Wo liegen die Probleme, was läuft gut?

Bürgermeisterkandidatin Stephanie Tsomakaeva will die Innenstadt aufwerten

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Stephanie Tsomakaeva

Die Stärken und Schwächen der Stadt – wir haben die Bürgermeisterkandidaten gebeten, Stellung zu beziehen. 

Langen – Das sagt Stephanie Tsomakaeva (Einzelbewerberin):

Als dringendstes Problem in dieser Stadt sehe ich an:

Den Erhalt einer lebendigen Innenstadt, in der Bürger, Gewerbetreibende und Stadtverwaltung zusammenarbeiten, damit die Stadt lebenswerter, moderner und demokratischer wird.

Und das ist mein Lösungsvorschlag:

Eine städtische Bürgerteilhabe-Plattform mit Mängelmelder und Ideen-Tool muss in Zukunft sicherstellen, dass die städtischen Politiker durch Rede und Antwort für ihre Fehlentscheidungen haften müssen. Auf dieser können auch viel einfacher kreative Lösungen für aktuelle Probleme gefunden und neue Ansätze für die Weiterführung guter Projekte entwickelt werden. Durch die Teilhabe der Bürger am Entscheidungsprozess wird die städtische Politik eine breitere und demokratischere Unterstützung genießen. Um den Einzelhandel und die vielen kleinen Dienstleister zu stärken sowie für Einwohner und Gäste die Innenstadt als Einkaufsort attraktiver zu machen, braucht Langen ein modernes Gratis-Stadt-WLAN in öffentlichen Bereichen. Der nächste Bürgermeister muss mit den Funknetzbetreibern zusammen eine Lösung finden, damit die letzten Funklöcher auf Langener Gebiet verschwinden. Wenn die Stadtverwaltung dann noch darauf besteht, dass für jeden gefällten Baum im gleichen Jahr zwei neue Bäume auf Langener Gebiet gepflanzt werden, dann wird auch die Umwelt von der allgemeinen Stadtentwicklung profitieren.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre würde ich gerne rückgängig machen:

Die Entscheidung für ein überdimensionales Einkaufszentrum in der Liebigstraße mitten in einem bestehenden Wohngebiet.

Und zwar, weil:

… erstens der Bebauungsplan die Bedürfnisse der Menschen, die in den umliegenden Häusern leben, ignoriert hat, und die sogenannte Bürgerbeteiligung ein reines Beteiligungsplazebo war. Sie hat den Bürgern vorgetäuscht, sie könnten sich im Entscheidungsprozess einbringen. In Wirklichkeit interessieren sich weder die momentane Stadtverwaltung noch die Stadtverordneten für ihre Probleme, die durch den Bau entstehen. Zweitens, weil es dem Einzelhandel in der Innenstadt, dem es heute schon schwerfällt, gegen die Konkurrenz aus dem Internet anzukommen, noch mehr Kunden abziehen wird. Außerdem wird das Verkehrsaufkommen des Einkaufszentrums an einer unübersichtlichen Ecke mit zwei schmalen einspurigen Straßen nach Feierabend zu Staus am Bahnhof und damit zu weiteren Belastungen der Anwohner führen.

Folgende Entscheidung der vergangenen zehn oder zwölf Jahre war goldrichtig:

Die Entscheidung für einen Supermarkt in der Bahnstraße.

Und zwar, weil:

Ein Supermarkt in der oberen Hälfte der Bahnstraße wertet die Innenstadt insgesamt als Einkaufsort auf. Mehr Menschen werden in der Innenstadt den regelmäßigen Einkauf beim Supermarkt mit einem Besuch in anderen Geschäften und weiteren Dienstleistern in Laufweite kombinieren.

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