Antrag abgelehnt

Freibäder in Langen: Preise werden trotz Corona nicht günstiger

Erwachsene zahlen im Langener Freibad 4,90 Euro, am Waldsee 6 Euro. (Symbolbild)
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Erwachsene zahlen im Langener Freibad 4,90 Euro, am Waldsee 6 Euro. (Symbolbild)

Die SPD wollte das Schwimmen in den Freibädern in Langen bei Offenbach wieder günstiger machen. Die anderen Parteien waren davon nicht begeistert.

Langen - Das Baden wird in diesem Sommer in Langen nicht mehr günstiger: Die Sozialdemokraten sind mit ihrem Antrag, die Stadt möge die Kosten für die wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Online-Buchungen übernehmen, gescheitert. CDU, FDP, UWFB und ein Teil der Grünen lehnten eine Preisreduzierung für die Schwimmer ab.

Die Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) hatte zu Beginn der Badesaison den Eintrittspreis für das Strandbad am Waldsee von vier auf fünf Euro erhöht. Zusätzlich werden 50 Cent Vorverkaufs- und 50 Cent Systemgebühr fällig, sodass ein Erwachsener für einen Tag am Waldsee sechs Euro bezahlen muss. Im Freibad liegt der Eintritt für Erwachsene wie bislang bei vier Euro, zusätzlich fallen hier 40 Cent Vorverkaufs- und 50 Cent Systemgebühr an, das macht 4,90 Euro. Kinder bis 14 Jahre bezahlen nur einen Euro inklusive aller Gebühren.

Freibäder in Langen: Viele Besucher würden Kosten steigen lassen

Für Joachim Knapp sind die Eintrittspreise „unsozial und nicht richtig. Die Familien sind seit eineinhalb Jahren in einem Ausnahmezustand, viele können nicht in den Urlaub und sind gebeutelt“, begründet der SPD-Parlamentarier, warum seine Partei bereit ist, bei der BaHaMa für Mindereinnahmen zu sorgen. Die Stadt könne die Preisgestaltung im nächsten Jahr wieder zurücknehmen.

Für CDU und Grüne ist dies keine Option, wie Christian Gött und Ingo Eberhardt für ihre Fraktionen erläutern. „Wir bewegen uns bei den Eintrittspreisen in einer Region wie die umliegenden Kommunen. Die beiden heißen Wochen brachten unseren Bädern 55 000 Besucher. Wir wären bei einer Übernahme der Online-Gebühren durch die Stadt Langen bei Kosten in einem fünfstelligen Bereich“, erklärt Eberhardt (Grüne) die Entscheidung seiner Partei. Gött ergänzt, dass die Preise in den städtischen Bädern für einen ganzen Tag gelten.

Langener Waldsee: Antrag zum Klimaschutz abgelehnt

In anderen Kommunen müssten die Gäste, wie beispielsweise in Dreieich, ihre Schwimmsachen schon nach zwei Stunden wieder zusammenpacken und Platz für die Besucher des nächsten Slots machen. Lediglich die Linken und ein Mitglied der FWG-NEV stimmen mit der SPD für den Antrag. WiLa, FWG-NEV und ein Grüner enthalten sich ihrer Stimme.

Ein weiterer Antrag rund um den Langener Waldsee wird im Parlament abgelehnt: Die Linken regen den Einsatz eines unabhängigen Umweltgutachters für das Areal rund um die Kiesgrube und den Bannwald an. „Alle Parteien haben sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben, wir sollten endlich mal vor Ort reagieren und nicht zuschauen, wie hier der Bannwald abgeholzt wird. Das Regierungspräsidium hat als Kontrollinstanz versagt“, bekräftigt Matthias Rohrbach von der antragstellenden Fraktion.

Langener Waldsee: Stadt profitiert von Gewerbesteuer durch Auskiesung

Rainer Bicknase, Fraktionsvorsitzender der SPD, findet den Antrag „unanständig“. An der Spitze des RP stehe eine Grüne, der politisch verantwortliche Wirtschaftsminister in Hessen sei bekanntlich auch ein Grüner. „Wenn diese beiden Personen eine Chance sehen würden, an der Situation der Auskiesung am Waldsee etwas zu ändern, hätten sie das längst getan“, so Bicknase. Außerdem ist er überzeugt davon, dass die Stadt gar nicht neutral entscheiden kann, weil sie von den Abgaben für die Auskiesung und auch von der Gewerbesteuer der Firma Sehring profitiere. Problematisch findet er, dass Rohrbach als Vorsitzender des Aktionsbündnisses Langener Bannwald einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben und für den Antrag der Linken den gleichen Text benutzt habe.

Christian Jaensch von der FDP betont, dass die Beschlüsse von vor 20 Jahren nicht umkehrbar seien. Alle Versuche des BUND seien vor Gericht gescheitert. „Aber was die Zukunft betrifft, können und müssen wir diskutieren“, so Jaensch. Die Linken bekommen Unterstützung für einen Gutachter von der WiLa und den Grünen. CDU, SPD, FDP und UWFB lehnen ab. Ein Mitglied der SPD und die FWG-NEV enthalten sich ihrer Stimme. (Nicole Jost)

Zuletzt sorgten gravierende Änderungen am Langener Waldsee für heftige Kritik.

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