Organisatoren diskutieren Alternativen

Kein Feuerwerk beim Ebbelwoifest? Veranstalter will Klima schützen

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Kein Feuerwerk zum Ebbelwoifest? An diesen Gedanken müssten sich viele der Besucher des Festes in Langen erstmal gewöhnen. (Symbolbild)

Traditionell gehört ein Feuerwerk zum Ebbelwoifest in Langen. 2020 könnten die Veranstalter jedoch auf die Ballerei verzichten. Eine Alternative gäbe es. 

  • Vom Freitag, 19. Juni, bis Montag, 22. Juni, findet in Langen das Ebbelwoifest statt
  • Traditionell gehört ein Feuerwerk zu der Veranstaltung
  • 2020 könnten die Veranstalter auf das Feuerwerk verzichten – haben aber eine Alternative im Kopf

Langen – Das Feuerwerk gehört für viele Langener zum Ebbelwoifest dazu wie das Stöffche, das aus dem Vierröhrenbrunnen fließt. Und doch könnte das bunte Spektakel schon bald der Vergangenheit angehören: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) als Festorganisator denkt laut darüber nach, auf das Feuerwerk zu verzichten – aus Gründen des Klima- und des Tierschutzes.

„Uns erreichen immer wieder sehr freundliche Mails zu diesem Thema“, erklärt Vorsitzender Walter Metzger. „Und die nehmen wir sehr ernst.“ Er selbst sei der Meinung, „dass wir aus den genannten Gründen zu einer anderen Lösung kommen müssen“ – als Beispiel nennt Metzger eine Lasershow. In diesem Jahr werde es aber auf jeden Fall noch ein Feuerwerk (und dann wieder am Freitag) geben, allein schon, weil so schnell keine Alternative auf die Beine gestellt werden könne.

Langen: Ebbelwoifest mit Lasershow statt Feuerwerk?

Treue Mitglieder ehrten Vorsitzender Walter Metzger (rechts) sowie (von links) seine Vorstandskollegen Stefan Schmidt und Rainer Schüller. Urkunden gab es für (weiter von links) Dr. Joachim Rahmig, Willi Jakobi, Edgar Herth, Luise Felke, Manfred Wuttke und Manfred Stein. 

Bei der Jahreshauptversammlung sprach Metzger das Thema schon mal an. Auch auf die mit steter Regelmäßigkeit geführte Diskussion um die Heckenwirtschaften ging er ein: „Wir unternehmen alles, aber wirklich alles, um den Bestand der Heckenwirtschaften zu sichern. Denn gerade sie sind die Garanten für ein erfolgreiches Ebbelwoifest.“

Generell zog Metzger wieder eine überaus positive Jahresbilanz, die erfolgreiche Großveranstaltungen wie Weihnachtsmarkt und Weinfest ebenso umfasste wie kleinere Aktionen wie „Langen räumt auf“ oder das Neujahrstreffen am Brezelstein. Auch Probleme sprach der VVV-Chef an, etwa bei der Aktion „Langen blüht auf“. Bei dieser verschönern 92 Blumenampeln die Stadt; der Verein lässt sich Bepflanzung, Auf- und Abhängen rund 7 000 Euro kosten. 

Die Stadt, die bisher das Gießen übernahm, wolle das aber angesichts der Finanzlage nicht länger tun, hat Metzger erfahren; zudem werde das dafür eingesetzte Fahrzeug nun primär zur Bewässerung der neu angepflanzten Bäume nach dem August-Sturm benötigt. Er sei derzeit dabei, eine andere Finanzierung durch Sponsoring (es geht um 10 000 Euro) zu realisieren; es werde aber auch noch Gespräche mit der Stadt geben, wie die Bewässerung erfolgen könne. „Wir wollen die Aktion auf jeden Fall beibehalten“, sagt Metzger, „und ich bin optimistisch, dass uns das gelingt.“

Langen: Sanierung des Ludwigsbrünnchens macht Sorgen

Sorgen bereitet dem VVV-Vorsitzenden auch die Sanierung des Ludwigsbrünnchens in der Koberstadt, die durch den Sturm deutlich verzögert wurde – die Arbeiter kamen schlichtweg nicht hin. Der eigentliche Brunnen sei von den Kommunalen Betrieben abgebaut und aufgearbeitet worden, allerdings solle auch der ihn speisende Tränkbach renaturiert werden. Im Bachbett finden sich nicht nur Baumstämme, sondern aus früheren Zeiten auch Schottersteine, Betonteile und Bauschutt. Er hoffe, dass der beauftragte Gartenbaubetrieb in Kürze loslegen könne und die Arbeiten bis März abgeschlossen seien, so Metzger.

Zum Bereich Verschönerung zählt beim VVV auch das Aufstellen und Sanieren von Ruhebänken. 300 hat der Verein in den 1960er Jahren angeschafft, sie müssen nach und nach aufgearbeitet werden. Vergangenes Jahr war das bei weiteren fünf der Fall, sodass seit 2015 bereits 65 Bänke saniert wurden. Zudem konnten 2019 die bereits ein Jahr zuvor gestifteten neuen Sitzbänke für den Stadtpark und den Bereich hinter der Stadthalle der Öffentlichkeit übergeben werden.

Langen: VVV hat 907 Mitglieder – Leichter Anstieg zu 2020

Möglich sind all die Aufgaben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein alljährlich anpackt, einerseits durch Sponsoren, andererseits aber auch durch die Beiträge der Mitglieder. Von denen könne der VVV gar nicht genug haben, warb der Vorsitzende – und konnte gleichzeitig verkünden, dass die Zahl im vergangenen Jahr um 22 gestiegen ist. 907 Mitglieder verzeichnete der Verein zum Jahreswechsel: „Wir gehören damit weiterhin zu den größten Heimat- und Bürgervereinen in Hessen“, freut sich Metzger.

Bei der Versammlung wurden auch treue Mitglieder geehrt: 50 Jahre dabei sind Luise Felke und Dieter Göbel, 40 Jahre Dr. Joachim Rahmig sowie 25 Jahre Willi Jakobi, Edgar Herth, Manfred Wuttke, Manfred Stein, Wolfgang Weiske, Ulli Schmidt, Volker Trippel, Renate Uhrig, Jörg Tetzlaff, Jürgen Barth, Rosemarie Stink, Wilfriede Sehring, Dieter Eich, Bernd Hoffmann und Elisabeth Oppermann-Willers.

Von Markus Schaible

Zuletzt gab es hitzige Debatten um die Tradition Feuerwerk. Bei der Kerb in Urberach wurde die Ballerei beispielsweise wegen der hoher Kosten und Feinstaubbelastung abgesagt. Zu Silvester forderten viele mit Blick auf Sicherheit, Umweltschutz und Tierwohl gar ein Feuerwerk-Verbot. In Offenbach wurde – anders als in anderen hessischen Städten – auf ein solches Feuerwerk-Verbot verzichtet

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