Steinberg

Grünfläche wird für neues Wohnprojekt gerodet

+
Die grüne Insel verschwindet: Östlich der Konrad-Adenauer-Straße werden in den kommenden Tagen Bäume und Sträucher für das Wohnprojekt „Am Speierling“ gerodet. Auf der anderen Straßenseite soll sich auch schon bald etwas tun. Dort plant die Baugenossenschaft kostengünstige Mietwohnungen und kleine Ladenlokale.

Langen – Das dürfte erst einmal einen Aufschrei und Nachfragen bei der Stadtverwaltung geben: In der kommenden Woche, voraussichtlich schon ab Montag, wird das Grundstück östlich der Konrad-Adenauer-Straße gerodet, auf dem das Wohnprojekt „Am Speierling“ entstehen soll.

Langen –  Derzeit ist es dicht mit Büschen und Bäumen bewachsen.

Nachverdichtung ist das Schlagwort, unter dem auf dem Steinberg an der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/Am Schleifweg gebaut wird. Denn die grüne Insel ist eigentlich nichts anderes als eine Baulücke in diesem als Wohnort sehr gefragten Stadtteil. „Natürlich ist es auch für uns ärgerlich, wenn etwas, das über Jahre entstanden ist, weg muss – speziell, wenn es grün ist“, sagt Carsten Weise, der zuständige Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung: „Aber anders könnten wir diese Stadt nicht weiterentwickeln.“ Und Langen sei nun mal Teil des Rhein-Main-Gebiets, das durch den Strukturwandel Zuzugsgebiet sei mit der Folge, dass weiterer Wohnraum dringend benötigt werde.

7 000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem 80 Wohneinheiten entstehen sollen. Eigentlicher Baubeginn soll erst im Herbst sein, aber die Vorbereitungen laufen jetzt schon an. Und dazu gehört eben die Rodung der wild gewachsenen Bäume und Sträucher, die noch vor Beginn der Vegetationsperiode Anfang März abgeschlossen sein muss. Die Anwohner wurden nach Angaben des Bauherrn, der Kleespies Rhein-Main-Süd GmbH aus Jossgrund (Spessart), bereits informiert. Als Ausgleich für die Rodungen wird eine Fläche im Odenwald (Gemarkung Rimbach) aufgeforstet. Weise: „Entsprechende Flächen in Langen gibt es nicht.“

Ein Baum aber wird erhalten bleiben: der imposante Speierling, der dem Projekt seinen Namen gibt. Der Baum mit 20 Metern Kronendurchmesser ist als Naturdenkmal besonders geschützt. Mit dem Bauträger sei vereinbart, dass alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um Schäden zu vermeiden, sagt Weise.

Um den Speierling herum sollen vier Gebäude entstehen. Die 80 Wohneinheiten teilen sich nach den Plänen des Investors in Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit Flächen zwischen 56 und 114 Quadratmetern auf. Unter den Häusern ist eine Tiefgarage für die Anwohner vorgesehen. Das Projekt soll bis Ende 2022 fertiggestellt sein. Außerdem planen die Stadtwerke, das alte Trafo-Häuschen auf dem Areal durch ein modernes zu ersetzen.

Der Bolzplatz auf dem Areal muss im Spätsommer weichen. Bis dahin will der städtische Fachdienst Kultur und Sport auf dem Gelände des Freizeit- und Familienbades an der Teichstraße Ersatz geschaffen haben. Im Rahmen der Rodung kann es aus Sicherheitsgründen zu kurzfristigen Sperrungen des Bolzplatzes und der dortigen Sitzgelegenheiten kommen.

VON MARKUS SCHAIBLE

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare