Heimatkunde

Wo einst die Römer marschierten: Suche nach historischer Straße im Umfeld des Schnainwegs

Interessante Funde: Alte Keramiken, Schnallen, Münzen und Munition kamen bei der Sondenbegehung am Schnainweg zu Vorschein.
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Interessante Funde: Alte Keramiken, Schnallen, Münzen und Munition kamen bei der Sondenbegehung am Schnainweg zu Vorschein.

Auch wenn der Nachweis derzeit noch nicht erbracht ist, auf dem Stadtplan wird es schon bald nachzulesen sein: Langen spielte schon in der Römerzeit eine nicht unwichtige Rolle.

Langen – Die Heimatkundigen im Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV), Reinhold Werner und Heribert Gött, hatten für die Benennung von Straßen im Wohngebiet Liebigstraße eine Eingabe an die Stadtverordnetenversammlung gemacht, um ein Stück Stadtgeschichte zu erhalten. Zu ihrer Freude folgte das Plenum dem Vorschlag: Die große Erschließungsstraße entlang der Nordumgehung wird den Namen „Alte Römerstraße“ erhalten.

Im Vorfeld der Bebauung gab es bereits eine geomagnetische Prospektion/Untersuchung mit archäologischen Grabungen, um die vermutete alte römische Straßenverbindung im Bereich des Schnainwegs aufzuspüren. Diese soll Teil eines römischen Wegenetzes gewesen sein, das der Heimatforscher Karl Nahrgang in seinem Atlas für Siedlungskunde gezeichnet und auch Dr. Betzendörfer in der „Geschichte der Stadt Langen“ beschrieben hat. „Die Messdaten ließen die erwartete Römerstraße zwar nicht deutlich erkennen, aber die ortsgeschichtliche Vermutung sollte durch die Namensgebung einer Straße nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Werner.

Schwierige Suche: Auf der Karte des Heimatforschers Karl Nahrgang ist die alte Römerstraße verzeichnet, in natura aber fehlt der Nachweis auf ihre Existenz noch.

Unabhängig davon hatten die Heimatkundigen nach Absprache mit Behörden und Bauträger mit einem befreundeten Heimatforscher eine separate Sondenbegehung organisiert. Sie fand auf Nebenflächen zum „Schnoawääg“ (Schnainweg) statt.

Die gesammelten Streufunde sind zwar nicht aus der Römerzeit, aber für die Heimatkundler dennoch interessant: Gefunden wurden auf den Feldern alte Keramiken, eine Schuhschnalle aus dem 17. Jahrhundert, eine Gewandschnalle aus dem 19. Jahrhundert, eine Uniform-Gürtelschnalle aus dem Ersten Weltkrieg und panzerbrechende Wuchtmunition aus den 1950er Jahren.

Die Heimatkundigen werden dieses Baugebiet weiter im Auge behalten und beim Aushub des asphaltierten Schnainwegs eine weitere Sondenbegehung beantragen, um die alte Römerstraße zu lokalisieren.

VON MARKUS SCHAIBLE

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