Einzelhandel

Alt und unwirtschaftlich: Zwei Rewe-Filialen schließen im Dezember

Bald ist er nicht mehr da: Der Rewe-Markt an der Darmstädter Straße gilt als Nahversorgungszentrum.
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Bald ist er nicht mehr da: Der Rewe-Markt an der Darmstädter Straße gilt als Nahversorgungszentrum.

Da werden sich viele Langener nach einem neuen Ort für ihren Wocheneinkauf umgucken müssen: Rewe hat entschieden, zwei Märkte in Langen zu schließen – und zwar im Dezember. 

Langen – Wie der Einzelhandelsgigant der Stadt vor Kurzem mitteilte, wird die Filiale in der Liebigstraße schon zum 4. Dezember dichtgemacht, der Markt an der Darmstädter Straße folgt eine Woche später, schließt zum 11. Dezember. Die Filiale An der Winkelwiese ist nicht betroffen.

„Den Rewe-Markt in der Liebigstraße betreiben wir seit über 35 Jahren. Inzwischen gibt es leider einen hohen Investitionsstau und der Markt entspricht nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Vollsortimenter“, erklärt Unternehmenssprecherin Anja Krauskopf auf Anfrage. Ausschlaggebend sei aber die Ansiedlung neuer Wettbewerber im benachbarten Forum Langen, das am 19. November eröffnet, unter anderem mit einem HIT-Lebensmittelmarkt. „Damit ist eine wirtschaftliche Betreibung des Rewe-Standortes nicht mehr möglich“, so Krauskopf.

Langen: Gleich zwei Rewe-Märkte schließen noch 2020 - Neuer Wettbewerber im Forum

Der Rewe-Markt in der Darmstädter Straße hat ebenfalls schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. Auch hier gebe es einen hohen Investitionsstau, der Markt entspreche nicht mehr den Kundenanforderungen. „Und wir erwarten hier ebenfalls Umsatzeinbußen durch die neuen Märkte im Forum Langen“, betont Krauskopf. Mit „Investitionsstau“ ist gemeint, dass sich einige dringend nötige Renovierungsmaßnahmen angesammelt haben. „Die beiden Filialen entsprechen nicht mehr dem Stand der Dinge“, sagt Krauskopf. Daran sei niemand Schuld, es liege einfach am Alter der beiden jeweiligen Immobilien. Dann müsse man abwägen, so Krauskopf, „ob sich ein aufwendiger Umbau oder eine Sanierung lohnen – mit Blick auf den Umsatz, den die Märkte noch machen“. Offensichtlich kam man bei der Rewe-Group zu dem Schluss: Es lohnt sich nicht mehr.

Die städtische Wirtschaftsförderung hat bereits Kontakt zu dem Eigentümer der Immobilie in der Liebigstraße aufgenommen. Laut Aussage des Besitzers stehe ein Vertrag mit einem Nachmieter mit ähnlichem Warensortiment „kurz vor der Unterschrift“, teilt die Stadt mit. Um welches Unternehmen es sich handelt, ist noch nicht bekannt.

„Wir schließen“, steht auf Plakaten an den Fensters des Rewe in der Liebigstraße.

Rewe-Märkte in Langen machen dicht: Bürgermeister versucht Lösung zu finden

Auch am Standort Darmstädter Straße versuchen Bürgermeister Jan Werner, die Mitarbeiter des Fachdienstes Bauwesen, Stadt- und Umweltplanung sowie der Wirtschaftsförderung gemeinsam mit den Eigentümern eine Lösung zu finden. „Der Rewe-Markt ist ein wichtiger Baustein für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in diesem Gebiet und es ist oberstes Anliegen der Verwaltung, einen adäquaten Nachfolger zu finden“, erklärt Werner. Der Standort gilt laut Einzelhandels-/Zentrenkonzept der Stadt als sogenanntes Nahversorgungszentrum und ist „von besonderer Bedeutung, gerade für die nicht-mobilen Bevölkerungsgruppen in diesem Bereich“, wie es in einer Mitteilung heißt. Es gebe einen rechtskräftigen Bebauungsplan für das Grundstück, der dieses als „Mischgebiet“ ausweist und explizit eine gewerbliche Nutzung vorsieht. Einer reinen Wohnbebauung werde man „konsequent einen Riegel vorschieben“, betont Werner.

Langfristig soll die Zahl der Rewe-Märkte im Stadtgebiet wieder von eins auf zwei steigen, eine neue Filiale wird nämlich im Erdgeschoss des Stadtquartiers einziehen, das die Firma Salco zurzeit an der Bahnstraße errichtet. „Die Arbeiten laufen trotz Corona relativ nach Plan. Die Eröffnung ist aber frühestens 2022“, betont Rewe-Sprecherin Krauskopf. „Der Neubau steht aber in keinem Zusammenhang mit der Schließung der genannten Märkte.“ (Manuel Schubert)

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