Stadtverordnetenversammlung

Familienzentrum bleibt auf der Strecke – weil es zu teuer ist

+
In der Steubestraße in Langen wird kein Familienzentrum entstehen. 

Kein Familienzentrum für Langen: Die Pläne dafür sind vom Tisch. Stattdessen soll es "nur" eine Kita geben. 

Langen - Die Idee, im Wohngebiet Neurott ein Familienzentrum mit integrierter Kindertagesstätte zu bauen, ist vom Tisch. Aus Kostengründen wird auf dem Gelände des alten Heizkraftwerks und des früheren US-Supermarktes in der Steubenstraße lediglich eine fünfzügige Kita gebaut. Dies beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit breiter Mehrheit.

Langen: Familienzentrum wurde diskutiert

In den Ausschüssen war das Projekt zuvor sehr unterschiedlich diskutiert worden. Während sich der Sozialausschuss hinter das Konzept des Magistrats für ein Familienzentrum stellte, verwarf der Haupt- und Finanzausschuss dieses aus Kostengründen. Immerhin waren 7,7 Millionen Euro veranschlagt. Für eine reine Kita rechnet die Verwaltung mit unter sieben Millionen (wobei in diesem Preis auch noch ein Zentrallager beinhaltet ist, das ebenfalls verworfen wurde).

„Ein Familienzentrum ist eine gute Sache, das steht für uns fest“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Jansen: „Aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen hier weit auseinander.“ Solange die enormen Wartelisten in der Kinderbetreuung nicht abgebaut seien, müsse jeder Cent in diesen Bereich gesteckt werden: „Erst die Pflicht, dann die Kür“, so Jansen. Das Familienzentrum könne hinterher immer noch realisiert werden.

Langen: Freier Träger soll Kita betreiben

Der jetzt gefasste Beschluss schreibt deshalb auch eine Realisierung der Kita in einer Form vor, die eine spätere Erweiterung für soziale Angebote möglich macht. Der UWFB ist dies zu wenig: Michael Kraus beschwor die anderen Fraktionen, mit Blick auf die demografische Entwicklung das Familienzentrum gleich zu bauen, immerhin bestehe auch Bedarf an Räumlichkeiten für Musik- und Volkshochschule.

Auch die Grünen hätten lieber gesehen, wenn die große Variante realisiert würde, betonte Ingo Eberhard. Wegen fehlender Synergieeffekte beim Bau werde das Familienzentrum auch später nicht realisiert, befürchtet er. Doch seine Fraktion stelle sich der Realität und stimme ebenfalls für den reinen Kita-Bau.

Der im Haupt- und Finanzausschuss gefundene Kompromiss „ist für uns der richtige Weg“, erklärte Christian Gött (CDU). Seiner Fraktion sei besonders wichtig, dass ein freier Träger die Kita betreibe, weil dies Kosten spare.

Langen: Anderer Kita-Typ könnte als Vorlage dienen

Kosten sparen ist überhaupt ein großes Thema. So beinhaltet der Beschluss weitere Punkte, die auf eine Senkung der prognostizierten Summe hinwirken sollen. Zum Beispiel soll die Verwaltung einen Vergleich zwischen Modul- und konventioneller Bauweise vorlegen. Zu prüfen ist, ob der Neubau nach den gleichen Plänen wie die Kita Zauberburg (Belzborn) errichtet werden kann. Oder aber, ob ein anderer, im Kreis Offenbach bewährter Kita-Typ als Vorlage dienen könne („Interkommunale Zusammenarbeit“). Und schließlich ist zu analysieren, ob das Vorhaben (Bau und Betrieb) komplett an einen Träger vergeben werden kann, wie dies aktuell bei der künftigen Awo-Kita an der Frankfurter Straße der Fall ist.

Letztlich stimmten nur die UWFB und der fraktionslose Abgeordnete Joost Reinke für die große Variante mit Familienzentrum; sie enthielten sich dann bei der Abstimmung über den Bau einer fünfzügigen Kita, der von allen anderen Parlamentariern befürwortet wurde.

In Langen ist ein Junge (2) aus der Betreuung einer Kita verschwunden. Jetzt haben sich die Eltern zu Wort gemeldet.

Die Menschen in Langen müssen sich umstellen: Das Ebbelwoifest findet ab 2020 zu einem anderen Termin statt.

"Völlig abgedrehte Situation": Die Langener Feuerwehr brauchte Polizeischutz beim Einsatz nach einem Unwetter.

VON MARKUS SCHAIBLE

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare