BILLARD-CLUB

Erste Duelle in der Westendhalle: Verein feiert 50. Geburtstag

Billard mit Handicap: Beim „Räuberpokal“, einem Spaßturnier im Jahr 1989, musste mit Augenklappe gespielt werden. Das beeinträchtigte die räumliche Wahrnehmung und machte das Spielen schwieriger.
+
Billard mit Handicap: Beim „Räuberpokal“, einem Spaßturnier im Jahr 1989, musste mit Augenklappe gespielt werden. Das beeinträchtigte die räumliche Wahrnehmung und machte das Spielen schwieriger.

Dort, wo heute Schnitzel mit Pfeffersoße, Rumpsteak mit Schmorzwiebeln und Handkäs’ mit Musik aufgetischt werden, rollten vor fünf Jahrzehnten noch die Kugeln

Langen - In der Westendhalle am Bahnhof fanden sich am 1. Juni 1970 die Urväter des Langener Billard-Clubs zur Gründungsversammlung ein. Und trafen sich fortan regelmäßig in der Gaststätte, um die Queues zu kreuzen.

In diesem Sommer feiert der Verein seinen 50. Geburtstag. Doch das Jubiläumsjahr ist ein ruhigeres. In den zurückliegenden Monaten ist aufgrund der Corona-Pandemie auch beim Billard-Club alles ein wenig ins Stocken geraten. Zwar kehrt langsam wieder Leben ein am Billardtisch, statt in der großen Gruppe wird zurzeit aber eher einzeln oder zu zweit trainiert. „Wir sprechen uns ab, damit nicht zu viele gleichzeitig da sind“, betont Sportwart Jens Schneider. Auch die Feier zum Vereinsjubiläum musste am vergangenen Samstag etwas kleiner ausfallen und in geschlossener Gesellschaft stattfinden.

In der Westendhalle, wo einst alles begann, trifft sich der Verein schon lange nicht mehr. Bereits 1972 hat der Billard-Club seinen eigenen Raum im Clubhaus des FC Langen bezogen und fühlt sich bis heute dort heimisch. Von der Decke baumeln die typischen tief hängenden Lampen, darunter stehen acht Billardtische – vier gewöhnliche Pool-Tische und vier sogenannte Karambol-Tische. Letztere sind größer und haben keine Taschen. Auf ihnen spielt man spezielle Billardvarianten wie das 5-Kegel-Billard, bei dem nur drei Kugeln zum Einsatz kommen und kleine Plastikkegel abgeräumt werden müssen.

Viel Platz für ausgiebige Duelle mit Queue und Kugeln: Im Clubhaus des FC Langen hat der Billard-Club seinen eigenen Raum mit acht Tischen.

Rund 20 Mitglieder zählt der kleine Verein, um die zwölf davon spielen aktiv und kommen regelmäßig vorbei, um zu trainieren. „Jeder hat einen Schlüssel“, erklärt Schneider. „Wenn man Zeit hat, geht man einfach hin.“ Vorher werden die Hände desinfiziert, währenddessen Abstand gehalten. Das Gute am Billard sei, dass man auch alleine trainieren könne, erzählt der 36-Jährige. Stoßfolgen, verschiedene Positionierungen der weißen Kugel, solche Dinge eben. „Das konnten wir ganz gut regeln.“ Trotz Corona.

Auch wettkampftechnisch war in diesem Jahr bislang wenig los. Im Frühjahr wurden sämtliche Ligen abgebrochen und nur die Ergebnisse der Hinrunde gewertet. Für die erste Pool-Mannschaft des Billard-Clubs hatte das den Abstieg aus der Landesliga zur Folge. Für die neue Saison haben die Langener statt zuletzt drei vorerst nur noch eine Pool-Mannschaft gemeldet, die in der Bezirksliga antreten wird.

In der Vergangenheit haben die Mitglieder des Billard-Clubs aber zahlreiche große Erfolge feiern können, vor allem im Karambol-Bereich: Thomas Hähne wurde zweimal mit der deutschen Mannschaft Europameister im 5-Kegel-Billard, erspielte zudem im Einzel einen achten Platz bei der WM sowie einen dritten bei der EM. Auch Manfred Gottschalk (WM-17., EM-16.) und Salvatore Brancaccio (EM-27.) machten auf sich aufmerksam.

Schneider betont jedoch: „Keiner von uns spielt im Profibereich. Für uns alle ist das ein Hobby. Der gesellige Teil ist natürlich dabei.“ Und so wird – zumindest in normalen Zeiten – nach dem Training gerne mal das ein oder andere Bier geöffnet, es gibt Grillabende, man sitzt noch etwas zusammen. Schneider sagt: „Hier sind durchaus Freundschaften entstanden.“Von Manuel Schubert

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare