Dreieichschulleiterin geht in Ruhestand

Abschied von der „Wunderwaffe“

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Dr. Volker Stürzer verabschiedete Schulleiterin Heidi Höreth-Müller.

Langen - Zäsur an der Dreieichschule: Zum Schuljahresende geht nicht nur die Schulleiterin in Ruhestand, sondern gleich die halbe Schulleitung. Zur Verabschiedung von Heidi Höreth-Müller kamen gestern zum Festakt zahlreiche Gäste ans Gymnasium. Von Markus Schaible

Sechs Pädagogen umfasst das Leitungsteam der Dreieichschule – drei von ihnen haben heute (neben weiteren Lehrkräften) ihren letzten Schultag: Mit Schulleiterin Heidi Höreth-Müller treten auch Studienleiterin Edeltraut Hederer-Kunert sowie Holger Windmöller (Fachbereichsleiter Gesellschaftswissenschaften) in den Ruhestand.

Nachdem sie selbst am Vortag die scheidenden Kollegen (siehe Kasten) verabschiedet hatte, stand der gestrige Tag ganz im Zeichen des Festaktes für Heidi Höreth-Müller. Die Reden waren dabei – passend zur musikalischen Ausrichtung der Schule – von Beiträgen verschiedener Schülerensembles umrahmt.

„Sie hat so ziemlich alles gemacht, was im pädagogischen Umfeld möglich ist“, hob Dr. Volker Stürzer, Gymnasialdezernent beim Staatlichen Schulamt, mit Blick auf die umfangreiche Personalakte und mehr als 40 Dienstjahre hervor. Nach Abitur (1970 in Babenhausen) und Studium (Fächer: Deutsch, Englisch) war Höreth-Müller 20 Jahre an der Dreieicher Weibelfeldschule, ehe sie 1999 als Fachbereichsleiterin an die Rudolf-Koch-Schule Offenbach wechselte. 2005 kam sie nach Langen, zuerst als Stellvertreterin von Schulleiter Bernhard Zotz, ab 2013 als dessen Nachfolgerin.

Im Schulamt habe sie sich dann den Ruf als „pädagogische Wunderwaffe“ erworben, als sie parallel zur Arbeit in Langen auch noch an der Rudolf-Koch-Schule die Leitung übernahm, da dort die komplette Doppelspitze fehlte. An der Dreieichschule hat sie den Wechsel von G9 auf G8 und wieder zurück begleitet, rief Stürzer in Erinnerung.

Eigentlich hätte Höreth-Müller bereits vor einem Jahr in den Ruhestand gehen können, hatte dies aber aufgeschoben, um eine geordnete Übergabe zu ermöglichen. Dies sei gelungen, sagte Stürzer, der auch gleich die erforderlichen Papiere für die bisherige Stellvertreterin und künftige Leiterin Nicole Ott im Gepäck hatte (eine offizielle Einführung folgt noch).

Ebenfalls die Dreieichschule verlassen (von links) Hans-Günther Oelkers, Gerhard Rossin, Edeltraut Hederer-Kunert, Eduard Hubl, Inge Oberndorfer, Rainer Hardt und Holger Windmöller.

„Tatkräftigen Einsatz“ bescheinigte Bürgermeister Frieder Gebhardt der scheidenden Schulleiterin. In ihrer Zeit sei beispielsweise der Schüleraustausch mit der spanischen Partnerstadt Aranda de Duero initiiert worden. Pfarrer Steffen Held (Evangelische Kirchengemeinde) verwies auf eine immer konstruktive Zusammenarbeit, die sich unter anderem im Café 46 im Petrusgemeindehaus („Eine feste Größe in der Jugendarbeit“), aber auch in der alljährlichen Kranzniederlegung an der Gedenkstätte Ehemalige Synagoge zeige. Ihre „wertschätzende Kommunikation“ im Schulleiterkreis lobte Max Leonhardt (Ludwig-Erk-Schule) im Namen der anderen Bildungseinrichtungen der Stadt. Und ihr Vorgänger Bernhard Zotz bescheinigte Heidi Höreth-Müller, immer „einfache Lösungen gesucht und immer hervorragende gefunden zu haben“. Weitere lobende Worte gab es aus der Schulgemeinde und von den Fachschaften.

Und was folgt nun? „Es ist so viel liegen geblieben“, sagt die künftige Ruheständlerin. Sie wolle schauen, „was sich auftut“ und ob sich zu ihren Hobbys Lesen und Kochen vielleicht noch ein ehrenamtliches Engagement gesellen könne. Jetzt freue sie sich erst einmal darauf, dass sie nicht mehr morgens zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein müsse, so Heidi Höreth-Müller.

Altgediente nehmen Abschied

Auch weitere langjährige Lehrer der Dreieichschule gehen in den Ruhestand:

  • Edeltraut Hederer-Kunert, Mathematik/Erdkunde; seit 2003 an der DSL, davor Weibelfeldschule
  • Holger Windmöller, Englisch, Geschichte, Politik und Wirtschaft; seit 1983 an der DSL
  • Gerhard Rossin, Englisch und Erdkunde, seit 1980 an der DSL
  • Rainer Hardt, Englisch und Französisch, seit 1982 an der DSL
  • Inge Oberndorfer, Kunst und Biologie, seit 1983 an der DSL
  • Eduard Hubl, Sport sowie Wahlunterricht „Architektur“, „Sport und Gesundheit“, „Biologie des Menschen“, seit 2006 an der DSL
  • Zudem verlässt Hans-Günther Oelkers, seit 2010 evangelischer Schulpfarrer, die Dreieichschule. Er wechselt in gleicher Funktion an die Leibnizschule in Offenbach.

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