kontakt war da und wurde gepflegt. Inzwischen hat Activ das Opel Altwerk in Rüsselsheim mit einer Bruttogeschossfläche von über 100 .000 Quadratmeter gekauft und will dort das Oldtimer- und Sportwagenzentrum Motorworld Manufaktur entwickeln. Da habe man im baden-württembergischen Schemmerhofen wohl erkannt, dass Langen dagegen ein kleines Projekt ist, das dennoch viel Arbeit macht. 

Langen: Rewe, weitere Ladenflächen und Wohnbebauung

Und so konnte Salco das Areal doch noch kaufen und in der Stadt, in der die Gesellschaft für Projektentwicklung und Baumanagement seit Gründung vor 25 Jahren ansässig ist und „wo wir mit Herz und Seele dabei sind“ (Rida Khalifé), an exponierter Stelle tätig werden. Einen Namen gibt es auch bereits: „SALCO Stadtquartier“ – in Anlehnung an das jüngst fertiggestellte „SALCO Quartier“ im Bereich Hans-Kreiling-Allee/Annastraße.

Vom Grundsatz her bleibt das Projekt, wie es auch bisher geplant war und genehmigt ist: ein Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von etwa 1200 Quadratmetern (Bruttofläche 1700), den Rewe betreiben wird, weitere Ladenflächen, Wohnbebauung darüber und dahinter. „Wir werden die Pläne noch an einigen Stellen optimieren“, kündigen die Salco-Geschäftsführer an, so bei den Grundrissen der Wohnungen, der Passage, der Tiefgarage und der Fassade. Alles aber im Rahmen der Baugenehmigung, betonen die beiden. Gebaut werde im üblichen Salco-Stil mit hochwertiger Ausstattung.

Langen: Hohes Interesse an Wohnungen - Gute Lage mitten in Innenstadt

Insgesamt 54 Wohnungen sollen entstehen. Für sie soll Anfang Dezember die Vermarktung beginnen. Sie wird von Salco selbst übernommen, während die Vorbesitzer mit der Dreieicher Firma Vetter & Partner zusammengearbeitet haben. Mit dieser habe es sehr gute und konstruktive Gespräche gegeben, betonen Vater und Sohn Khalifé. „Wenn Interessenten, die bereits Wohnungen reserviert hatten, auch weiterhin eine Kaufabsicht haben, werden sie priorisiert“, erklärt Adrian Khalifé.

Wermutstropfen für sie: Da gerade in den vergangenen zwei Jahren die Baukosten explodiert sind – geschuldet unter anderem dem Bauboom im Rhein-Main-Gebiet und dem Fachkräftemangel, wie Rida Khalifé betont –, werden die Wohnungen durch die Verzögerung teurer. Das Interesse werde dennoch groß sein, sind sich die Bauherren sicher, da das Projekt mit seiner Lage mitten in der Innenstadt samt Nahversorgung extrem interessant sei.

Langen: Zwei Jahre Bauzeit und etwa 27 Millionen Euro

Nach dem Abriss der Altgebäude soll es dann nahtlos mit den Tiefbauarbeiten weitergehen, kündigen die Salco-Geschäftsführer an. Als Bauzeit werden zwei Jahre veranschlagt, wobei die Gebäude beginnend an der Bahnstraße errichtet werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen werde sich voraussichtlich auf 26 bis 27 Millionen Euro belaufen.

Schon jetzt werben Rida und Adrian Khalifé um Verständnis bei der Bevölkerung, denn natürlich wird auch dieses Bauvorhaben zu Beeinträchtigungen führen. So muss beispielsweise schon bald der nördliche Bürgersteig in dem Bereich vis-à-vis der Zimmerstraße gesperrt werden. Und wenn es dann richtig losgeht, wird auch die Bahnstraße halbseitig nicht mehr befahrbar sein.

Die Vorfreude jedenfalls ist groß: „Wir freuen uns auf die Aufgabe, hier 54 Familien ein neues Zuhause zu geben und die Nahversorgung in der Innenstadt sicherzustellen. Das ist ein Projekt, mit dem wir uns voll und ganz identifizieren können“, sagt Rida Khalifé.

VON MARKUS SCHAIBLE

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