Betreuungsplätze an Grundschulen

SPD: „Handlungsbedarf akut“

Langen - Mehr Platz für Schulkinder: Geht es nach Langens Sozialdemokraten, wird die Stadt so schnell wie möglich die Betreuungskapazitäten an den Grundschulen ausbauen. Von Holger Borchard 

Das Argument liegt auf der Hand: Langen wächst kräftig – für das Jahr 2025 gehen aktuelle Prognosen von etwa 43.000 Langenern aus. Zum Jahreswechsel lebten etwa 38 600 Menschen in der Stadt.

„Weil Langen attraktiv ist und das Wohnungsangebot bei uns erfreulicherweise bedarfsgerecht steigt, wächst die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr“, stellt Margrit Jansen, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtparlament, fest. Dieses Wachstum spiegele sich logischerweise in deutlich steigenden Schülerzahlen wider – „sowohl im Grundschulbereich als auch an unseren drei weiterführenden Schulen“. Wo die Reise hingeht, zeige die Prognose im aktuellen Schulentwicklungsplan (SEP): „Den hat der Kreis Offenbach gerade zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Er sieht Langen im Jahr 2025 bei rund 43 000 Einwohnern“, berichtet Jansen. Und da schon heute die Wartelisten im Hortbereich von Monat zu Monat länger würden, müsse man über den Handlungsbedarf gar nicht erst diskutieren.

Für die SPD-Fraktion sind das gute Gründe, direkt mit den betroffenen Schulen über die Vorschläge im SEP zu sprechen. Denn insbesondere im Grundschulbereich werde nicht nur der wachsende Klassenraumbedarf eine Rolle spielen, sondern auch die Frage, wie der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen samt Mittagstisch bedarfsgerecht befriedigt werden kann. „Weil wir von der Ganztagsschule leider immer noch weit entfernt sind, stehen wir hier vor Ort vor großen Herausforderungen“, resümiert Jansen.

Angelika Gottschling, SPD-Mitglied im Sozialausschuss, fügt hinzu: „Aufgrund meiner jahrelangen Arbeit im Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule weiß ich, dass schon heute die Kapazitätsgrenzen an allen Langener Grundschulen erreicht sind.“ Eine neue Schule im Bereich des neuen Wohngebiets Liebigstraße zu bauen sei ebenso geboten, wie der bereits begonnene Ausbau an der Schweitzer-Schule. „Aber auch an den anderen Grundschulen wird man ohne Erweiterungsbauten – Küchenkapazitäten eingeschlossen – nicht auskommen“, ist Gottschling überzeugt. Im Gespräch mit der Ludwig-Erk-Schule habe die SPD erfahren, dass auf dem Schulgelände – „abseits der unglücklichen Sporthallenabriss-Diskussion – andere realistische Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Dies passe ins pädagogisch sinnvolle Konzept, Betreuungskapazitäten direkt vor Ort auszubauen, statt diese auszulagern, und sei zeitnah machbar.

„Die SPD wird sich dafür einsetzen, dass der Kreis nicht nur die schon angedachten Erweiterungen an der Sonnenblumen- und Schweitzer-Schule umsetzt, sondern auch weitere an der Erk-Schule prüft“, unterstreicht Margrit Jansen. „Angesichts des Wohnungsdrucks im Rhein-Main-Gebiet, des Zuzugs von Familien nach Langen, der in vollem Gange ist, sowie Neubaugebieten wie Liebigstraße, Belzborn-Ost oder auch dem Bahnstraßenpalais ist klar: Wir brauchen für Schulkinder überall mehr Platz.“

Ziel der Langener SPD ist und bleibt die Ganztagsschule. „Bis dahin gilt es aber, weiter dafür zu sorgen, dass jedes Schulkind, das einen Betreuungsplatz braucht, den auch bekommt“, betont Jansen. Wer wie die Große Koalition in Berlin A sage und das Recht auf Ganztagsbetreuung für jedes Grundschulkind proklamiere, müsse auch B sagen und die dringend notwendige finanzielle Unterstützung zur Umsetzung vor Ort leisten.

13. Bewegungsfest der Grund- und Förderschulen: Fotos

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare