Quartier mit bezahlbaren Mieten

160 Wohnungen: Baugenossenschaft ersetzt Häuser im Nordend durch Neubauten

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Das neue Quartier mit 160 Wohnungen liegt zwischen Anna- und Sofienstraße (unten rechts im Bild verläuft parallel die Nördliche Ringstraße). Dafür müssen neun alte Häuser weichen.

Der sogenannte bezahlbare Wohnraum ist in Langen stark nachgefragt. Denn obwohl viel gebaut wird – zum Beispiel an der Elisabeth-Selbert-Allee oder der Liebigstraße – sind die meisten neuen Wohnungen für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen nicht erschwinglich.

Langen – Die Baugenossenschaft will nun bis zu 160 Neubauwohnungen zu „fairen Mieten“ im Langener Norden errichten – und dafür einen alten Wohnblock aus den 50er und 60ern abreißen. Bis es soweit ist, müssen die Menschen, die derzeit dort wohnen, umziehen.

Konkret geht es um neun Gebäude, die sich im Besitz der Baugenossenschaft befinden. Sie liegen im Quartier zwischen der Anna- und Sofienstraße, eingerahmt von Westend- und Nördlicher Ringstraße. Diese Häuser mit insgesamt 108 Wohnungen will die Baugenossenschaft abreißen und an ihrer Stelle bis 2026 zehn neue Wohngebäude errichten. „Unterm Strich sollen rund 52 Wohnungen mehr entstehen“, teilt die 1947 gegründete Genossenschaft mit.

„Eine Modernisierung der Häuser hätte sich wirtschaftlich nicht mehr gelohnt“, sagt Wolf-Bodo Friers, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft. Doch teurer soll es nach seinen Angaben nicht werden, dort zu wohnen: Die Netto-Kaltmiete für eine Neubauwohnung werde etwa so hoch sein wie die für eine modernisierte Wohnung. Für die neuen Häuser im Quartier gibt es ein nachhaltiges Energie- und Mobilitätskonzept, das zur Klimawende beitragen soll. „Mit unserem Projekt schaffen wir dringend benötigten, zusätzlichen Wohnraum, der sowohl den aktuellen energetischen Standards entspricht als auch bezahlbar ist“, betont Friers.

Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten für die 160 neuen Wohnungen beginnen. Um die Kosten zu reduzieren, setzt die Baugenossenschaft auf eine serielle Bauweise mit standardisierten Teilen. Insgesamt etwa 35 Millionen Euro will sie bis 2026 in ihren Neubau investieren. Teil des geplanten Mobilitäts- und Energieversorgungskonzepts, das die Baugenossenschaft in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Langen umsetzt, sind Fotovoltaik und E-Ladestationen. Damit wolle die Genossenschaft, die mit einem weiteren Neubauprojekt am Steinberg 86 bezahlbare Wohnungen schaffen will, zum städtischen Klimaschutzkonzept beitragen. Die Mieter der neuen Häuser können sich über einen modernen Fahrstuhl und eine Tiefgarage mit 110 Stellplätzen freuen. Letztere soll die beengte Parkplatzsituation in dem Quartier entschärfen.

Bis zum Baubeginn, derzeit für Frühjahr 2020 terminiert, müssen die neun alten Wohnhäuser weichen. Dem Vorstand der Baugenossenschaft sei bewusst, dass das Vorhaben die derzeitigen Bewohner der bestehenden Wohnungen verunsichern könne, sagt Friers. „Als Genossenschaft nehmen wir unsere Verantwortung für unsere Mieter sehr ernst. Deshalb werden wir mit einem umfassenden Umzugsmanagement dafür sorgen, dass sie für den Zeitraum der Bauarbeiten in eine andere, adäquate Wohnung in unserem Bestand ziehen“, erklärt er. Die betroffenen Mieter habe man bereits persönlich über den geplanten Neubau informiert. Die Genossenschaft habe sich zudem verpflichtet, Mietern Entschädigungen zu zahlen. Und: Wenn die neuen Wohnungen fertig sind, sollen sie bei der Vermietung bevorzugt behandelt werden.

VON JULIA RADGEN

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