Stärken und Schwächen der Stadt

Bürgermeisterkandidat Stefan Löbig: Klimaschutz dringendstes Problem

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Klimaschutz sieht Bürgermeisterkandidat Stefan Löbig (Grüne) als wichtigstes Thema für Langen. 

Stefan Löbig will für die Grünen ins Rathaus von Langen einziehen. Hier erklärt er, was in der Stadt zuletzt gut und was schlecht lief – und was er für die Zukunft plant. 

Langen – Die Stärken und Schwächen der Stadt – wir haben die Bürgermeisterkandidaten gebeten, Stellung zu beziehen. Das sagt Stefan Löbig (Grüne):

Als dringendstes Problem in dieser Stadt sehe ich an:

Löbig: Klimaschutz: Wie kann sich Langen klimaverträglich weiterentwickeln und auf den Klimawandel einstellen? Familien: Was kann Langen tun, um auch weiterhin eine familienfreundliche Stadt zu bleiben?

Und das ist mein Lösungsvorschlag:

Löbig: Klimaschutz passiert an vielen Stellen, deshalb möchte ich einen Klimamanager im Rathaus installieren, der die Akteure und Maßnahmen koordiniert. Ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Grün in der Stadt sind weitere Schwerpunkte. Bis 2040 möchte ich Langen auf einen möglichst klimaneutralen Weg bringen. Ich möchte alternative Verkehrsangebote wie das Rad und den öffentlichen Nahverkehr deutlich stärken und Langen zu einer Stadt für alle Verkehrsteilnehmer machen. Deshalb werde ich auf möglichst vielen Straßen durchgehend Tempo 30 einführen, um die Sicherheit zu erhöhen. 

Für Radfahrer werde ich die Infrastruktur ausbauen: mehr Radwege, mehr Stellanlagen für Fahrräder und mehr Vorrangflächen. Für Familien möchte ich den Ausbau der sozialen Infrastruktur, den ich als Erster Stadtrat angefangen habe, konsequent weiterführen: mehr Kitaplätze, Schulbetreuung sowie Spiel- und Sportmöglichkeiten. Bis 2023 werde ich die Wartelisten in der Kinderbetreuung auf null bringen. Rückkehr zu einer einkommensabhängigen Gebührenstaffelung, um einkommensschwache Familien zu entlasten. Das aber mit einem einfacheren, transparenteren und verwaltungsfreundlicheren Gebührensystem.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre würde ich gerne rückgängig machen:

Löbig: Die Verpachtung der städtischen Waldflächen an ein örtliches Kiesabbauunternehmen im Jahr 2010.

Stefan Löbig

Und zwar, weil:

Löbig: Auch wenn diese Entscheidung vor meiner Amtszeit gefallen ist und ich sie als Stadtverordneter abgelehnt habe, tut sie Langen heute weh. Der Waldsee hat eine lange Geschichte und ist für die Region eine wichtige Freizeiteinrichtung. Wir alle haben da schon schöne Sommer verbracht. Daran will auch keiner rütteln. Aber seit 2013 werden auf den Flächen, die Langen an besagtes Unternehmen verpachtet hat, an die 64 Hektar Bannwald gerodet. Damit wird die Wasserfläche fast noch einmal verdoppelt. Das bedeutet, dass dort auch an die 64 000 Bäume gerodet werden, die wir als CO2-Speicher dringend benötigen.

 64 000 Bäume, das sind grob geschätzt um die 130 000 Tonnen CO2, die das Klima weiter anheizen und den Langenern keine Erholung mehr bieten. Ich finde den Preis, den Langen für eine Versorgung der Bauindustrie mit Rohstoffen und für die wirtschaftliche Prosperität eines Unternehmens zahlt, einfach zu hoch. Da gibt es Alternativen, wenn man sie denn ernsthaft will. Für die jährlichen Einnahmen aus der Kiesgrube im städtischen Haushalt suche ich als Bürgermeister gerne andere Möglichkeiten, wenn ich damit den Wald erhalten könnte.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre war goldrichtig:

Löbig: Die Entwicklung eines städtebaulichen Leitbildes mit dem Schwerpunkt für Wohnbebauung östlich der Bahnlinie.

Und zwar, weil:

Löbig: 2013 hat Frieder Gebhardt seine klugen Leitgedanken zur Stadtentwicklung veröffentlicht. Das wird mit seiner Ära untrennbar verbunden bleiben. Sie haben eine klare Richtung und notwendige Strukturen für Langen vorgegeben, an denen man sich bis heute und darüber hinaus orientieren kann. Für mich ist das städtebauliche Leitbild für das Areal östlich der Bahnlinie ein zentraler Punkt. Einst unverkäufliche Gewerbeflächen und Industriebrachen konnten einer Wohnbebauung zugeführt werden. Und das in einer Zeit, in der die Rhein-Main-Region ein unglaubliches Wachstum erlebt hat. Hier hatten wir plötzlich ein Angebot an Flächen, das auf riesige Nachfrage gestoßen ist. 

Die Einnahmen, die wir aus dem Verkauf der Flächen dem Haushalt zugeführt haben, ersparten den Langenern manche Grundsteuererhöhung. Von den wachsenden Steuereinnahmen und der prosperierenden Wirtschaftskraft profitieren wir langfristig. Auch ohne diese Flächen ist es uns gelungen, neues Gewerbe in Langen anzusiedeln. Das wird auch mein Schwerpunkt als Bürgermeister sein. Kleinen bis mittelgroßen Unternehmen Ansiedlungsmöglichkeiten in Langen zu bieten, ist eine Aufgabe, der ich mich gerne stelle.

red

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