30 Semester Brautpsychologie

Comedy auf der Bühne: Meike Buschening-Kaffenberger plaudert übers Heiraten

Brautladen auf der Bühne: Für die Premiere ihrer Comedyshow hat Meike Buschening-Kaffenberger in der Stadthalle für das passende Ambiente gesorgt.
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Brautladen auf der Bühne: Für die Premiere ihrer Comedyshow hat Meike Buschening-Kaffenberger in der Stadthalle für das passende Ambiente gesorgt.

Vor dem schönsten Tag des Lebens gibt es meistens erst mal stressige Wochen: Location und Caterer müssen ausgewählt, Trauringe und Hochzeitstorte ausgesucht und die Gästeliste erstellt werden.

Langen – Meike Buschening-Kaffenberger kennt all diese Herausforderungen – und versucht ihren Teil beizutragen, damit der Hochzeitstag unvergesslich bleibt. Die 49-Jährige besitzt zwei Brautläden: einen in der Frankfurter Innenstadt, den anderen in Egelsbach. Außerdem ist sie in der VOX-Fernsehsendung „Zwischen Tüll und Tränen“ zu sehen. Seit 15 Jahren berät sie nun Bräute: „Das sind 30 Semester Brautpsychologie. Da macht mir keiner was vor“, sagt Buschening-Kaffenberger.

Von ihren Erfahrungen und Erlebnissen aus ihrer täglichen Arbeit berichtet sie nun unter dem Titel „Meine Bräute & Ich“ in der Stadthalle. Dass der „Tag des Antrags“ ausgerechnet auf denselben Tag fällt wie ihre Comedyshow, sei Zufall, betont Buschening-Kaffenberger. Diesen macht sie sich aber zunutze und ermutigt Pärchen aus dem Publikum, an diesem Abend einen Antrag zu machen. Für potenzielle Interessenten hat Buschening-Kaffenberger ein paar Tipps: So komme es tendenziell nicht so gut an, als Hochzeitsgrund steuerliche Gründe zu nennen.

Doch bevor es zu einem möglichen Antrag kommt, erzählt Buschening-Kaffenberger von ihrem Berufsalltag mit Bräuten, die sich nicht entscheiden können, die beratungsresistent sind oder solchen, die bei ihren Konfektionsgrößen mogeln. Da werde schnell aus einer angeblichen Größe 46 eine 52, sagt Buschening-Kaffenberger. Die 49-Jährige beschränkt sich dann auf knallharte Ehrlichkeit: Eine Braut mit Körbchengröße G habe unbedingt Tattoo-Spitze haben wollen, die mit Knöpfen zusammengehalten wird. „Wenn du einmal niest, dann hat dein Mann alle Knöpfe im Gesicht“, stimmte Buschening-Kaffenberger die Braut um.

Eine Braut kommt jedoch selten allein: Meist bringt sie noch Begleitpersonen mit. „Meine Lieblingskombination ist die aus der Mutter, der Schwiegermutter und der pflichtbewussten Trauzeugin“, verrät Buschening-Kaffenberger. Da brauche es „Nerven aus Drahtseilen, ein Herz aus Gold und einen Charakter aus Stahl“, um dies zu bewältigen. In einem Extremfall habe sich eine Braut mit 14 Freundinnen angemeldet. „Da habe ich beschlossen, den Nachmittag lieber mit meinen Kindern zu verbringen.“ Das habe ihr nachträglich eine schlechte Bewertung im Netz eingebracht. Ins Publikum fragt Buschening-Kaffenberger darum: „Gibt es auch die Möglichkeit, Kunden zu bewerten?“

Das Programm von Buschening-Kaffenberger lebt von der Interaktion mit dem Publikum. So sind auch Kollegen aus der Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ unter den Zuschauern und berichten von Aussagen, die sie nicht mehr von Bräuten hören können. Auch Buschening-Kaffenberger kennt die Fragen nach Rabatten oder Größenzuschlägen. „Wenn ich ein Vier-Mann Zelt haben will, muss ich auch mehr zahlen als für ein Zwei-Mann Zelt.“

Doch auch von gegenteiligen Erlebnissen erzählt Buschening-Kaffenberger. Von Gänsehautmomenten, großen Emotionen und Freudentränen, wenn sich die Braut zum ersten Mal in ihrem Kleid sieht. Dazu gehört auch die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das kurzfristig nach einem Brautkleid für die Mutter sucht, weil die Bestellung aus dem Internet nicht ankam. „Wir haben dann zu viert in zweieinhalb Stunden das Kleid, die Tasche und etwas für die Haare vorbereitet, sodass das Brautpaar pünktlich im Standesamt in Egelsbach ankam.“

Während ihrer Show nimmt sich Buschening-Kaffenberger selbst nicht zu ernst – schließlich wisse sie, dass sie selbst keine 90-60-90-Maße habe: „Ich habe eine Spannbreite wie ein Adler, ein Kreuz wie ein Bergmann. Und ja, ich bin im Ruhrgebiet geboren.“ Einmal sei ihr geraten worden, etwas Luftiges wie eine Tunika anzuziehen. „Dann könnte ich als Litfaßsäule mit meiner eigenen Werbung durch Frankfurt laufen.“ Ihren Zuschauern beschreibt sie ihren persönlichen Weg zur Brautmode: „Für meine Hochzeit habe ich erst ein Kleid und dann ein zweites für das Standesamt gekauft. Und nach der Hochzeit dann den ganzen Laden.“ Später hat sich das Fernsehen bei ihr gemeldet. Seitdem ist sie unter der Woche in der Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ zu sehen.

Der Abend endet im Übrigen dann doch mit einem Antrag: Ein zukünftiger Bräutigam stellt seiner Liebsten die Frage aller Fragen. Zum ‚Ja’ gibt es noch einen Gutschein für den Brautladen von Buschening-Kaffenberger.

VON VANESSA KOKOSCHKA

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