Sicher lotsen trotz Krise

Wie die Deutsche Flugsicherung in Langen mit Corona umgeht

Die DFS in Langen sieht sich gut auf Corona vorbereitet. Auch für Fälle in den eigenen Reihen ist vorgesorgt.

  • Die Deutsche Flugsicherung sieht sich gut auf das Coronavirus vorbereitet
  • Bei der DFS in Langen wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen
  • Die DFS ist Teil der kritischen Infrastruktur

Langen – Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die Deutsche Flugsicherung (DFS). „Aber wir haben keine Personalnot“, stellt Pressesprecherin Ute Otterbein klar. Die DFS sei stets auf mögliche Krisensituationen vorbereitet, um ihren wichtigen Betrieb aufrechtzuerhalten. Das gelte für einen lang anhaltenden Stromausfall, der die technischen Systeme lahmlegt, ebenso wie für eine Pandemie wie aktuell.

Flugsicherung in Langen schon länger vorbereitet

Bereits Ende Februar habe die Flugsicherung angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa ein Expertenteam aus verschiedenen Bereichen zusammengestellt. „Das Team beobachtet die Entwicklung kontinuierlich. Die Experten treffen sich täglich und erarbeiten geeignete Maßnahmen, um unsere Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen und die Dienste der operativen Bereiche Betrieb und Technik aufrechtzuerhalten“, sagt Otterbein.

Zudem stimme sich das Team regelmäßig mit den Gesundheitsbehörden ab. „Der Umgang mit solchen Krisenszenarien gehört zum Kerngeschäft jeder Flugsicherungsorganisation“, betont die Sprecherin.

DFS trifft Vorkehrungen in Zentrale in Langen

Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehört unter anderem, dass das Unternehmen Dienstreisen in Risikogebiete verboten und die Teilnahme an Großveranstaltungen wie Messen abgesagt hat. 

Mitarbeiter, die dennoch privat in Corona-Risikogebiete reisten, mussten das der Geschäftsleitung melden. Außerdem habe das Unternehmen mit Sitz im Neurott die Besuche an allen Standorten eingeschränkt, berichtet Otterbein. „Zutritt zu den Betriebsräumen in Center und Tower haben bis auf Weiteres nur die dort tätigen Mitarbeiter.“

Die Geschäftsführung habe zudem alle Mitarbeiter aufgerufen – schon vor den offiziellen Absagen – keine Großveranstaltungen mehr zu besuchen. „Wir haben natürlich mehr Desinfektionsmittel bereitgestellt, um die Hygiene zu erhöhen. Und Flächen werden öfter gereinigt“, zählt Otterbein auf. 

Homeoffice ist bei der Deutschen Flugsicherung nicht immer möglich

Wer aus einem Risikogebiet – etwa in Südtirol oder Norditalien – zurückkehrte, wurde sicherheitshalber freigestellt. „Auch wer bei sich oder seinem Partner Symptome feststellt und den Verdacht hat, dass er sich infiziert hat, bleibt natürlich zuhause“, sagt die Sprecherin.

Die DFS hat für ihre Mitarbeiter eine Hotline eingerichtet, um zu informieren. Wo möglich, etwa im Verwaltungsbereich, sind die Mitarbeiter derzeit ins Homeoffice gewechselt. Das ist natürlich für die Fluglotsen, die den Luftraum überwachen müssen, nicht möglich. 

Auch höhere Krankenstände bei DFS in Langen kein Problem

Derzeit gebe es aber Überlegungen, die Lotsen in zwei räumlich getrennte Teams zu unterteilen – um im Falle eines Infektionsverdachts weitreichende Quarantäne zu vermeiden. „Wir stehen in Telefonkonferenzen regelmäßig mit Flugsicherungen aus anderen EU-Ländern in Kontakt. In einigen Ländern wird schon mit geteilten Gruppen gearbeitet“, sagt Otterbein.

Die DFS gehe davon aus, dass sie auch stärkere Personalausfälle bewältigen kann. Auch bei erhöhtem Krankenstand, wie bei schweren Grippewellen, könne die Flugsicherung den Personaleinsatz und die Abläufe so steuern, dass die Auswirkungen auf den Flugverkehr möglichst gering sind. 

Kita-Notbetreuung für Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung

Ohnehin ist der durch die Pandemie derzeit reduziert. Im Extremfall würden Sektoren zusammengelegt: Die Lotsen müssen also einen größeren Luftraum als gewöhnlich überwachen. „Die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs ist aktuell gesichert“, heißt es somit aus dem Neurott. Um die Betreuung ihrer Kinder brauchen sich viele Mitarbeiter nicht zu sorgen. „Wir gehören zur kritischen Infrastruktur und fallen unter die Regelungen zur Kita-Notbetreuung.“

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