Coronavirus

Asklepios Klinik verdoppelt Kapazität - und eröffnet „Coronastation“

Auf der rasch eingerichteten Covid-19-Station versorgen Ärzte und Pfleger der Asklepios Klinik Schwererkrankte. Momentan sind acht Corona-Patienten in Behandlung.
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Auf der rasch eingerichteten Covid-19-Station versorgen Ärzte und Pfleger der Asklepios Klinik Schwererkrankte. Momentan sind acht Corona-Patienten in Behandlung.

In Langen hat die Corona-Pandemie die Asklepios Klinik fest im Griff. Wegen des Coronavirus hat das Krankenhaus seine Kapazitäten erhöht.

  • Wegen der Corona-Pandemie hat die Asklepios Klinik ihre Kapazitäten erhöht.
  • Es gibt sogar eine „Coronastation“ in Langen.
  • Das Krankenhaus gilt als Level-1-Zentrum.

Langen - Aber mehr noch: Obwohl das Krankenhaus verhältnismäßig klein ist, wurde es von der Landesregierung zu einem von 15 sogenannten Level-1-Zentren ernannt: In diesen hessischen Krankenhäusern sollen nun primär die schwerkranken Covid-19-Patienten versorgt werden. An der Röntgenstraße wurde dafür in Eigenregie Material besorgt und Personal zusammengezogen. Nun gibt es eine separate Covid-Station, insgesamt 28 Intensivbetten stehen zur Verfügung.

„Wir haben unsere intensivmedizinische Kapazität verdoppelt“, sagt Klinik-Geschäftsführer Jan Voigt. Die Kräfte der Intensivmedizin, der Anästhesie und anderer Stationen arbeiteten Hand in Hand. „Zudem haben wir Mitarbeiter vier Wochen lang für den Einsatz in der Intensivmedizin geschult“, sagt Voigt. Normalerweise umfasst das Intensiv-Pflegeteam 38 Personen, nun kamen noch einmal 25 dazu. 14 ärztliche Mitarbeiter sind auf beiden Stationen in Langen im Einsatz.

Langen und Corona: Klinik ist gut gegen Coronavirus gerüstet

Was die Infrastruktur angeht, hat die Langener Klinik ein Ass im Ärmel: Die Ausstattung, um nun auch Patienten mit schwerem Verlauf der neuen Lungenkrankheit zu behandeln, wurde in Langen seit vielen Jahren aufgebaut. So ist sie für die Covid-19-Situation gut gerüstet. „Herz und Hirn“ (Voigt) dieses gut ausgerüsteten intensivmedizinischen Zentrums ist Chefarzt Prof. Dr. Hans-Bernd Hopf, der es mitaufgebaut hat.

„Wir arbeiten mit Hightech, sehr viel Personal und Expertise“, sagt der Leiter der Abteilung für Anästhesie und perioperative Medizin. Hervorzuheben sind die sogenannten ECMO-Plätze, die schwer lungenkranken Patienten das Atmen ermöglichen (siehe Infokasten). Sie können auch den Covid-19-Patienten nun das Leben retten. Die sind natürlich getrennt von den anderen Erkrankten untergebracht.

Langen: In der Klinik gibt es nun eine „Coronastation“

Innerhalb weniger Tage hat die Klinik in Langen eine extra „Coronastation“ für die Intensivpflege der Covid-19-Patienten aus dem Boden gestampft. „Unser Team musste ganz schön improvisieren. Die Infrastruktur so einer Station kann man ja nicht einfach umpflanzen“, sagt Hopf. An einem Intensivplatz werden normalerweise 40 Steckdosen für Monitor, Beatmungsgerät und weitere technische Geräte benötigt. Auf der neuen Station haben wir nur vier Steckdosen“, verdeutlicht Hopf. 

Normalerweise gebe es 14 Intensivbetten, diese Zahl habe man nun auf maximal 28 hochschrauben können. Die Beatmungsgeräte habe die Klinik aber selbst besorgen müssen. „Die Bundesregierung ist anscheinend nicht in der Lage, uns zu helfen“, moniert Hopf. Bisher liefen vier ECMO-Geräte parallel, nun können sechs Patienten zeitgleich behandelt werden – mit Option auf zwei mehr. „Jetzt sind wir ordentlich versorgt und es läuft“, sagt der Chefarzt zufrieden.

Langen: Pfleger kümmern sich um Patienten auf der Coronastation

Das liegt natürlich vor allem am Team von Pflegedienstleiterin Astrid Vogt, die normalerweise für die Stationsleitung der Intensivstation in Langen zuständig ist. Die Pfleger kümmern sich um die Patienten auf der normalen Intensiv- und der hermetisch abgeriegelten Coronastation. „Die Kollegen aus den anderen Abteilungen unterstützen uns unglaublich“, sagt Vogt. Alle agierten als ein großes Team. „Das klappt gut, die Motivation ist hoch“, lobt sie.

Dass dieser Einsatz auch vom Land gewürdigt wird, freut Geschäftsführer Voigt: Denn die Langener Klinik wurde hessenweit als einziger Grundversorger als Level-1-Zentrum aufgenommen – alle anderen sind Unikliniken und Krankenhäuser, die zu Maximalversorgern zählen. „Unsere Arbeit wird also landesweit wahrgenommen, darauf kann das ganze Team sehr stolz sein“, sagt Voigt.

Nach der Kfz-Zulassungsstelle und dem Wertstoffhof wird jetzt auch das städtische Bürgerbüro im Rathaus in Langen wieder geöffnet, das seit Mitte März aufgrund der Corona-Krise für den Publikumsbetrieb geschlossen war.

Von Julia Radgen

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