Elektromobilität für alle

Baugenossenschaft stellt Fuhrpark um und bietet Carsharing an

In der Nordendstraße findet sich eine der Stromtankstellen, die die Baugenossenschaft in Kooperation mit den Stadtwerken anbietet.
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In der Nordendstraße findet sich eine der Stromtankstellen, die die Baugenossenschaft in Kooperation mit den Stadtwerken anbietet.

In den Zeiten der Corona-Pandemie sind der Klimawandel und die Folgen in den Hintergrund getreten. Das heißt aber nicht, dass die Probleme verschwunden sind – im Gegenteil. Als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz gilt die E-Mobilität.

Langen – Und in diesem Bereich will die Baugenossenschaft verstärkt aktiv werden und ein Programm unter dem Motto „Unterwegs in Langen – Elektromobilität für alle“ an den Start bringen. In diesem Sinne belässt es das Unternehmen nicht nur dabei, den eigenen Fuhrpark auf die umweltfreundlichen Antriebsmotoren umzustellen, sondern will auch, dass alle Langener davon profitieren können – durch Stromtankstellen, E-Carsharing und E-Lastenräder.

„Egal, ob mit dem öffentlichen Nahverkehr oder dem privaten Auto, 80 Prozent aller Wege enden vor der eigenen Haustüre. Aus diesem Grund sind für uns Mobilität und Wohnungswirtschaft eng miteinander verbunden. Für unsere Mitglieder wollen wir Angebote entwickeln, die den Alltag und die Mobilität erleichtern“, steht dazu in der aktuellen Mitgliederzeitschrift.

Am Anfang der Überlegungen stand der eigene Fuhrpark. „Unsere Hausmeister sind mit den üblichen Verbrennungsmotoren immer nur auf kurzen Strecken unterwegs gewesen“, berichtet Wolf-Bodo Friers, Vorstand der Baugenossenschaft. Und das sei gar nicht im Sinne des Klimaschutzes. Deshalb entschied sich die Baugenossenschaft dazu, den gesamten Fuhrpark auf E-Mobilität umzustellen. Mittlerweile gibt es da zwei Smart, zwei Nissan und ein Mercedes B-Klasse.

Um diese auch nutzen zu können, sind Stromtankstellen notwendig. Verschiedene Ladesäulen sind und werden über das Stadtgebiet verteilt – in Kooperation mit den Stadtwerken. Standorte sind da die Robert-Bosch-Straße 45-47 (die Geschäftsstelle der Baugenossenschaft), die Nordendstraße 64 und die Feldbergstraße 35. Dort können jeweils zwei Fahrzeuge mit Strom betankt werden, der auf den Solardächern entsteht. Davon sollen nicht nur die Mitglieder der Baugenossenschaft profitieren, sondern auch Gäste: Die Ladekarte ist an der Zentrale während der Öffnungszeiten erhältlich. Möglich ist auch das Bezahlen mit der Ladekarte der Stadtwerke oder über die App der Firma Ecotap.

Doch damit nicht genug: Die Baugenossenschaft will sich auch in Sachen Carsharing und Verleih von E-Lastenrädern engagieren. Doch da hat die Corona-Pandemie für eine Verzögerung gesorgt. Die Angebote sollen nun Anfang Juni zur Verfügung stehen.

Angeschafft werden zwei Renault Zoe und ein Tesla. Die Wahl des Standorts in der Feldbergstraße fiel nicht zuletzt wegen der überarbeiteten Stellplatzsatzung in Langen, die Mobilitätskonzepte wie eben das Carsharing berücksichtigt. Die Stellplätze sind für die Baugenossenschaft ein großes Thema. Das E-Carsharing hilft so nicht nur der Umwelt, das Unternehmen kann auch Kosten reduzieren, weil sonst fehlende Parkplätze nicht abgelöst werden müssen.

Die E-Lastenräder sollen in der Nordend- und der Kurt-Schumacher-Straße platziert werden. Friers sieht darin einen Versuch. Vielen Mietern, die etwas zu transportieren haben, könnte so geholfen werden – und das im Sinne des Klimaschutzes. Die Abrechnung erfolgt über die App der Firma Sigo Green. Eigentlich sollte es mit dem Start des Programms auch eine Infoveranstaltung geben, um die Nutzung der Räder zu erklären. Doch in Zeiten von Corona ist das natürlich nicht möglich. Die Veranstaltung soll nachgeholt werden, wenn das wieder geht.

Die Angebote können nicht nur den Mietern, sondern von jedem Langener genutzt werden. (Anmeldung zum Carsharing über einen MOQO-Account). Friers ist sich im Klaren darüber, damit keine großen Gewinne machen zu können. Er setzt aber auf einen Werbeeffekt. „Vielleicht merkt ja auch ein Nutzer, wie gut sich ein E-Auto fahren lässt, und schafft sich selbst eins an.“ Eine Einschränkung gibt es allerdings beim Service. Die Autos müssen nach der Fahrt wieder in der Feldbergstraße abgestellt werden. Die Baugenossenschaft habe nicht die Kapazitäten, die Fahrzeuge an einem anderen Ort abzuholen.

Eigentlich will die Baugenossenschaft noch einen E-Transporter für kleinere Umzüge anschaffen. Doch da ist das Unternehmen auf dem Markt noch nicht fündig geworden. Die angebotenen Modelle wären da um 50 Prozent teurer als ein Diesel. Doch die Baugenossenschaft möchte an dem Thema dran bleiben.

Infos im Internet gibt es auf wohnraumkoenner.de.

VON HOLGER KLEMM

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