Behindertenhilfe Langen

Aus für integratives Spielareal in Langen

Naturnahe Spieloase: So sah das Erlebnisgelände der Behindertenhilfe an der Ecke Mosel-/Elisabethenstraße bei der Eröffnung vor zehn Jahren aus.
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Naturnahe Spieloase: So sah das Erlebnisgelände der Behindertenhilfe an der Ecke Mosel-/Elisabethenstraße bei der Eröffnung vor zehn Jahren aus.

Früher konnten dort behinderte und nicht-behinderte Kinder zusammen spielen, jetzt haben Bagger das Spiel- und Therapiegelände im Nordend dem Erdboden gleich gemacht.

Langen – Nach zehn Jahren, in denen auf dem etwa 1 000 Quadratmetern großen Spielgelände der Behindertenhilfe Offenbach an der Elisabethenstraße integrativ getobt und gelernt werden konnte, ist nun Schluss. Das ist aber keine neue Wendung, sagt Stadtsprecher Roland Sorger: „Es ist natürlich immer bedauerlich, wenn ein Spielplatz verloren geht, aber das war von Anfang an so ausgelegt. “.

Das Gelände gehöre den Stadtwerken, die es der Behindertenhilfe verpachtet hatten – nun jedoch wieder selbst benötigen. Laut Sorger soll das Areal als Lagerfläche für das kommende Neubaugebiet Liebigstraße – und das neue Blockheizkraftwerk des Energieversorgers dort – genutzt werden. „Das war einvernehmlich so abgesprochen“, sagt Sorger. Die Spielgeräte seien größtenteils entsorgt worden, da sie in die Jahre gekommen sind. „Sie hätten dringend erneuert werden müssen“, so der Stadtsprecher. Einfach versetzen könne man das Erfahrungs- und Freizeitgelände, das im August 2010 eröffnet wurde, nicht. Es gebe keine geeignete Ersatzfläche.

Alfred Fippl, Geschäftsführer der Behindertenhilfe Offenbach, sagt, der Rückbau sei lange vorbereitet gewesen. „Für uns war das Gelände ohnehin nicht mehr so gut nutzbar“, so Fippl. Das Spielareal lag in unmittelbarer Nähe zum Autismus-Therapieinstitut in der Moselstraße. Das Langener Institut ist eine von hessenweit neun Anlaufstellen für Menschen mit Autismus und ihre Familien, die der Verein betreibt. Im September ist die Einrichtung aber in die Robert--Bosch-Straße umgezogen. „Danach war der Weg für unsere Gruppen einfach zu weit“, sagt Fippl. Er bedauert zwar, dass das Spielgelände, das mit seinen Kletter- und Balanciergeräten, Fühl- und Matsch-Ecken sowie Kräuterbeeten speziell auf Autisten und behinderte Kinder ausgerichtet war, nun wegfällt. „Aber es entsteht ja immerhin ein neuer Spielplatz an der Liebigstraße“, so Fippl.

VON JULIA RADGEN

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