Werbung für kleinen Piks

Gesundheitsminister Spahn setzt sich für Grippeschutz-Impfung ein

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Sigrid Nick, Leiterin des Prüflabors in Langen, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wie ein HIV-Schnelltest abläuft. Der Minister nutzte seinen Besuch vor allem, um für die Grippeschutz-Impfung zu werben.  

Langen - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei einem Besuch des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen für die Impfung gegen die Grippe geworben. Von Manuel Schubert

Jens Spahn hat es schon getan. Vor zwei Wochen ist der Bundesgesundheitsminister zum Arzt seines Vertrauens gegangen und hat sich gegen die Grippe impfen lassen. Gestern warb der CDU-Politiker in Langen dafür, es ihm gleichzutun. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür“, sagte Spahn. „Bei der Grippe-Impfung haben wir in Deutschland eine viel zu geringe Impfquote, wir kommen selten über 40 Prozent hinaus.“

Der 38-Jährige tourt dieser Tage durch Hessen, schließlich ist am Sonntag Landtagswahl. In Usingen war er, in Bad Wildungen, in Frankfurt, er sprach über Themen wie die dünne Personaldecke in der Pflege oder den Ärztemangel auf dem Land. Und gestern nahm der Christdemokrat seinen Besuch im Langener Paul-Ehrlich-Institut, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, zum Anlass, um für das Impfen zu werben.

„Unterschätzen Sie mir die Grippe nicht“, warnte Spahn. Die jüngste Grippewelle sei allein in Deutschland für fast 2000 Tode verantwortlich gewesen und habe für neun Millionen Arztbesuche gesorgt. Die Influenza sei „definitiv eine der meist unterschätzten Erkrankungen, die es gibt“, so der Minister. „Mit einem kleinen Piks ist das zu verhindern.“

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Lieferengpässen bei Impfstoffen gekommen. Deswegen hat die schwarz-rote Bundesregierung einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der künftig exklusive Rabattverträge beim Verkauf von Impfstoffen verbietet. Er soll dafür sorgen, dass künftig keine Arztpraxis beim Bestellen von Impfstoffen zu kurz kommt. Auch wenn das Gesetz erst im Frühjahr 2019 wirksam werden dürfte, geht Spahn davon aus, dass es in den kommenden Monaten nicht zu Engpässen kommen wird.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Sollte das doch einmal der Fall sein, können sich Betroffene über ein neues Online-Portal des Paul-Ehrlich-Instituts melden, das am 10. Oktober an den Start gegangen ist (pei.de/lieferengpaesse-verbrauchermeldung). „Dadurch werden wir sehr früh alarmiert und können entsprechende Maßnahmen ergreifen“, sagte Professor Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

Ein Ärgernis sind für Spahn die Impfgegner. „Leider gibt es Menschen, die – das muss man so sagen – mit Fake News agitieren“, mahnte er. Wenn er zum Beispiel höre, dass Masern einem Kind doch „ganz gut tun“, könne das eine „dramatische Fehleinschätzung“ sein, hob Spahn hervor. Eine teilweise Impfpflicht, wie es sie etwa in Frankreich gibt, würde Spahn jedoch „gern vermeiden“. Lieber wolle er die Menschen „durch Information und Aufklärung“ überzeugen.

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