Mitglieder der Egelsbacher Grünen mit Unterschriftenaktion

Straßensperrung ein Dorn im Auge

Egelsbach/Langen - Mit einer Unterschriftenaktion wollen Mitglieder der Egelsbacher Grünen gegen die Sperrung der K168 beim Fürstlichen Gartenfest vorgehen. Oder die Veranstaltung mit jährlich rund 20.000 Besuchern gleich ganz untersagen lassen. Von Markus Schaible 

Es gibt Bürger in Egelsbach, die seit dem ersten Fürstlichen Gartenfest 2006 „not amused“ über die Veranstaltung beziehungsweise die Auswirkungen auf die Verkehrsführung sind. Um der Besucher- und vor allem der Fahrzeugmassen Herr zu werden, wird an allen drei Tagen die Kreisstraße 168/Prinzessin-Margaret-Allee gesperrt und zum Parkplatz erklärt (unsere Zeitung berichtete gestern); nur nachts ist sie normal befahrbar. Wer also aus Richtung Mörfelden/A 5 kommt oder dorthin möchte, muss einen längeren Umweg in Kauf nehmen.

Was etlichen Egelsbachern also ein Dorn im Auge ist, haben zwei grüne Lokalpolitiker – Michael Sarnecki und Uwe Hesse – nun zum Anlass für eine Unterschriftenaktion genommen. Ihre Forderung: Ab 2018 soll das Gartenfest ohne eine Sperrung der K 168 auskommen – oder eben nicht stattfinden.

„Für ein Fest, das letztlich eine Privatveranstaltung zum Geldverdienen ist, wird der Allgemeinheit einiges zugemutet“, heißt es auf den Unterschriftenlisten, die ausgefüllt an die beiden Initiatoren sowie den Grünen-Fraktionschef Harald Eßer zurückgegeben werden sollen. Und weiter: „Umso ärgerlicher, dass niemand es für nötig erachtet, mit den betroffenen Anliegern Kontakt aufzunehmen, wie man das unter guten Nachbarn tun würde. Niemand hält es für erforderlich, auch die Interessen der Egelsbacher zu berücksichtigen. So geht’s nicht.“

In ihrem E-Mail-Rundschreiben weisen die Grünen darauf hin, dass es sich nicht um eine offizielle Aktion der Partei handelt, da sie das Thema nicht parteipolitisch besetzen wollen. Gleichwohl unterstütze der Ortsverband die Unterschriftensammlung „natürlich“.

Teilweise „übers Ziel hinausgeschossen“ ist die Initiative in den Augen von Egelsbachs Bürgermeister Jürgen Sieling – zumindest was die Forderung nach einem Verzicht auf das Gartenfest betrifft: Die überregional beworbene Veranstaltung strahle auch positiv auf Langen und Egelsbach. Zudem sei die Egelsbacher Verwaltung sehr wohl in die Vorbereitungen eingebunden.

Natürlich sei die Sperrung der K 168 nicht sonderlich glücklich. Gerade Pendler seien sauer, wenn sie freitags einen längeren Umweg fahren müssten. Er habe vor einigen Jahren deshalb auch schon mal einen Brief an den Landrat (letztlich ist der Kreis für das Verkehrskonzept mit Sperrung der Kreisstraße verantwortlich) geschrieben. „Antwort war, dass es keine bessere Alternative gibt“, so Sieling. Natürlich würde er es begrüßen, wenn es weitere Gespräche gebe, um andere Lösungen auszuloten. Allerdings sagt der Bürgermeister auch: „Bei mir sind in den vergangenen zwei oder drei Jahren keine Beschwerden mehr eingegangen.“

Fürstliches Gartenfest 2016: Fotos

Auch Langens Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) hat durchaus Verständnis für den Unmut der Autofahrer, sagt mit Blick auf die Unterschriftenaktion seiner Egelsbacher Parteifreunde mit dem Vorwurf fehlender Absprache aber: „In sämtliche Gespräche sind der Kreis sowie die Gemeinde Egelsbach und die Stadt Langen eingebunden.“ Eine andere Möglichkeit als die Sperrung der K 168 während des Gartenfestes aber gebe es nicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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