Grabfelder sollen entstehen

Friedhofssatzung wird geändert: KBL reagieren auf Trend zu pflegefreien Gräbern

Idyllisch: Im Akazienhain des Langener Friedhofs sollen individuell gestaltete Grabfelder entstehen.
+
Idyllisch: Im Akazienhain des Langener Friedhofs sollen individuell gestaltete Grabfelder entstehen.

Mit einer Änderung der Friedhofssatzung möchten die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) auf aktuelle Entwicklungen in der Bestattungskultur reagieren. Auch die Abrechnung der Gebühren soll neu gestaltet werden.

Langen – Die KBL-Betriebskommission hat die Änderung bereits gebilligt, jetzt müssen die Stadtverordneten noch ihr Okay geben. Ziel ist es, künftig pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen für Sarg- und Urnenbestattungen anzubieten. Neu ist, dass auch liegende Steine in der Gebühr enthalten sind und die Anbringung einer Tafel in einer festgelegten Größe beauftragt werden kann. „Die Nachfrage nach pflegefreien Grabarten ist seit Jahren ein starker Trend“, erklärt der für den Friedhof verantwortliche KBL-Abteilungsleiter Ralf Krupka. „Bei einem Neuerwerb entscheiden sich 70 Prozent der Hinterbliebenen für ein pflegefreies Grab.“ Neben dem Friedpark und Rasengräbern werden in Zukunft auch individuell gestaltete Grabfelder zu speziellen Themen (etwa Akazienhain oder Schmetterlingsgarten) angeboten.

Nutzung der Trauerhalle in Langen wird ab sofort separat abgerechnet

Neu ist auch eine separate Regelung zu Baumgrabstätten. Bislang gab es dieses Angebot nur als „Landschaftsgrab“ an Bäumen im Bereich des Friedparks. Nun ist geplant, auf einer speziellen Fläche des Friedhofs ausschließlich Baumgrabstätten anzubieten. Schilder sollen auf Stelen errichtet werden.

Geändert wird auch die Bestattungsgebühr. Bislang ist darin die Nutzung der Trauerhalle enthalten. Ein Vergleich mit anderen Kommunen hat aber gezeigt, dass dies dort in aller Regel nicht so gehandhabt wird. Aus Gründen der Kostentransparenz schlagen die KBL deshalb eine Änderung vor: Die Kosten für die Urnenbeisetzung reduzieren sich von 670 auf 470 Euro, die Gebühr für Erdbestattungen von 1 260 auf 1 060 Euro. Eine etwaige Nutzung der Trauerhalle wird zukünftig separat mit 200 Euro veranschlagt.

Friedhofssatzung in Langen: Einführung einer Pflegepauschale

Eine weitere Änderung ist die Einführung einer Pflegepauschale, wodurch die nachträgliche Umwandlung von Gräbern in eine Rasengrabstätte ermöglicht wird. Falls keine Pflege mehr gewünscht wird oder möglich ist, kann die Familie das Grab und auch den Grabstein weiter nutzen. Dazu müssen die Hinterbliebenen die Einfassung von einem Steinmetz entfernen lassen. Die KBL ebnen dann die Fläche, säen Rasen und übernehmen die Pflege. Bei einem Erdgrab beträgt die Gebühr beispielsweise 33 Euro pro Jahr. Auf Wunsch kann die Familie einen Bereich rund um den Grabstein bepflanzen. msc

Im Parlament: Am heutigen Donnerstag, 27.08.2020, berät der Haupt- und Finanzausschuss ab 20 Uhr über die geplante Änderung der städtischen Friedhofssatzung. Der endgültige Beschluss ist für die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. September, vorgesehen.

Neben der Änderung der Friedhofssatzung will Langen auch die Abfallsatzung ändern. Eine noch bestehende Gebührenungleicheit soll damit beseitigt werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare