Radschnellweg

„Eng und gefährlich“ – Reichlich Kritik am Radschnellweg Darmstadt - Frankfurt 

Engstelle: Der Durchgang zwischen der Feldgemarkung und der Goethestraße beim Haus Nummer 132 ist in Teilen nur gut zwei Meter breit. Aber genau dort soll der Radschnellweg, für den eigentlich eine Mindestbreite von vier Metern vorgegeben ist, verlaufen. Foto: Strohfeldt
+
Engstelle: Der Durchgang zwischen der Feldgemarkung und der Goethestraße beim Haus Nummer 132 ist in Teilen nur gut zwei Meter breit. Aber genau dort soll der Radschnellweg, für den eigentlich eine Mindestbreite von vier Metern vorgegeben ist, verlaufen. 

Auf dem derzeit entstehenden Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt sollen Radler – dem Namen entsprechend – schnell, bequem und möglichst ohne größere Hindernisse vorankommen. Überall ist das aufgrund vorhandener Bebauung nicht möglich. 

Langen – Speziell dort, wo die Trasse nicht in freier Natur, sondern im Stadtgebiet verläuft – wie im Süden Langens im Bereich Goethestraße/Im Wiesengrund/Walter-Rietig-Straße.

Die Verantwortlichen bei der federführenden Regionalpark Rhein-Main Süd-West GmbH sowie der Stadt sind der Ansicht, dass die Einschränkungen dort nur gering sind. Doch die Anwohner sehen das anders – und haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Über 100 Anlieger haben bereits unterzeichnet.

Dabei gehe es ihnen nicht darum, den Radschnellweg zu verhindern, sagt Simone Sanetra, eine der Organisatorinnen. Aber sie habe den Eindruck, dass die Planer die Probleme nicht sehen wollten.

Das beginne dort, wo die geplante Trasse aus der Feldgemarkung von Egelsbach her am Haus Goethestraße 132 aufs bebaute Gebiet trifft. Laut einer Pressemitteilung der Stadt von Ende April sei der Durchgang zwischen den Grundstücken bereits auf knapp drei Meter verbreitert worden. Simone Sanetra hat nachgemessen – und kommt in Teilen des Weges auf nur 2,01 Meter. Zudem sei die Übersicht bei der Einfahrt in die Goethestraße durch eine Wand und parkende Autos stark eingeschränkt – für die Anwohnerin eindeutig eine Problemstelle. Denn das Ziel der Radtrasse sei ja, dass die Nutzer schnell unterwegs sind.

Im weiteren Verlauf der Straße Im Wiesengrund sowie in der Walter-Rietig-Straße lauere ebenfalls Gefahr. Zum einen sei die 90-Grad-Kurve am Ende des Wiesengrunds unübersichtlich, auch die weiteren Kreuzungsbereiche (Lessingstraße, Florian-Geyer-Straße, Übergang zum Radweg an der Bahn) seien kritisch. Dazu komme, dass von vielen Grundstücken beim Ausparken rückwärts auf die Fahrbahn gefahren werde. „Schon jetzt kommt es täglich zu gefährlichen Begegnungen zwischen Rad- und Autofahrern“, berichtet Simone Sanetra. Wenn der Bereich aber erst einmal zur Fahrradstraße erklärt werde, würden Radler, die dann ja bevorrechtigt unterwegs sind, mit Sicherheit nicht so achtsam sein wie derzeit, fürchtet sie.

Auch treibt die Anwohner ein ganz praktisches Problem um: Schon jetzt sei speziell die Walter-Rietig-Straße komplett zugeparkt. Wenn aber – wie aus den Radschnellweg-Planungen hervorgeht – dort einige Parkplätze wegfallen, nehme der Druck noch weiter zu. „Viele der Häuser dort sind zum Teil schon so alt, dass auf den Grundstücken gar keine Möglichkeit für Stellplätze vorgesehen ist“, sagt Simone Sanetra.

Was den Anwohnern in diesem Bereich sauer aufstößt, ist, dass sie von den Planungsverantwortlichen „weder gehört noch eingebunden“ wurden. Und eine für kommende Woche geplante Ortsbegehung des Ausschusses für Umwelt, Bau und Verkehr der Stadtverordnetenversammlung sei mit Verweis auf Corona abgesagt worden. „Eigentlich wollten wir dort die Unterschriften übergeben“, erklärt Simone Sanetra. „Wir werden uns nun überlegen, wie wir das bei einer anderen Gelegenheit machen.“

Die Forderung der Anwohner an die Planer jedenfalls sei eindeutig: „Bitte schaut ganz genau hin und arbeitet die Probleme Stück für Stück ab. Und zwar nicht nur die Gefahrenstellen, sondern auch die Auswirkungen auf die Parksituation.“

VON MARKUS SCHAIBLE

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare