Grundstück der Baugenossenschaft

Langen: Fällung von elf Kirschbäumen irritiert Anwohner

Gefällte Kirschbäume auf dem Langener Steinberg
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Abgesägt: Die elf Kirschbäume wurden gefällt. Ersatz ist laut Baugenossenschaft jedoch geplant.

Die Baugenossenschaft hat auf dem Steinberg in Langen elf Kirschbäume entfernen lassen. Die Anwohner sind verwundert darüber.

Langen – Das, was von den elf Kirschbäumen übrig geblieben ist, liegt auf einem Haufen im Gras. Fein säuberlich sind die Stämme mit ihrem typisch rötlichen Holz mit der Kettensäge zurecht getrimmt worden. Ein paar Meter daneben – dort, wo die dünnen Bäume ein gutes Vierteljahrhundert wuchsen – gucken nur noch elf Stümpfe aus dem Boden.

Die Baugenossenschaft will bekanntlich auf ihrem Grundstück auf dem Steinberg vier neue Wohnhäuser errichten. Im Sommer soll es losgehen. Dazu hat eine Fachfirma kürzlich die gesamte Fläche zwischen Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße, die viele Jahre lang zugewuchert war, von allerlei Gestrüpp befreit. Und in Zuge dessen wurden auch die elf Kirschbäume gefällt. In der Nachbarschaft sorgt das für Verwunderung.

„Das waren heile Bäume, sie waren gesund, das muss doch nicht sein“, ärgert sich eine Anwohnerin, die lieber anonym bleiben möchte. „Es war immer eine Pracht, wenn die Bäume geblüht haben, da hat es gesummt und gebrummt.“ Was die Frau besonders irritiert: Die Kirschbäume standen nur knapp einen halben Meter neben einem gepflasterten Gehweg. „Ich frage mich: So dicht dran an den Weg können sie das neue Haus doch gar nicht bauen?“

Die Fällung sei mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt gewesen, betont Stephan Langner, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft. Schuld ist die bereits bestehende Tiefgarage. Die Neubauten werden zum Teil auf sie draufgesetzt, auch die Kirschbäume wuchsen direkt über der Tiefgarage. Im Zuge der Bauarbeiten müsse man die Garage nun komplett freilegen und ihr Dach abdichten, erklärt Langner. „Wir hätten die Kirschbäume gerne erhalten, aber wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, uns von ihnen zu trennen.“

Laut Langner waren die Bäume jedoch alles andere als kerngesund. „Wenn man ehrlich ist, hätten einer oder zwei sowieso gefällt werden müssen. Auch einigen anderen ging es eher schlecht, sie waren zum Teil kaputt und krank.“ Schuld sei auch hier die Tiefgarage. Wegen ihr hätten die Wurzeln der Kirschbäume nur circa 40 Zentimeter Platz gehabt, um in die Tiefe zu wachsen. „Sie konnten sich dort nie richtig entfalten“, berichtet Langner. „Die Wurzeln lagen teilweise schon offen.“

Die Kirschbäume standen nur knapp einen halben Meter neben einem gepflasterten Gehweg.

Immerhin: Entsprechende Ersatzpflanzungen hat die Baugenossenschaft bereits im Herbst des vergangenen Jahres auf ihrem Grundstück in der Südlichen Ringstraße 120-136 vorgenommen. Und auch auf dem Steinberg sind rund um die vier Neubauten komplett neue Grünflächen geplant. „Das wird deutlich schöner als jetzt“, ist Langner überzeugt, „wir investieren dafür viel Geld“. Dort, wo die Kirschbäume standen, sollen künftig Büsche wachsen.

Die Nähe zum Gehweg sei allerdings unerheblich, klärt Langner auf, da dieser ohnehin im Zuge der Bauarbeiten näher an die bereits bestehenden Häuser versetzt werde. Auch zahlreiche neue Bäume sollen rund um die vier Häuser gepflanzt werden. Ebenfalls wolle man die Erdschicht über der Tiefgarage noch einmal deutlich aufschütten, so Langner – „damit die neuen Pflanzen dann genügend Substrat zur Verfügung haben“. (Manuel Schubert)

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